Ein geplanter Übergangsjob führte Manfred Majoor in eine jahrzehntelange Karriere. Die Arbeit in dem Traditionslokal hat sich über die Jahre grundlegend verändert.
Ein geplanter Übergangsjob führte Manfred Majoor in eine jahrzehntelange Karriere. Die Arbeit in dem Traditionslokal hat sich über die Jahre grundlegend verändert.
Eigentlich wollte der Koch Manfred Majoor im Jahr 2001 nur für ein halbes Jahr im niederländischen Traditionsbetrieb Planken Wambuis aushelfen: „Sie fragten, ob ich sechs Monate bleiben wolle, und ich sagte 'ja'.“ Nach dem plötzlichen Abgang des damaligen Küchenchefs übernahm der heute 62-Jährige jedoch überraschend die Leitung.
Wie die niederländische Zeitung „De Stentor“ berichtet, steht Majoor mittlerweile seit fast 25 Jahren am Herd der bekannten Gaststätte zwischen Arnhem und Ede. Das Restaurant feiert in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen.
In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Abläufe in der Restaurantküche massiv gewandelt. Früher lieferten lokale Jäger ganze Tiere direkt an der Hintertür ab, die das Küchenteam eigenhändig zerlegen musste, berichtet „De Stentor“.
Verschärfte Qualitäts-, Nachweis- und Hygienevorschriften erschweren solche Praktiken heute, weshalb das Fleisch nun über reguläre Lieferanten bezogen wird. Durch die neuen Standards bleibt dem Team allerdings mehr Zeit für kulinarische Neuinterpretationen bekannter Gerichte. „Es funktioniert nur anders. Das lässt dir Zeit für andere Dinge“, sagt Majoor.
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Neben den abwechslungsreichen Aufgaben schätzt der Küchenchef vor allem die besondere Lage des Lokals im Naturschutzgebiet Veluwe. Die Arbeit im Grünen bietet für ihn einen klaren Kontrast zu fensterlosen Kellerküchen anderer Gastronomiebetriebe.
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Den Anfahrtsweg aus der nahe gelegenen Heimatstadt Wageningen nimmt er an vier Arbeitstagen pro Woche weiterhin auf sich. Wie „De Stentor“ meldet, denkt Majoor trotz der körperlichen Belastung vorerst nicht an den Ruhestand, erwägt jedoch eine Reduzierung seiner Arbeitsstunden. Er betont im Gespräch: „Im Moment bin ich hier noch am richtigen Ort.“
Auch in Deutschland entscheiden sich manche Menschen dafür, über das reguläre Rentenalter hinaus beruflich aktiv zu bleiben. Die Deutsche Rentenversicherung weist darauf hin, dass Beschäftigte nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiterarbeiten und gleichzeitig ihre Altersrente beziehen können. Ein unbegrenzter Hinzuverdienst ist dann grundsätzlich möglich. Wer den Rentenbeginn trotz erfüllter Voraussetzungen aufschiebt, kann außerdem einen Rentenzuschlag erhalten.
Ob jemand wie Manfred Majoor die Arbeit im Alter weiterhin in vollem Umfang ausüben möchte oder lieber Stunden reduziert, hängt natürlich auch von der körperlichen Belastung und den persönlichen Lebensumständen ab. Gerade in Berufen mit langen Arbeitszeiten und viel körperlicher Arbeit kann eine schrittweise Reduzierung eine Möglichkeit sein, länger beruflich aktiv zu bleiben.