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Versorgungsquote, Navigatoren, Neubauten: Alles zum Kita-Start in Düsseldorf

Дата публикации: 04-08-2026 04:00:00




In den nächsten zwölf Monaten sollen in Düsseldorf an gleich neun Standorten zusätzliche Kita-Kapazitäten entstehen. Ebenfalls neu: ein Navigator für Kindertagespflege. Noch keine Rolle spielt die neue Beitragssatzung. Ein Überblick.



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Versorgungsquote, Navigatoren, Neubauten Alles zum Kita-Start in Düsseldorf

Düsseldorf · In den nächsten zwölf Monaten sollen in Düsseldorf an gleich neun Standorten zusätzliche Kita-Kapazitäten entstehen. Ebenfalls neu: ein Navigator für Kindertagespflege. Noch keine Rolle spielt die neue Beitragssatzung. Ein Überblick.

Kinder basteln gemeinsam in einer Düsseldorfer Kindertagesstätte.

Foto: Maximilian von Klenze/dpa/Maximilian von Klenze

Schon vor Beginn des neuen Kitajahres 2026/2027 in Düsseldorf gab es bei vielen Eltern vor allem ein Thema: die neue Beitragsstruktur. Künftig werden bis zu 35 Wochenstunden Betreuung in Kitas und der Kindertagespflege sowie im Offenen Ganztag bis 15 Uhr vollständig beitragsfrei angeboten. Jenseits von 35 Stunden setzt für Haushaltseinkommen ab 60.000 Euro brutto im Jahr eine Staffelung der Beiträge ein. Die Skala der Beiträge reicht von 230 Euro bis zu 800 Euro monatlich. Wichtig: Die Regelung tritt erst nächstes Jahr in Kraft – also mit Beginn des Kita-Jahres 2027/2028 ab 1. August 2027. Was hingegen für das aktuelle Kitajahr wichtig ist, fassen wir hier zusammen.

Am Samstag hat das Kitajahr 2026/2027 offiziell begonnen. Zum Stichtag stehen nach Auskunft der Stadt rund 27.500 Betreuungsplätze für Kinder bis zum Schuleintritt zur Verfügung. Man setze den Ausbau der frühkindlichen Bildungs- und Betreuungsangebote fort, heißt es. Bei Kindern ab drei Jahren gibt es in Düsseldorf eine Versorgungsquote von über 100 Prozent. „Damit kann Familien in dieser Altersgruppe wohnortnah ein Kita-Platz angeboten werden“, sagt die Stadt. Anders sieht es bei der Betreuung für Kinder unter drei Jahren aus. Auch wenn die Kapazitäten dort weiter ausgebaut werden sollen, wird im neuen Kita-Jahr hier eine Versorgungsquote von rund 58 Prozent erreicht. Das seien aber rund vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Familien, die bislang noch keine Platzzusage erhalten haben, sollten sich im Kita-Navigator registrieren. Sobald ein Kind angemeldet ist, erfolge die Platzvergabe anhand eines „transparenten Verfahrens“, heißt es von der Stadt. Seit Anfang dieses Jahres setzt man im Rahmen eines Modellprojekts auf zentrale und einheitliche Vergabekriterien. Informationen und Unterstützung bei der Vermittlung von Kita- und Kindertagespflegeplätzen erhalten Eltern beim i-Punkt Familie unter [email protected] oder telefonisch unter 0211 8998870.

„Die Landeshauptstadt Düsseldorf investiert weiterhin konsequent in die Qualität der Kinderbetreuung und zusätzliche Betreuungsplätze. Gut ausgebildete Fachkräfte, moderne pädagogische Konzepte und verlässliche Angebote machen Düsseldorf zu einem starken Bildungsstandort für Familien“, sagt Stadtdirektor Burkhard Hintzsche. „Gute Bildung und Betreuung darf keine Frage des Geldes sein.“

Im Kita-Jahr 2026/2027 sind neun Neueröffnungen in Düsseldorf geplant. An der Löbbeckestraße, den Deiker Höfen, am Akazienweg, an der Festenbergstraße, am Tulpenweg und an der Kaldenberger Straße entstehen Neubauten von Tageseinrichtungen für Kinder mit insgesamt 345 Plätzen, 103 davon im U3-Bereich. An der Volmerswerther Straße und am Dechenweg entstehen zusammen 51 neue Plätze, davon 28 im U3-Bereich. Am Offenbacher Weg entsteht ein Erweiterungsbau des Familienzentrums mit 20 Plätzen im U3-Bereich.

„Gemeinsam mit den freien Trägern fördert die Stadt weiterhin die Ausbildung pädagogischer Fachkräfte“, heißt es in einer Mitteilung. In den städtischen Kindertageseinrichtungen absolvieren im kommenden Kita-Jahr demnach mehr als 200 Personen eine Ausbildung. „Zur Unterstützung der Praxisanleitenden und Auszubildenden finanziert Düsseldorf sechs zusätzliche Vollzeitstellen für die Ausbildungskoordination, vier davon bei freien Trägern.“ Gemeinsam organisieren die Ausbildungskoordinatoren im ersten Quartal erneut einen pädagogischen Fachtag mit rund 200 Fachkräften, Auszubildenden, Bildungsträgern sowie Vertretern aus Wissenschaft und Politik.

Analog zum bereits etablierten Kita-Navigator soll im vierten Quartal 2026 der Kindertagespflege-Navigator (KTP-Navigator) an den Start gehen. Die neue digitale Plattform bringt Familien und Kindertagespflegepersonen zusammen. Damit will man die Kindertagespflege als gleichwertige Betreuungsform stärken, insbesondere für Kinder unter drei Jahren. Das Amt für Soziales und Jugend reagiere mit dem Navigator auf die gestiegenen Anforderungen bei der Platzvergabe, heißt es. Gleichzeitig soll die Sichtbarkeit der Kindertagespflege erhöht werden.

Stadt fördert Projekte für mehr Bewegung im Kita-Alltag

Aus dem Projekt „Medita Düsseldorf – Medien in der Kita“ habe sich ein trägerübergreifendes Netzwerk verschiedener Kitas entwickelt, erklärt die Stadt. Das Modellprojekt richtet sich an Kinder, Kita-Teams sowie Eltern und unterstützt die systematische Integration von Medienbildung in den Kita-Alltag. Es wird vom LVR-Zentrum für Medien und Bildung in Kooperation mit dem Amt für Soziales und Jugend begleitet.

Auch die Düsseldorfer Musik-Kitas sind längst Teil der Kita-Landschaft. Sie werden von der Clara-Schumann-Musikschule sowie dem Amt für Soziales und Jugend bei ihrer musikpädagogischen Arbeit begleitet.

Derzeit gibt es zudem 26 anerkannte Bewegungskitas im Stadtgebiet. Landessportbund, Stadtsportbund und das Amt für Soziales und Jugend erwarten noch in diesem Jahr weitere Kitas, die sich dafür qualifizieren. Vom 13. bis 15. Oktober werden zudem rund 350 Kinder gemeinsam mit ihren pädagogischen Fachkräften Spiel- und Bewegungsangebote in der Leichtathletikhalle im Arena-Sportpark ausprobieren. Organisiert wird die Veranstaltung vom Sportamt und dem Amt für Soziales und Jugend. Die Anmeldung erfolgt über die jeweilige Kita.

Auch das Wassergewöhnungsprojekt „Wasserspaß in der Kita“ startet voraussichtlich im Oktober 2026 in die zweite Runde. Das Projekt richtet sich mit dem Angebot an Kinder im letzten Kita-Jahr sowie an Eltern, die gemeinsam mit ihren Kindern den sicheren und spielerischen Umgang mit dem Element Wasser lernen. Begleitet werden die Angebote von geschulten Schwimmlehrkräften sowie den pädagogischen Fachkräften der jeweiligen Kitas.

Darüber hinaus fördert die Stadt Düsseldorf weitere Projekte für mehr Bewegung im Kita-Alltag, die trägerübergreifend für alle Kitas entwickelt und angeboten werden. Dazu gehören das stadtteilbezogene Projekt „Fortuna bewegt“ in Flingern, das Laufradmobil sowie das Teilprojekt „Power Play“ der Düsseldorfer Präventionskette.

„Unsere Einrichtungen sind Bildungsorte, an denen Kinder jeden Tag wichtige Erfahrungen sammeln, Selbstvertrauen entwickeln und für ihren weiteren Bildungsweg gestärkt werden“, sagt Stephan Glaremin, Leiter des Amtes für Soziales und Jugend. „Eine gute Kita-Bildung basiert auf einem ganzheitlichen Bildungsansatz. Dazu gehören neben sprachlicher Förderung auch Koordination, Motorik-, Musik- und Bewegungsangebote sowie sozial-emotionale Kompetenzen. Auch digitale Medien gehören mehr und mehr zur Lebenswelt unserer Kinder. Deshalb ist es unsere Aufgabe, sie frühzeitig auf einen kreativen, selbstbestimmten, aber auch kritischen Umgang damit vorzubereiten.“

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