Die Inflationsrate in der Eurozone ist im März wieder gestiegen – ebenso wie zuvor in Deutschland. Die Preissteigerungen bei den Energiepreisen infolge des Irankriegs heizen die Teuerung an. Der Druck auf EZB-Chefin Christine Lagarde, die Zinsen zu erhöhen, steigt.
Wird sie die Zinsen anheben? Die EZB um Präsidentin Christine Lagarde strebt eine Inflationsrate von 2 Prozent an
Foto: Michael Probst / APDie Preise im Euroraum sind mit Beginn des Nahostkriegs massiv gestiegen und nähren neue Inflationssorgen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im März um durchschnittlich 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Dienstag nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im Februar hatte die Inflationsrate bei 1,9 Prozent gelegen.
Damals waren die Energiepreise laut Eurostat im Jahresvergleich noch um 3,1 Prozent gesunken, für März gehen die Statistiker von einem Anstieg um 4,9 Prozent aus. Die Kerninflation, die schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel ausklammert, fiel somit sogar von 2,4 auf 2,3 Prozent. Die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Tabak stiegen im Vorjahresvergleich um 2,4 Prozent, die Preise für Dienstleistungen um 3,2 Prozent.
Die höchsten Inflationsraten verzeichneten den Angaben zufolge Kroatien (4,7 Prozent), Litauen (4,5 Prozent) sowie die Slowakei (3,7 Prozent). Am niedrigsten fiel der Preisanstieg in Zypern und Italien (jeweils 1,5 Prozent) und Frankreich (1,9 Prozent) aus.
Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent an, die als optimal für die Wirtschaft im Währungsraum gilt. Damit steigt der Druck auf die EZB, bei ihrer nächsten Sitzung Ende April über eine Erhöhung des Leitzinses nachzudenken, um gegen eine steigende Inflation vorzugehen. Inzwischen wird die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsanstieg um 0,25 Prozent im April an den Finanzmärkten mit rund 57 Prozent taxiert.
EZB-Chefin Christine Lagarde (70) und andere Notenbanker der EZB haben allerdings zuletzt bekräftigt, dass sie vorerst die Folgen des Irankriegs abwarten wollen. Die Währungshüter haben zugleich deutlich gemacht, dass sie notfalls handeln und gegensteuern würden. Seit Mitte 2025 steht der Leitzins unverändert bei 2,00 Prozent.
Die EZB hatte im Kampf gegen die hohe Inflation eine Serie von Zinserhöhungen beschlossen, die im September 2023 in einem Rekordniveau von 4,00 Prozent beim Einlagensatz gipfelten. Die Notenbank vollzog dann im Zuge des nachlassenden Preisauftriebs eine Wende und senkte 2024 viermal die Zinsen, 2025 folgten weitere vier Schritte nach unten.
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