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Rikscha-Fahrerin auf Oktoberfest berichtet: „Ich habe noch nie Job gemacht, bei dem ich so viel verdient habe“

Дата публикации: 04-10-2026 08:43:00

Rund um das Oktoberfest kutschieren zahlreiche Rikschafahrer die Gäste. Zwei von ihnen berichten von der lohnenden Arbeit, aber auch unangenehmen Erfahrungen.

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Rund um das Oktoberfest kutschieren zahlreiche Rikschafahrer die Gäste. Zwei von ihnen berichten von der lohnenden Arbeit, aber auch unangenehmen Erfahrungen.

Bereits in der zweiten Wiesnwoche zeichnet sich für Sara (Namen geändert, der Redaktion bekannt) ab, dass sich das Abenteuer als Rikschafahrerin für sie lohnt. „Ich habe noch keinen Job gemacht, bei dem ich in 16 Tagen mit so viel Geld raus bin“, sagt die 32-Jährige, die in diesem Jahr zum ersten Mal Oktoberfestbesucher kutschiert.

„Der Lärm, die Menschen, der Verkehr – man hat nie Ruhe“

Doch leicht verdient sei das Geld gewiss nicht. „Ich merke, ich gehe über viele Grenzen mental und körperlich bin ich am Limit“, sagt sie. Sara und Freundin Michaela sitzen jeden Tag zwölf Stunden und mehr auf dem Sattel und treten in die Pedale.

Wenig Schlaf und immer neue Eindrücke schlauchen auf die Dauer. „Der Lärm, die Menschen, der Verkehr – man hat nie Ruhe“, erklärt Tara, ebenfalls 32 Jahre alt. Doch die schönen Momente und Begegnungen geben Kraft: „Die Menschen steigen voller Freude aus – das motiviert.“

„Er musste auf Freunde warten, die in den Puff sind“

Im Trubel der Wiesn erleben die Rikschafahrerinnen allerdings auch immer wieder absurde Momente. Erst am Dienstag hatte Michaela einen Gast, den sie mehr als zwei Stunden herumfuhr – ohne Ziel. „Er musste auf Freunde warten, die in den Puff sind“, erzählt sie.

Um sich die Zeit zu vertreiben, lud der Mann sie noch auf ein Bier und Essen ein. „Macht man das oder nicht?“, fragte sich die 32-Jährige im ersten Moment. Doch es sei ohnehin Flaute gewesen, also stimmte sie zu. Alles ging gut.

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Italiener bespuckte Rikschafahrerin

Doch nicht alle Gäste verhalten sich so angenehm. „Ich hatte eine sehr unangenehme Fahrt mit drei Jungs aus Italien“, erzählt Sara. Einer der Männer habe sich nicht benehmen wollen, sei während der Fahrt immer wieder aufgestanden und habe die Deko zerstört.

Wegen der Sprachbarriere gestaltete sich die Kommunikation schwierig. Schließlich wurde sie von dem Fahrgast sogar bespuckt – zum Glück griff dann ein Passant ein und half. „Das war nicht so cool. Man macht wirklich einige schlechte Erfahrungen“, sagt sie.

Auf den Rikschas sind überwiegend Männer zu sehen. Nur vereinzelt mischen sich Frauen wie Sara und Michaela dazwischen. Bislang hätten sie noch keine unangenehmen Situationen erlebt, die sich auf das Geschlecht zurückführen lassen. „Die Menschen sind größtenteils sehr respektvoll, auch wenn sie betrunken sind“, beobachtet Michaela. Sara spricht von einem positiven Wandel in der Gesellschaft, der sich insbesondere in den vergangenen fünf Jahren abzeichne.

Bandenbildung: Rauer Umgang unter den Rikschafahrern

Umso überraschender war für Sara der raue Umgang unter den Rikschafahrern. „Man fühlt sich nicht mit allen wohl“, sagt sie. An manchen Stellen spricht sie regelrecht von einer Bandenbildung. „Grüppchen, die an den Plätzen ihre eigenen Regeln machen und sie regieren“, beschreibt sie. So könnten sie die Preise für die Fahrten hochtreiben. Auch deren Umgang mit Gästen werfe ein schlechtes Bild auf alle Rikschafahrer.

Den Haupteingang zur Theresienwiese steuert Sara deshalb abends gar nicht an, wenn sie Rikschafahrten anbieten will. Nur um Gäste abzusetzen, fährt sie hierhin und tritt dann für eine Leerfahrt in die Pedale. „Ich habe Orte gefunden, an denen ich mich wohlfühle und Spaß mit den Kollegen habe“, sagt sie.

„Es ist ein harter Job mit viel Konkurrenz“

Michaela bestätigt: „Man braucht eine gewisse Festigkeit in der Persönlichkeit. Es ist ein harter Job mit viel Konkurrenz.“ Im Team des Rikschaverleihers fühlen sich beide gut aufgehoben: „Der Chef steht hinter uns.“ So bringe der Job nicht nur gutes Geld, sondern auch eine Menge Spaß.

Dann wird es auch schon wieder Zeit, aufzubrechen. Die gut gelaunten Gäste haben die zwei Rikschas verlassen, schlendern zum Oktoberfest. Die kurze Verschnaufpause ist beendet, also treten Sara und Michaela wieder in die Pedale – irgendwo warten weitere Wiesnbesucher auf eine gemütliche Fahrt in der Rikscha.

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