2025 wurde in Wallerfangen gestritten, protestiert und gemeckert. Nicht alles lief rund – doch gleichzeitig wurden Schritte unternommen, die die Gemeinde in den kommenden Jahren bestimmen werden.
Serie | Wallerfangen · 2025 wurde in Wallerfangen gestritten, protestiert und gemeckert. Nicht alles lief rund – doch gleichzeitig wurden Schritte unternommen, die die Gemeinde in den kommenden Jahren bestimmen werden.
25.01.2026 , 11:30 Uhr
Rund 200 Bürgerinnen und Bürger kamen in die Walderfingia Festhalle, um zu erfahren, wann sie endlich wieder über die L 170 nach Dillingen fahren können. Die Schocknachricht: Sie müssen bis mindestens 2027 auf die Freigabe der Landstraße warten.
Foto: Nils StraßelDie Gemeinde Wallerfangen blickt auf ein äußerst lebendiges Jahr 2025 zurück. Es wurde viel diskutiert, es wurde sich geärgert, Bürger und Politiker haben für ihre Überzeugungen gekämpft und am Ende auch Lösungen gefunden. Einige Geschichten dominierten allerdings den Diskurs im vergangenen Jahr – allen voran die immer noch nicht beendete Sperrung der L 170 nach Dillingen.
Seit einem Erdrutsch im Januar 2024 ist die Straße nicht mehr vollständig befahrbar. Und nach über einem Jahr der Ratlosigkeit wurde das Verlangen der Wallerfangerinnen und Wallerfanger nach Antworten spürbar lauter. Mehrfache Forderungen, dass die Landstraße endlich wieder freigegeben wird oder zumindest ein konkreter Plan offengelegt wird, mündeten in einer großen Bürgerinformationsveranstaltung im Juli. Was Vertreter des Landesbetriebes für Straßenbau (LfS) dort präsentierten, konnte den Wallerfangern aber nicht gefallen. Da die Erdrutsch- und somit auch die Verletzungsgefahr entlang des Limberg immer noch sehr hoch sei, soll die Straße weiter gesperrt bleiben – voraussichtlich bis Ende 2027, weil die Strecke bis dahin mit Netzen gesichert wird. Von rund 200 Zuhörern in der Walderfingia Festhalle wurde diese Nachricht mit höhnischem Applaus und lauten Buhrufen quittiert. Immerhin bedeutet dieser Zeitplan, dass sie noch über ein weiteres Jahr lang vor Saarlouis im Stau stehen, wenn sie nach Dillingen wollen. Zudem leidet währenddessen die lokale Wirtschaft am Mangel an Laufkundschaft.
Kurz vor dem Jahreswechsel machten Fortschritte bei der Bauplanung aber noch Hoffnung auf eine schnellere Teillösung. Das saarländische Mobilitätsministerium bestätigte, dass die Strecke in drei Teilabschnitten gesichert werden soll – und dass der Abschnitt von Wallerfangen zur Dillinger Brückenstraße die beiden Kommunen schon im Laufe des kommenden Jahres wieder verbinden könnte.
Rund 70 Stammgäste des Wallerfanger Freibades haben im Juli eine Demo veranstaltet, um ihren Sorgen bezüglich des kaputten Schwimmerbeckens Gehör zu verschaffen. Sie forderten vom Gemeinderat, der Politik ein Ende zu setzen und so bald die möglich die Reparatur des Beckens zu beschließen.
Foto: Nils StraßelDas zweite große Streitthema des Jahres war das Wallerfanger Freibad. Ende März, nur wenige Wochen vor Beginn der Badesaison, kam es zur Katastrophe. Ein Jahr nachdem bereits das kaputte Nichtschwimmerbecken repariert werden musste, war nun auch die Wand des Schwimmerbeckens aufgeplatzt. Das ganze Jahr über mussten die Badefans darauf verzichten – währenddessen wurde im Gemeinderat diskutiert, wie man damit umgehen soll. Lange konnte man sich nicht einigen: Während SPD und Verwaltung eine schnelle Reparatur mit Glasfaserfolie vergleichbar zum Nichtschwimmerbecken wollten, sahen Freie Wähler und CDU die Maßnahme als nicht nachhaltig genug an. Als Mitte Juli immer noch keine Entscheidung feststand, und das Bad drohte, auch im kommenden Jahr nur eingeschränkt für Abkühlung sorgen zu können, organisierte eine Gruppe Bürger sogar eine Demo vor dem Rathaus und forderte eine schnelle Lösung. Am Ende gab der Rat ihrem Willen nach – die Arbeiten für die Beckenreparatur sind nun beauftragt und 2026 soll das Freibad wieder mit seinem kompletten Angebot in die Saison starten.
Das vergangene Jahr hatte in Wallerfangen aber auch einige gute Nachrichten in petto. Unter anderem, dass eine Nachfolgenutzung für den alten Rewe-Markt gefunden wurde, die allen Bürgerinnen und Bürgern zugutekommt. Im Kern von Wallerfangen ist im vergangenen Jahr der Bau des neuen Gesundheitszentrums „Villeroy und Galhau“ auf den Weg gebracht worden. Damit ziehen in Kürze Fach- und Allgemeinmediziner, ein Physiotherapiezentrum, eine Pädiatrie aber auch eine neue Bäckerei in das neue Gebäude zwischen Rathaus und Kirche. Läuft alles nach Plan, ist das Zentrum bis Mitte 2027 bezugsfertig.
Seit 2025 gehört auch ein berüchtigter Name in der Gemeinde der Geschichte an. Rund zehn Jahre nachdem die sogenannte „Giftkita“ auf der Adolphshöhe wegen giftiger Ausdünstungen im Innenbereich geschlossen wurde, steht endlich die Neueröffnung an. Im vergangenen Jahr wurden nicht nur der Umbau vorangetrieben und mit der Katholischen Kita ein Träger für die Einrichtung gefunden. Auch gab es einen neuen Namen für die Kita: St. Sophia – in Anlehnung an die in Wallerfangen von Adolphe de Galhau gegründete Sophienstiftung. 2026 soll die Kita öffnen und die Vergangenheit hinter sich lassen.
Das alte Rewe-Gebäude im Wallerfanger Ortskern wird einem neuen Gesundheitszentrum weichen. Die Pläne für das Projekt wurden im Sommer vorgestellt.
Foto: Robert ClausWeitere Schlagzeilen machten 2025 die Pläne der Gemeinde Wallerfangen, die letzte Vorkriegssynagoge des Saarlandes zu sanieren und einer neuen Nutzung zuzuführen. Oder der Fakt, dass im Süden von Ittersdorf auf einer Fläche von rund 40 Hektar der bis dato größte Solarpark unseres Bundeslandes entstehen soll. Wallerfangen blickt damit auf ein Jahr zurück, das anstrengend war – aber den Weg für spürbare Veränderungen bereitet hat.