Verkehrsminister Sean Duffy will nicht nur die Förderung von Fahrradwegen stoppen – er will bestehende auch noch abreißen lassen.
Unter all den Sünden der Trump-Administration – Kriege, ICE-Razzien, Impfgegner-Wahnsinn und die Rückkehr der Masern, die Ermächtigung von Kash Patel und Stephen Miller und so vieles mehr – ist Verkehrsminister Sean Duffys Feldzug gegen „DEI-Fahrradwege“ sicher eine Kleinigkeit. Aber sie ist auch von einer monumentalen Dummheit, so kontraproduktiv, so anti-MAHA, dass sie schlicht zum Wahnsinnigwerden...
Der Beitrag Trumps Krieg gegen „DEI-Fahrradwege“ ist kaum zu überbieten an Dummheit erschien zuerst auf Rolling Stone.
Unter all den Sünden der Trump-Administration – Kriege, ICE-Razzien, Impfgegner-Wahnsinn und die Rückkehr der Masern, die Ermächtigung von Kash Patel und Stephen Miller und so vieles mehr – ist Verkehrsminister Sean Duffys Feldzug gegen „DEI-Fahrradwege“ sicher eine Kleinigkeit. Aber sie ist auch von einer monumentalen Dummheit, so kontraproduktiv, so anti-MAHA, dass sie schlicht zum Wahnsinnigwerden ist. NPR berichtete kürzlich, dass Mitarbeiter der Federal Highway Administration angewiesen wurden, sämtliche Verweise auf Fahrräder und Fahrradwege von der Website der Behörde zu tilgen.
Duffy, ehemaliger Teilnehmer von „Real World“ und „Road Rules“, ausgeschiedenes Kongressmitglied und eingefleischter Donald-Trump-Speichellecker, schrieb außerdem: „Wir fordern den Kongress auf, Wettbewerbs- und Formelzuschüsse für Fahrradwege und andere Fahrradinfrastruktur einzuschränken, die den Fahrzeugdurchsatz für Kraftfahrzeuge verringern, und den Rückbau bestehender Fahrradwege zu unterstützen, die zur Überlastung beitragen.“
Trotz Protesten versuchten die Bundesbehörden Anfang des Jahres, einen beliebten Fahrradweg in Washington, D.C., abzureißen – doch ein Richter stoppte das Vorhaben auf Klage einer lokalen Fahrradgruppe hin und schrieb in einem 61-seitigen Urteil: „Die Prüfung der Akten durch das Gericht ergibt das Fehlen einer nachvollziehbaren Begründung.“
Populär, aber politisch verfemtLogische Argumente sind out, irrationale Angriffe dagegen ein festes Merkmal der Trump-Administration. In diesem Fall gehen Duffy und Trump gegen etwas vor, das in der Bevölkerung breite Zustimmung genießt, und drehen es in parteiischen Unsinn um. Laut einer YouGov-Umfrage von 2025 befürworten drei Viertel der Amerikaner Fahrradwege. Grundsätzlich sind die Amerikaner der Meinung, dass Fahrradwege die Lebensqualität und Sicherheit für Autofahrer und Radfahrer gleichermaßen erhöhen. Radwege und Schienenpfade bringen auch Tourismus in ländliche Gebiete, die dringend Besucher brauchen, und sind ein enormer Schub für die lokale Wirtschaft. Der Empire State Trail in New York erstreckt sich von Manhattan bis nach Kanada und generiert laut einer aktuellen Studie satte 1,87 Milliarden Dollar an Wirtschaftsaktivität. Rund 9,75 Millionen Besucher haben Teile des Weges befahren.
Fahrradwegprojekte sind auch keine besonders teuren Angelegenheiten, vor allem nicht entlang städtischer Routen. Schon gar nicht verglichen damit, mehr als 850 Tomahawk-Marschflugkörper in den Iran zu schießen, zum Stückpreis von rund zwei Millionen Dollar. Für eine Administration, die behauptet, die Menschen wieder gesund machen zu wollen, ist die Kriegserklärung an Fahrradwege mindestens so bizarr wie Milliarden für Angriffe auf den Iran auszugeben. Radfahren ist ein hervorragendes, gelenkschonendes Ausdauertraining. Es befreit den Kopf, bringt Menschen nach draußen und ist ein tolles Familienerlebnis. Und im Winter können dieselben Wege im ländlichen Raum von Langläufern und Schneemobilfahrern genutzt werden.
Was Fahrradwege mit DEI zu tun haben, ist unklar. Wahrscheinlich ist die Biden-Administration schuld – wegen einiger zugegeben politisch aufgeladener Formulierungen, mit denen sie das Infrastrukturgesetz anpries. Das Biden-Team verkündete, man werde „berücksichtigen, wie Projekte den Klimawandel angehen, Rassengleichheit sicherstellen und Hindernisse für Chancengleichheit beseitigen können“. Das mag nach hochfliegenden Zielen klingen, während viele Amerikaner verzweifelt auf Schlagloch- und Brückenreparaturen warteten. Aber darum geht es hier eigentlich nicht. Wenn die Biden-Leute für etwas waren, müssen die Trump-Leute zwingend dagegen sein. Das ist eine lächerliche Logik, kontraproduktiv – und der Grund, warum die Wähler das kaputte politische System so satt haben.
Daten gelöscht, Fakten ignoriertIn einem Manöver, das eines nordkoreanischen Apparatschiks würdig wäre, ließ Duffy offenbar Daten, die belegen, dass Fahrradwege das Fahren sicherer machen, von einer Bundeswebsite streichen. Immer wieder, wie die Pharaonen Ägyptens, tilgt die Administration einfach Informationen, die nicht zur eigenen Agenda passen. Duffy, der ehemalige Profi-Holzfäller und heutige MAGA-Cheerleader, treibt auch die Umbenennung von New Yorks Penn Station nach Trump voran – und nutzt den Zugang zu dringend benötigten Bundesmitteln für eine notwendige Sanierung als Druckmittel.
Wenig überraschend erstreckt sich Duffys und Trumps Feindseligkeit auch auf Hochgeschwindigkeitszüge und eigentlich jede Art von Investition in den öffentlichen Nahverkehr. Das äußerst erfolgreiche Congestion-Pricing-Programm in New York City wurde von den Trump-Leuten zum Feind erklärt – selbst nachdem Daten zeigten, dass nach nur einem Jahr des Programms 27 Millionen Autos weniger in Manhattan einfuhren. Denn wenn wir nicht alle im Midtown-Stau feststecken und einen riesigen Spritschlucker-SUV fahren können – was ist dann eigentlich der Sinn des Amerikanischseins?
Das alles ergibt keinen Sinn. Straßen können doch sowohl für Autos als auch für Radfahrer da sein. Kürzlich besuchte mein bester Freund aus Kindheitstagen New York, und ich machte mit ihm eine Citibike-Tour durch Lower Manhattan – durch dieselben Straßen, auf denen wir in den Siebzigern und Achtzigern aufgewachsen sind. Damals war Radfahren dort die Art von Hochrisiko-Aktivität, die viele Eltern einfach nicht erlaubten. Oder in unserem Fall: Sie schlossen die Augen und beteten. Fahrradwege gab es so gut wie keine. Für Kinder war es besonders gefährlich, weil man kleiner und weniger sichtbar ist. Was kaputte Infrastruktur angeht: Ich habe das Fahrradfahren auf dem verlassenen, erhöhten West Side Highway gelernt – zwischen zerbrochenen Flaschen, Müll und noch Schlimmerem. Bei unserer Tour in diesem Jahr war mein Freund sprachlos. Vielleicht war es die Schönheit, auf einem geschützten Weg einen Manhattaner Sonnenuntergang über dem Hudson River zu erleben – oder er sah eine Stadt, die sich auf zwei Rädern gleitend vollständig neu erfunden hatte. Manchmal nimmt man die Welt vom Fahrrad aus einfach mit anderen Augen wahr.
Bloombergs bleibendes ErbeIn den frühen 2000er-Jahren war es Michael Bloomberg, der milliardenschwere republikanische Bürgermeister der Stadt, der Hunderte von Kilometern Radwege durchsetzte, die Stadt für Radfahrer ungleich sicherer machte und den öffentlichen Nahverkehr entlastete. Es ist eines von Bloombergs positivsten Vermächtnissen. Und ja, es gibt jede Menge Radfahrer, die sich wie Rüpel benehmen und Verkehrsregeln missachten – aber wir können und sollten das genauso ahnden wie rücksichtsloses Autofahren. Natürlich birgt Radfahren ein gewisses Risiko, aber dedizierte Fahrradwege machen unser Land sicherer und besser.
Zwei außergewöhnliche, aber grundverschiedene Menschen haben Dinge über das Fahrradfahren gesagt, die mir nie aus dem Kopf gegangen sind. Albert Einstein nutzte das Radfahren als Metapher für die Existenz: „Das Leben ist wie Fahrradfahren. Um die Balance zu halten, muss man in Bewegung bleiben.“ Treffendere Worte wurden selten gesprochen. Und Basketballlegende LeBron James hat das Fahrrad als eine Art Motor der Chancengleichheit beschrieben und daran erinnert, wie sein erstes Fahrrad sein Leben veränderte: „[Mein Fahrrad] gab mir die Freiheit, nicht nur an Orte zu gelangen, sondern Dinge zu erreichen, die sonst außerhalb meiner Reichweite gewesen wären. Auch heute noch fühle ich mich beim Radfahren wie ein Kind. Es gibt nichts Vergleichbares wie den Wind im Gesicht und diese Freiheit, einfach loszufahren.“
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