Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Atelierhaus Prenzlauer Promenade: Streit um Mietverträge und Genossenschaft

Дата публикации: 09-07-2026 04:09:00

Seit Jahrzehnten arbeiten sie im Atelierhaus Prenzlauer Promenade, nun verlieren mehrere Künstler ihre Mietverträge. Sie sehen einen Zusammenhang mit ihrem Einsatz für eine Übernahme des Gebäudes durch eine Genossenschaft.


Основное содержимое страницы с новостью.

Streit um Atelierhaus in Berlin-Pankow Kunstschaffende kämpfen für ihre Ateliers in der Prenzlauer Promenade

Blick in ein Atelier im Atelierhaus Prenzlauer Promenade (Quelle: rbb)
Blick in ein Atelier im Atelierhaus Prenzlauer Promenade (Quelle: rbb)
  • Streit um Miet- und Eigentumsverhältnisse im Atelierhaus Prenzlauer Promenade in Berlin-Pankow
  • Kunstschaffende wollen mithilfe einer gegründeten Genossenschaft das Gebäude übernehmen
  • Mietverträge von Vorstandsmitgliedern wurden nun von Eigentümern gekündigt
  • Sanierungsstau am Gebäude aufgrund fehlender Gelder

Von Pauline Pieper

Abstrakte Gemälde hängen an den Wänden, im hellen Atelier sind Werkzeuge und Farben verteilt. Seit 23 Jahren arbeitet Künstler Pedro Boese im Atelierhaus Prenzlauer Promenade [atelierhausprenzlauerpromenade.de]. Nun hat die Verwaltung seinen Mietvertrag gekündigt. "Das ist existenzbedrohend", sagt Boese. Auch seine Ateliernachbarin Mechtild Beckmann klagt: "Das ist eine Katastrophe". Betroffen sind insgesamt sieben Mieterinnen und Mieter aus zwei Mietverträgen. Hintergrund ist ein Mietstreit, der mittlerweile auch die Berliner Landespolitik beschäftigt.

Pedro Boese steht in einem Atelier Atelier im Atelierhaus Prenzlauer Promenade (Quelle: rbb) Pedro Boese steht in einem Atelier Atelier im Atelierhaus Prenzlauer Promenade (Quelle: rbb)

Boese und Beckmann sind im Vorstand des Atelierhausvereins, der 44 Künstlerinnen und Künstler im Atelierhaus vertritt. Als sie eine Mieterhöhung von der Generalmieterin und Verwalterin, der Gesellschaft für Stadtentwicklung (GSE) bekommen, erheben sie Einspruch. Wenig später erhalten sie die Kündigung. Die Kunstschaffenden vermuten, dass die Kündigungen nicht allein mit der verweigerten Mieterhöhung zusammenhängen. Denn mehrere Betroffene gehören zugleich dem Vorstand einer Genossenschaft an, die das Atelierhaus kaufen möchte.

Genossenschaft will das Gebäude übernehmen

Seit 2022 arbeiten sie daran, das rund 10.000 Quadratmeter große Gebäude zu übernehmen. Die Genossenschaft entstand aus Unzufriedenheit mit der Verwaltung durch die GSE. Diese wurde von der Senatskulturverwaltung 2017 damit beauftragt, den Plattenbau als Kultur- und Atelierstandort zu erhalten. Eigentümerin des Gebäudes, das zu DDR-Zeiten die Akademie der Wissenschaften beherbergte, ist die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Berlinovo. Eigentlich sollte die GSE das stark sanierungsbedürftige Gebäude wieder herrichten, aus Sicht der Künstlerinnen und Künstler ist aber viel zu wenig passiert.

»

Wenn das so weiter geht, kommt der Moment, dass dieses Haus nicht mehr betrieben werden kann

«

Ansgar Vollmer, Genossenschaftsvorstand und Musikschulbetreiber

"Die GSE hat das Gebäude vernachlässigt", sagt Ansgar Vollmer. Er ist ebenfalls im Vorstand der Genossenschaft und betreibt im Atelierhaus eine Musikschule. Sein Vertrag wurde nicht gekündigt, er blickt aber trotzdem mit Sorge in die Zukunft. Die GSE habe nur das Allernötigste getan, um den Betrieb des Gebäudes aufrechtzuerhalten. Immer wieder komme es zu Havarien, das Gebäude verfalle nach und nach. "Wenn das so weiter geht, kommt der Moment, dass dieses Haus nicht mehr betrieben werden kann", sagt Vollmer. Mittlerweile laufen Kaufverhandlungen zwischen der Genossenschaft und der Berlinovo. Bisher gehen die Preisvorstellungen auseinander, aber in der Politik ist man parteiübergreifend von der Genossenschaftsidee überzeugt.

Politik fordert Rücknahme der Kündigungen

Die Kündigungen stoßen auch in der Landespolitik auf Kritik. "Es geht nicht, dass Menschen, die sich einsetzen, eine andere Betriebsform für das Atelierhaus hinzubekommen, mit Kündigungen bedroht werden", sagt SPD-Kulturpolitiker Dennis Buchner. "Die Kündigungen der GSE sollten auf alle Fälle zurückgenommen werden", fordert auch der Vorsitzende des Kulturausschusses, Peer Mock-Stümer (CDU). Grünen-Politikerin Daniela Billlig sieht den Finanz- und Kultursenator Stefan Evers (CDU) in der Verantwortung. Er müsse für Gespräche sorgen und "im Idealfall die Kündigungen wieder zurücknehmen".

»

Es geht nicht, dass Menschen, die sich einsetzen, eine andere Betriebsform für das Atelierhaus hinzubekommen, mit Kündigungen bedroht werden.

«

Dennis Buchner, SPD-Abgeordneter

GSE weist Vorwürfe zurück

Die GSE widerspricht allen Vorwürfen auf Anfrage des rbb. Der Vorstand des Atelierhausvereins und der Genossenschaft versuche, die GSE "zunehmend in ein schlechtes Licht zu rücken". Dabei stünde die GSE einer Übernahme des Atelierhauses durch die Genossenschaft "grundsätzlich neutral gegenüber". Die Kündigungen seien lediglich ausgesprochen worden, weil die Künstlerinnen und Künstler die Mieterhöhung nicht akzeptiert hätten. Diese sei aber bereits 2018 in der Kooperationsvereinbarung zwischen Atelierhausverein und GSE festgelegt worden. Eine öffentliche Förderung der Mieten für die Kunstschaffenden lief nur bis Ende letzten Jahres. Anschließend sei eine kostendeckende Miete von 10,97 Euro bruttowarm pro Quadratmeter nötig geworden. Insgesamt seien nur zwei von über 150 Mietverträgen gekündigt worden, alle anderen hätten die Mieterhöhung akzeptiert.

Blick auf die Fassade des Atelierhauses Prenzlauer Promenade (Quelle: rbb). Blick auf die Fassade des Atelierhauses Prenzlauer Promenade (Quelle: rbb).

Ein Blick in die Kooperationsvereinbarung, die dem rbb vorliegt, zeigt, dass dort tatsächlich vorgesehen ist, dass nach Ende der Fördermiete auf die sogenannte Kostenmiete umgestellt wird. Die Höhe dieser Miete ist allerdings nicht festgelegt worden und genau darüber streiten Künstlerinnen und Künstler mit der GSE nun. Laut GSE deckt die Miete nur die Kosten, als gemeinnützige Gesellschaft mache sie keinerlei Gewinne und könne ausfallende Mieten nicht kompensieren. Die Kunstschaffenden hingegen haben ein Rechtsgutachten erstellen lassen, demzufolge die Mieterhöhung unzulässig ist.

Streit über Miete und Sanierungszustand

Auch bei der Frage der Instandhaltung und der Sanierung widerspricht die GSE der Kritik. Jede Mängelanzeige werde bearbeitet und "der Mangel im Rahmen der Mittelverfügbarkeit" beseitigt. Außerdem seien rund 1,7 Millionen Euro aus Mitteln der Kulturverwaltung zur Instandsetzung investiert worden. Weitere fünf Millionen Euro, die für die Sanierung des leerstehenden Gebäudeteils an der Arnold-Zweig-Straße vorgesehen waren, seien im Zuge der Haushaltskürzungen nicht freigegeben worden. Die GSE verfüge über keine Mittel, um umfassende Sanierungsarbeiten ohne öffentliche Gelder durchzuführen.

Blick in den Hof des Atelierhauses Prenzlauer Promenade (Quelle: rbb) Blick in den Hof des Atelierhauses Prenzlauer Promenade (Quelle: rbb)

Die Künstlerinnen und Künstler gehen davon aus, dass sie die Sanierung auf lange Sicht als Genossenschaft besser auf den Weg bringen können. Die GSE wäre aber auch mit einem Eigentümerwechsel nicht automatisch aus dem Spiel. Denn als Generalmieterin hat die GSE einen Mietvertrag bis 2042, der aufgelöst werden müsste. Es ist offen, unter welchen Bedingungen die GSE dem zustimmt und inwiefern das Teil der Verhandlungen ist.

Ob Mechtild Beckmann und Pedro Boese ihre Ateliers behalten können, wird auch davon abhängen, wie die Verhandlungen weitergehen. Die beiden hoffen auf eine Einigung noch in diesem Jahr.

Sendung: rbb24 Abendschau, 12.07.2026, 19:30 Uhr
Video: rbb24 Abendschau, 12.07.2026, Pauline Pieper

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1Berliner RAW-Gelände: Club Cassiopeia droht das Aus013.6715-06-2026
2"48 Stunden Neukölln": Kunstfestival im Berliner Späti011.4803-07-2026
3Kulturfördergesetz: Berliner Kulturschaffende wollen politische Eingriffe in die Kunst verhindern010.3413-06-2026
4Maxim-Gorki-Theater: Mit Langhoff geht Raum für postmigrantisches Theater verloren010.3810-06-2026
5Berlin: Altes Museum sackt langsam ab - und muss dringend saniert werden01009-08-2026
6Künstlerförderung in Berlin: Viel gebaut und viel geraucht0529-06-2026
7"Openart Lausitz Biennale": 67 Arbeiten an elf Orten013.631-07-2026
8Mit Albtraum-Baustelle „sollen Mieter mürbe gemacht werden”016.828-03-2026
9Helmholtzplatz: Hohe Gewerbemieten vertreiben Läden08.3610-05-2026
10Stadtentwicklung | »Papageiensiedlung« Berlin-Zehlendorf: Vom Gemeinwohl zum Profit019.5206-08-2026

Классификация: Культура. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 6.57. Источник: www.rbb24.de.