Geschichte zum Anschauen und Eintauchen: Das Museum setzt auf außergewöhnliche Exponate und Virtual Reality.
Serie | Wallerfangen · Geschichte zum Anschauen und Eintauchen: Das Museum setzt auf außergewöhnliche Exponate und Virtual Reality.
22.09.2026 , 16:13 Uhr
Das Historische Museum Wallerfangen verbindet archäologische Schätze mit moderner Vermittlung und ehrenamtlichem Engagement. Welche Bedeutung die Einrichtung für den Ort hat, welche Exponate besonders hervorstechen und welche Pläne der Trägerverein verfolgt, erläutern Elfriede Bickelmann, Dr. Rudolf Echt, Rainer Darimont und Stefan Michelbacher im Interview.
Warum empfiehlt sich ein Besuch des Historischen Museums Wallerfangen?
Rainer Darimont Wallerfangen ist ein Ort mit vielen unterschiedlichen historischen Besonderheiten, die sich alle im Laufe der Zeit verändert haben. Das Spektrum reicht von der Entdeckung eines Faustkeils aus der Altsteinzeit, der direkt den Neandertalern zugeschrieben wird, über den Hortfund aus der Zeit der ganz frühen Kelten, dem keltischen Fürstensitz in Wallerfangen um 500 v. Chr. und die Förderung des Wallerfanger Blau in der Römerzeit bis hin zur Wallerfanger Keramik im letzten Jahrhundert. Wir zeigen im Museum auf, wie diese und andere Alleinstellungsmerkmale den Ort über die Jahrhunderte hinweg geprägt haben, wie sie sich selbst veränderten oder ersetzt wurden. Dabei präsentieren wir nicht nur die Exponate, sondern arbeiten die Geschichte auch audiovisuell und mittels Virtual Reality auf. Damit sprechen wir insbesondere ein jüngeres Publikum erfolgreich an. Mithilfe modernster Gestaltungsmöglichkeiten und der deutlichen Erweiterung der Ausstellungsflächen entwickeln wir auch überregional bedeutsame Themen der Wallerfanger Geschichte neu und machen sie Besuchern jeden Alters zugänglich.
Rudolf Echt Um 800 v.Chr., als Rom noch aus ein paar Hütten bestand, formierte sich auf Wallerfanger Boden bereits ein rituelles Zentrum, erkennbar an zahlreichen Deponierungen von Bronzegeräten, die als Gaben an die Götter interpretiert werden. Das umfangreiche Depot wurde 1850 zufällig entdeckt und gehört heute zu den Schätzen verschiedener überregionaler Museen. Repliken daraus können im Wallerfanger Museum besichtigt werden, genauso wie die Repliken des Goldschmucks der Keltenfürstin von Wallerfangen. Denn um 500 v. Chr. war der Limberg zu einer befestigten Residenz am Rande der keltischen Welt ausgebaut.
Welches ist das bedeutendste Exponat?
Darimont Wir haben bedeutende Exponate aus allen Epochen, von der Frühzeit bis hinein ins 20. Jahrhundert. Ich bin sicher, dass sich keiner von uns für ein einzelnes Exponat entscheiden kann. Dazu gibt es bei uns einfach zu viel zu sehen und zu erfahren.
Was würden Sie sich für das Historische Museum Wallerfangen wünschen?
Stefan Michelbacher Wir wollen neue Zielgruppen ansprechen und auch ein jüngeres Publikum vermehrt begeistern. Das Erlebnis der Virtual Reality im Kupferbergbau ist dabei nur ein Anfang. Zudem wünschen wir uns noch mehr jüngere Menschen, die bei uns im Verein mitarbeiten möchten – was uns teilweise sogar schon gelungen ist. Auch den Vorstand wollen wir in den kommenden Jahren verjüngen.
Elfriede Bickelmann Und nicht zuletzt wünschen wir uns, dass die Gemeinde uns weiterhin in einem so hohen Maße gewogen bleibt wie bisher. (lwg)