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Brandmauer ade

Дата публикации: 25-09-2026 07:00:00

Die Zeitungen (und eine Linke-Politikerin) arbeiten sich an dem Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak ab. Eine Gruppe israelkritischer Juden (darunter Eva Menasse, Susan Neiman und Deborah Feldman) nimmt die Linkspartei gegen Antisemitismusvorwürfe in Schutz. In der Welt kauft Güner Balci der Berliner Wahlsiegerin Elif Eralp ihre Distanzierung von islamistischen Gruppen und Antisemitismus nicht ab. Im sächsischen Heidenau fiel gestern die Brandmauer, berichtet die Bild: AfD, CDU und Freie Sachsen lehnten gemeinsam die Verlegung von Stolpersteinen für ein jüdisches Ehepaar ab. In der FAZ erklärt eine Zahnärztin, wie sie "von der Bürokratie stranguliert" wird.

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Nicht alle in der Linkspartei sind Antisemiten, sagt die Aktivistin Rosa Jellinek im Gespräch mit Uta Schleiermacher von der taz. Sie ist selbst in der Partei. Dass es Probleme gibt, gesteht sogar sie ein. "Es ist schon so, dass beispielsweise die Gruppe Marx21 und andere trotzkistische Untergruppen versuchen, Einfluss zu erlangen. Und es ist ein Problem, dass sich immer wieder Menschen in der Partei schützend vor bestimmte Personen stellen. Wäre ich nicht in der Partei, und würde nicht mitbekommen, wie vielen Mitgliedern dort der Kampf gegen Antisemitismus ein großes Anliegen ist, dann wäre ich auch enttäuscht. Und ich bin es ja auch trotzdem, das will ich gar nicht verhehlen." Insgesamt steht die taz weiter fest an der Seite der Linkspartei. Daniel Bax fürchtet, dass Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak wegen seiner trauten Chat-Kontakte (mehr sei aber nicht belegt!) zum "Bauernopfer im Koalitionspoker zwischen Berliner SPD, Grünen und Linken werden" könnte. Timm Kühn beklagt eine Kampagne gegen die Linkspartei, die den Antisemitismusbegriff entleere.

Auch Stephan Klenner und Laura Roban thematisieren in der FAZ Koçaks Clan-Kontakte und porträtieren den Abgeordneten, der sein Mandat vorerst ruhen lässt, ohne zurückzutreten: "Koçak tritt anders auf als das Parteiestablishment. Auch in politischen Reden verwendet er gerne den Neuköllner Slang. Er spricht Parteifreunde ebenso wie den Remmo-Sohn als 'Bruder' an. Für etliche junge Neumitglieder der Berliner Linken ist er eine Galionsfigur. Auf manche altgediente Linke wirkt Koçak hingegen unheimlich. Sie fürchten, seine Clankontakte könnten enger sein als bisher bekannt."

Eine Gruppe israelkritischer Juden (darunter Emily Dische-Becker, Eva Menasse, Susan Neiman und Deborah Feldman) nimmt die Linkspartei gegen Antisemitismusvorwürfe in Schutz: "Dass gerade die Linken ständig des Antisemitismus beschuldigt werden, ist nicht nur eine zynische politische Instrumentalisierung, sondern setzt beinahe jede Kritik an der israelischen Politik mit Antisemitismus gleich. Diese Flut an Anschuldigungen zielt darauf ab, andere Meinungen zu unterdrücken und das internationale Völkerrecht auszuhöhlen. Vor dem Hintergrund des überall anschwellenden Antisemitismus ist es nicht einfach eine neutrale Beobachtung, eine demokratische linke Partei herauszugreifen, sondern ein politisches Instrument, um Aufmerksamkeit ab- und umzulenken." Zeit online (hier) und taz (hier) berichten.

In der Welt nimmt die Neuköllner Integrationsbeauftragte Güner Balci der Berliner Wahlsiegerin Elif Eralp ihre Distanzierung von islamistischen Gruppen nicht ab. Zu gut hat sie die Reden von Eralp auf Al Jazeera in Erinnerung, die auf sie den Eindruck machten, Eralp "strebe das Amt der Bundeskanzlerin oder zumindest der Außenministerin an. So stark hat sie den Nahostkonflikt, zumindest für das arabischsprachige Publikum von Al Jazeera, zu einem ihrer Kernthemen gemacht. Dabei ging es nie um ein 'Hamas-freies Palästina', sondern stets um die Verteidigung derjenigen, die sich ein Palästina 'From the River to the Sea' wünschen - also einen palästinensischen Staat, in dem Israel nicht mehr existiert. Es ging nie um die Unterstützung eines Widerstands von Palästinenserinnen und Palästinensern gegen die Gewaltherrschaft der Hamas in Verbindung mit einer Verurteilung der israelischen Kriegsführung und Politik. Beim Einsatz der Linken für Gaza ging es stets nur um das Hamas-Narrativ eines palästinensischen Widerstands. Ein Narrativ, das Terror zum Freiheitskampf stilisiert. Bis heute ist das so." Allerdings stehe die Linke damit nicht allein: "Auch Teile der Berliner Grünen und der SPD haben diese Entwicklung vorangetrieben. Kritik am Islamismus und seinen Auswüchsen in Berliner Nachbarschaften wurde umgehend durch Rassismusdebatten erstickt. Elif Eralp war immer vorne mit dabei".

Wie rasend schnell gerade Brandmauern bröckeln, sieht man auch andernorts: Im sächsischen Heidenau sollten zwei Stolpersteine für Fritz und Martha Goldstein verlegt werden, die beide in der Nazizeit enteignet und aus Heidenau deportiert worden waren. Der Antrag wurde jedoch von AfD, CDU und einem Bürgerbündnis abgelehnt, berichtet die Bild-Zeitung. Die Diskussion war so absurd wie gruselig: "Ein Stadtrat sagte zu den Stolpersteinen: 'Die Opfer werden hier mit Füßen getreten.' Das wolle man nicht. ... Ein anderer Stadtrat sagte, er werde den Antrag ablehnen: 'Der Staat dürfe nicht vorschreiben, wie man gedenke. Es existiert Antisemitismus, deswegen muss man etwas dagegen machen.' Freie-Sachsen-Stadtrat Max Schreiber (39) sagte offen, er werde zustimmen: 'Einzelne Schicksale sind traurig, aber alle Schicksale sind traurig', verhöhnte der lokale Rechtsextremist die NS-Opfer. FDP-Stadtrat Norbert Bläsner (45) wollte das nicht stehen lassen und wurde laut. Linke-Politiker Steffen Wolf (62) fragte die AfD, ob sie 'Schiss' hätten und daher eine geheime Abstimmung forderten. Die Debatte entglitt, ein Stadtrat sprach im Zusammenhang mit Stolpersteinen von 'vergoldeten Straßen'."

Offenbar will die Stadtverwaltung von Heidenau jetzt lieber eine zentrale "Gedenkfläche" auf dem Friedhof anlegen, berichtet die taz und zitiert die Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden, Ekaterina Kulakova, die die Argumente des Stadtrats nicht nachvollziehen kann: "'Die Menschen nehmen Stolpersteine jeden Tag wahr', sagt sie auf taz-Anfrage. Die Jüdischen Gemeinden seien bislang nicht zu dem Vorhaben eines zentralen Gedenkorts in Heidenau angehört worden. Aber zu einem solchen, sagt Kulakova, würden Interessierte nur zwei Mal im Jahr gehen. 'Das dient nicht dem Erinnern, sondern dem Vergessen.'"

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