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Skurrile Oktoberfest-Aktion: Münchner Student sponsort Schickeria Wiesnfete gegen Spende

Дата публикации: 04-10-2026 09:46:00

Adrian Seehofer hat sich eine außergewöhnliche Spendenaktion ausgedacht. Er lädt die Münchner Schickeria zu einer gewöhnlichen Wiesnparty ein. Dafür sollen sie gemeinnützige Organisationen unterstützen. FOCUS online hat die Gruppe begleitet.

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Adrian Seehofer hat sich eine außergewöhnliche Spendenaktion ausgedacht. Er lädt die Münchner Schickeria zu einer gewöhnlichen Wiesnparty ein. Dafür sollen sie gemeinnützige Organisationen unterstützen. FOCUS online hat die Gruppe begleitet.

Nikolas Maerker wusste am Samstagmorgen noch nicht, was ihn erwartet, als er allein auf das Münchner Oktoberfest ging. Klar war nur: Er wird den Tag mit Fremden verbringen, eingeladen werden und schon vor der ersten Maß 600 Euro ausgegeben haben.

Der 24-Jährige ist am finalen Wiesnwochenende einer ungewöhnlichen Spendenaktion gefolgt. Adrian Seehofer stellte sich bereits um 6.30 Uhr an, um für eine bunt zusammengewürfelte Gruppe einen Tisch im Hacker-Festzelt zu ergattern.

Der Hintergrund: Unter der Woche hatte sich der BWL-Student in den sozialen Medien an die Münchner Schickeria gewandt und ein Angebot gemacht. Seehofer sichert den Tisch im Festzelt, gibt für bis zu zehn Besucher drei Maß und ein halbes Hendl aus. Dafür sollen die Teilnehmer auf die Champagnerflasche verzichten und das Geld an eine Organisation ihrer Wahl spenden. „Ich gebe das Geld aus und habe einen Hebel mit den Spenden. Das ist mehr, als ich allein geben könnte“, beschreibt er seine Motivation.

Minijob-Monatsgehalt als Spende an Lebenshilfe

Als der Beitrag in Maerkers Feed auftauchte, war er von der Idee sofort überzeugt. „Ich fand das eine sehr geile Aktion“, sagt der 24-jährige Student. Er selbst habe das Glück, als Werkstudent und Minijobber sowie mit Unterstützung der Eltern finanziell gut aufgestellt zu sein. Also entschied er sich, das Vormonatsgehalt aus dem Minijob von 580 Euro zu spenden und auf die Engelszahl von 606 Euro aufzustocken. Den Betrag hat er bereits an die Lebenshilfe München überwiesen, die Menschen mit Behinderungen und ihre Familien unterstützt.

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Damit hat allein Maerkers Spende den Zweck der Spendenaktion erfüllt. Für drei Maß und ein halbes Hendl sind im Hacker-Festzelt bei zehn Besuchern 649 Euro fällig. Wobei die Rechnung für Initiator Seehofer geringer ausfallen dürfte. Zwei Teilnehmer konnten wegen einer Reifenpanne nicht anreisen, wollen sich aber trotzdem an der Spendenaktion beteiligen. Andere Teilnehmer hätten Beträge zwischen 100 und 200 Euro zugesichert, so der 24-Jährige. In den sozialen Medien hätten sich zudem Unterstützer gefunden, die gar nicht auf die Wiesn gehen.

Schickeria-Aktion als Erinnerung daran, dass es vielen nicht so gut geht

Seehofer geht davon aus, dass so am Ende mehr als 1000 Euro an wohltätige Zwecke gehen werden und sich sein Einsatz verdoppelt.

Aus seiner Sicht ist es eine Möglichkeit, dass alle profitieren: Die Gruppe hat ihren Spaß auf dem Oktoberfest, während gemeinnützige Organisationen mehr Spenden erhalten, als Seehofer allein aufbringen könnte. „Es ist schön zu sehen, dass die Leute Bock haben, dass es allen gut geht“, freut er sich über die Resonanz.

„Auf der Wiesn geben viele wirklich viel Geld aus und leben über ihre Verhältnisse – mich eingeschlossen“, merkt Maerker an. Er sieht die Spendenaktion als Gelegenheit, um darauf aufmerksam zu machen, dass es vielen Menschen nicht so gut gehe wie der Münchner Schickeria, die in den Festzelten auch gern mal mehrere Tausend Euro für Champagnerflaschen ausgibt.

Für ihn sei es außerdem eine gute Gelegenheit gewesen, Gleichgesinnte kennenzulernen. Der Gedanke dahinter: „Sobald bei der Aktion mehr als 600 Euro zusammenkommen, entsteht ein Mehrwert für die Gesellschaft.“ Deshalb wollte der 24-Jährige zum Gelingen beitragen.

Ehrenamtlich aktiv

Neben dem Studium sowie den Tätigkeiten als Werkstudent und Minijobber engagiert sich Maerker bei Foodsharing, um Essensverschwendung zu vermeiden. Seehofer betätigt sich beim Verein Legmon, um junge Menschen bei ihrem beruflichen Werdegang zu unterstützen. Als er den Spendenaufruf startete, sei er selbst nervös gewesen, sagt Seehofer: „Ich hatte extremen Respekt.“ Doch die Angst, Fremde zur Wiesnfete einzuladen, hat er nun überwunden. „Ich bin ultraglücklich, das sind coole Leute. Ich habe das Gefühl, dass sich alle schon länger kennen“, so sein erster Eindruck der Zufallsbegegnung.

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