Nach dem Verlust zweier elementarer Aufträge ging es während der Betriebsversammlung beim kommunalen Entsorger ASS in Saarbrücken um die Zukunft. Die Geschäftsführung äußerte sich, ob es mit dem Betrieb weitergeht. Wichtige Termine stehen an.
Saarbrücken · Nach dem Verlust zweier elementarer Aufträge ging es während der Betriebsversammlung beim kommunalen Entsorger ASS in Saarbrücken um die Zukunft. Die Geschäftsführung äußerte sich, ob es mit dem Betrieb weitergeht. Wichtige Termine stehen an.
15.10.2026 , 16:20 Uhr
Nach dem Verlust zweier elementarer Aufträge ging es während der Betriebsversammlung beim kommunalen Entsorger ASS in Saarbrücken um die Zukunft. (Symbolbild)
Foto: picture alliance/dpa/Jan WoitasZwei der wichtigsten Aufträge hat der städtische Entsorger ASS in Saarbrücken verloren. Damit bangen die Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz. Zuletzt informierte die Geschäftsführung mit einem Aushang kurz und knapp über die Lage. Nun äußerte sie sich während der Betriebsversammlung, zu der der Betriebsrat geladen hatte.
Während der Versammlung am Donnerstagnachmittag, 15. Oktober, ließ das ASS-Management wissen: Das Unternehmen werde nicht plattgemacht. Allerdings ist dies bislang das einzig Konkrete, was den Beschäftigten während der rund einstündigen Aussprache mit auf den Weg gegeben worden sein soll. Das erfuhr die Saarbrücker Zeitung aus dem Umfeld der Mitarbeiter nach der nicht öffentlichen Veranstaltung.
Denn noch sei unklar, mit wie vielen Kollegen der Betrieb künftig fortgeführt wird. Dazu sollen offenbar in den kommenden Wochen Entscheidungen fallen. So sei angekündigt worden, dass sich der Aufsichtsrat damit beschäftigen werde. Dessen nächste Sitzung stehe am 23. Oktober an. In diesem Gremium sitzen auch Kommunalpolitiker. Bisher äußerten sich dessen Vertreter noch nicht öffentlich zu den Entwicklungen bei ASS.
Gleichzeitig sollen gleich mehrere Treffen zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung vereinbart worden sein. Zunächst dreimal wollten sich beide Seiten gemeinsam an einen Tisch setzen, um über die Lage der Angestellten zu beraten. Dies hatte bereits im Vorfeld die gewählte Arbeitnehmervertretung gefordert. Dabei verwies sie auf das Betriebsverfassungsgesetz, welches ihr in diesem Zusammenhang Mitsprache zusichert.
Die Frage bleibe, wie viele Kollegen ASS verlassen müssen. Die Geschäftsleitung stellte in Aussicht, dass die Stadt Saarbrücken wenigstens einige der Betroffenen in anderen kommunalen Bereichen übernehmen wolle. Gleichzeitig sei die Geschäftsführung dazu bereit, Mitarbeiter beim Wechsel zum neuen Auftragnehmer RMG zu unterstützen. Dieser benötige zusätzliches Personal, um in den kommenden Jahren die Dienstleistung Tonnenleerung in der Landeshauptstadt zu bewerkstelligen. Wie viele Mitarbeiter dafür angeworben werden sollen, ließ eine RMG-Sprecherin auf Anfrage offen.
Das Angebot der ASS-Leitung, ausscheidende Beschäftigte den Weg hin zur RMG zu ebnen, stieß zuvor auf Widerstand bei der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi). Deren Sekretär Sebastian Balzert befürchtet, dass durch Bewerbungen aus Eigeninitiative eventuelle Ansprüche gegenüber ASS verwirkt werden. Nämlich dann, wenn es beispielsweise zu einem Sozialplan kommt, den Geschäftsführung und Betriebsrat gemeinschaftlich erarbeiten. Dies könnte bei den jetzt vereinbarten Treffen Thema sein. Das Unternehmen zählte nach eigenen Angaben bisher etwas mehr als 30 Mitarbeiter.