Ein 31-Jähriger aus Bristol verlor nach einem privaten Bruch seine Unterkunft. Obwohl er Vollzeit arbeitet, blieb ihm am Ende fast kein Geld mehr.
Ein 31-Jähriger aus Bristol verlor nach einem privaten Bruch seine Unterkunft. Obwohl er Vollzeit arbeitet, blieb ihm am Ende fast kein Geld mehr.
Sam Singleton aus Bristol war 23 Nächte lang obdachlos. Der 31-jährige Mechaniker verlor nach einem privaten Rückschlag von einem Tag auf den anderen sein Zuhause. Wie „iNews“ berichtet, verbrachte er die ersten fünf Nächte in seinem Auto, danach auf Campingplätzen.
„Ich hätte nie gedacht, dass ich wohnungslos werden könnte“, schildert Singleton. Er habe gearbeitet, Geld verdient und ein Auto besessen. Gerade deshalb sei der Absturz für ihn so überraschend gekommen.
Hintergrund ist der besonders angespannte Mietmarkt. Laut BBC gilt Bristol inzwischen als die am wenigsten erschwingliche Mietstadt Englands. Das ONS gibt an, dass die durchschnittliche private Monatsmiete im August dort bei 1883 Pfund (etwa 2200 Euro) lag.
Für Singleton wurde die Wohnungssuche damit schnell zum Finanzproblem. Es zählte nicht nur die Miete, sondern auch Kaution, erste Zahlung und der Weg zur Arbeit. „Jede Zimmeranzeige wurde zu einer Rechenaufgabe“, beschreibt er die Lage.
Gleichzeitig kostete auch das Leben ohne Wohnung weiter Geld. Campingplatzgebühren, Sprit und Verpflegung belasteten sein Budget, während Hotels für ihn keine realistische Lösung waren. Nach seiner Schilderung rückte eine dauerhafte Lösung dadurch eher in die Ferne als näher.
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Schließlich fand er ein Zimmer für rund 630 Pfund (etwa 737 Euro) im Monat inklusive Nebenkosten. Hinzu kamen 500 Pfund (etwa 585 Euro) Kaution. Am Tag nach dem Einzug hatte er eigenen Angaben zufolge nur noch 41 Pence (etwa 48 Cent) auf dem Konto. Wie „iNews“ berichtet, sucht Singleton inzwischen nach besser bezahlter Arbeit.
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Die Wohnungsnot in England geht deutlich über einzelne persönliche Fälle hinaus. Laut Regierungsangaben lebten Ende März 2026 landesweit 135.580 Haushalte in temporären Unterkünften – so viele wie nie zuvor. Davon waren 86.460 Haushalte mit und 49.120 Haushalte ohne Kinder. Die Zahlen zeigen, dass sich die Krise nicht auf wenige Ausnahmefälle beschränkt, sondern längst ein breiteres strukturelles Problem geworden ist.
Parallel dazu weist die Parlamentsbibliothek darauf hin, dass die Nachfrage nach solchen Übergangslösungen seit Jahren wächst. Als zentrale Gründe werden der Mangel an sozialem Wohnraum und die fehlende Bezahlbarkeit vieler privater Mietangebote genannt, vor allem für Haushalte mit geringem oder mittlerem Einkommen. Hinzu kommt, dass Kommunen zunehmend auf teure Unterbringungsformen auf dem privaten Markt angewiesen sind, was die Lage weiter verschärft.