Frittieröl im Tank spart Geld, verlangt aber regelmäßige Wartung. In Frankreich landet es angesichts der hohen Spritkosten vermehrt im Tank.
Frittieröl im Tank spart Geld, verlangt aber regelmäßige Wartung. In Frankreich landet es angesichts der hohen Spritkosten vermehrt im Tank.
Hohe Dieselpreise treiben in Frankreich einige Autofahrer zu ungewöhnlichen Lösungen. Besonders bei älteren Fahrzeugen rückt gebrauchtes Speiseöl aus Restaurants als günstiger Ersatz in den Fokus. Darüber wird in einer von TV5 Monde veröffentlichten AFP-Meldung berichtet.
Verwendet wird altes Frittieröl aus der Gastronomie. Es wird gefiltert und anschließend mit Diesel vermischt. Je nach Jahreszeit reicht das Mischungsverhältnis von eins zu neun bis neun zu eins. Wer auf diese Alternative setzt, darf jedoch den zusätzlichen Einsatz nicht unterschätzen. Der Autofahrer Yann Deva sagte gegenüber AFP: „Man muss sich die Hände schmutzig machen und viel öfter Wartungsarbeiten durchführen.“
Auslöser sind die hohen Kraftstoffkosten. Bei Dieselpreisen von mehr als 2,35 Euro je Liter suchen manche Fahrer nach billigeren Alternativen. Obwohl die Nutzung offiziell noch nicht erlaubt ist, schreckt das nicht alle ab. Der Autofahrer Deva nennt das gegenüber AFP „legitimen Ungehorsam“. Er sei bereits rund 60.000 Kilometer mit Frittieröl im Tank gefahren. Geeignet sind laut jedoch nur ältere Dieselmotoren mit indirekter Einspritzung.
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Die Idee ist alt: Schon 1900 lief in Paris ein Motor mit Erdnussöl. Trotzdem bleibt Speiseöl als Dieselersatz in Frankreich nur eine Nischenlösung. Vereine sammeln dafür gebrauchtes Öl aus Restaurants ein und geben es günstig weiter. Doch trotz wachsender Nachfrage sind die rechtlichen Hürden in Frankreich weiter nicht geklärt. Der Gründer des Vereins „Roule ma frite 17“ beobachtet das gestiegene Interesse schon länger: „Sobald der Diesel 2,40 Euro an der Zapfsäule überschritt, gab es wirklich einen enormen Anstieg.“
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Seit 2023 erlaubt ein Gesetz die Verwendung von Altöl zwar grundsätzlich. Die nötigen Ausführungsbestimmungen fehlen jedoch bis heute. Deshalb ist die Nutzung als Kraftstoff noch nicht erlaubt. Doch selbst bei geklärten rechtlichen Rahmenbedingungen wäre der Effekt überschaubar: Altöl könnte höchstens einen halben Prozentpunkt des französischen Dieselverbrauchs ersetzen.
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In Deutschland ist speiseölbasierter Diesel offiziell erhältlich, wie „CHIP.de“ aufklärt. Der Kraftstoff heißt HVO100 und wird seit Mai 2024 an Tankstellen verkauft. Vor dem Tanken ist aber ein Blick auf die Fahrzeugfreigabe wichtig: Steht am Tankdeckel „XTL“, darf Ihr Auto HVO tanken. Ohne diese Herstellerfreigabe sollten Dieselfahrer den Kraftstoff nicht verwenden.
Laut ADAC besteht ist die Diesel-Alternative HVO100 vollständig aus Speiseöl oder Fettresten. Der Kraftstoff kann die CO2-Bilanz dadurch um bis zu 90 Prozent verbessern. Günstiger ist er aber nicht unbedingt.
Dem ADAC zufolge kostete der Liter Diesel nach Einführung des Tankrabatts in Berlin am 7. Oktober zwischen 2,05 und 2,17 Euro. Der HVO100-Literpreis lag zu diesem Zeitpunkt zwischen 2,16 und 2,17 Euro. Auch frühere Stichproben des ADAC zeigten meist einen Aufpreis. Er lag typischerweise bei etwa sechs bis zehn Cent pro Liter.
In Deutschland existiert mit „Jeder Tropfen zählt“ auch ein strukturiertes Sammelsystem für gebrauchtes Speiseöl. Teilnehmende Haushalte füllen Altfett in spezielle Flaschen und tauschen sie an öffentlichen Automaten gegen leere Exemplare. Das Material wird anschließend chemiefrei aufbereitet und zu klimafreundlichem Biodiesel weiterverarbeitet. Inzwischen gibt es das Programm in drei Städten und 16 Landkreisen, großteils im Süden des Landes.