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Der Ölpreis ist nicht der Grund: Warum Diesel teurer ist als Benzin

Дата публикации: 22-07-2026 05:09:00

Diesel wird jetzt wieder teurer als Benzin, und das liegt auch an Russland.

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Autofahrer konnten nur kurz durchschnaufen: Der Iran blockiert wieder die Straße von Hormus und die Ölpreise steigen erneut. Diesel wird jetzt wieder teurer als Benzin, und das liegt auch am Konflikt zwischen Russland und der Ukraine.

Seit einigen Tagen ist Diesel an deutschen Tankstellen wieder teurer als Benzin, obwohl Dieselkraftstoff eigentlich um 20 Cent weniger hoch besteuert wird. Der Grund für die Diskrepanz ist nicht der im erneut eskalierten Iran-Krieg wieder steigende Rohölpreis. Die Differenz zwischen den beiden Kraftstoffsorten habe vielmehr mit einer Knappheit des Diesels zu tun, erklärt Oliver Wagner von der Benzinpreis-App „Benzin.jetzt“. „Vom 8. bis 19. Juli verteuerte sich Diesel im Panel um rund 11 Cent, Super E10 nur um rund 6 Cent. Seit dem Kipppunkt hat sich der Abstand zudem ausgeweitet — von 2,2 Cent am 15. Juli auf 2,9 Cent am 19. Juli“, so Wagner.

Diesel wird knapp, auch wegen Russland und Ukraine

Der Anstieg der Rohölpreise erkläre zwar den allgemeinen Preissprung bei Kraftstoffen, nicht aber die starke Spreizung zwischen Benzin und Diesel. Denn es gab eine entscheidende Entwicklung auf dem Dieselmarkt: „Nach Angaben von S&P Global Energy CERA fielen in der Woche bis zum 10. Juli über 4 Millionen Barrel pro Tag russischer Raffineriekapazität aus, bei einer Gesamtkapazität von 6,9 Millionen Barrel. Am 8. Juli verhängte Russland ein Exportverbot für Diesel; die Diesel-Futures an der NYMEX stiegen am selben Tag um 11,6 Prozent“, so Oliver Wagner. Für Europa ist das relevant, obwohl die EU seit 2023 keine russischen Raffinerieprodukte importiert: Russlands bisherige Abnehmer decken sich auf denselben Märkten ein, aus denen auch Europa importiert. Damit wird das globale Angebot knapper und die Preise steigen. Grund für den Schritt Russlands, den Export zu verbieten, ist wiederum die Tatsache, dass die Ukraine systematisch russische Öl- und Gasinfrastruktur zerstört.

Manche Russen stellen auf Autogas um

Russlands Regierung hat zum Exportstopp offenbar keine Alternative. Tatsächlich gab es in Russland in den letzten Wochen vermehrt Berichte über leere Zapfsäulen. Viele Russen sollen sogar Fahrzeuge auf Autogas umgerüstet haben, weil es dort weniger Mangel gibt. Diese Möglichkeit gibt es aber nur bei Benzinfahrzeugen, nicht beim Diesel. Für Präsident Putin entwickelt sich die Versorgungslage zunehmend zum Problem.

Warum auch der Staat am Preisschock Schuld ist

Die Spritpreise steigen allerdings nicht überall so stark wie in Deutschland. Dass gerade hiesige Autofahrer so massiv getroffen werden – in Tschechien etwa ist Tanken gerade um rund 80 Cent pro Liter günstiger – hat auch politische Gründe, die vor allem in der Klimapolitik zu suchen sind. Denn je nach Kraftstoffart bestehen bis zu 70 Prozent des Endpreises an der Tankstelle aus Steuern. Die größten Preistreiber sind dabei:

  • Energiesteuer (früher Ökosteuer) – dieser Bestandteil ist ein fixer Posten.
  • CO2-Steuer (offiziell „CO2-Preis“) – sie wird regelmäßig stark erhöht, um herkömmliche Kraftstoffe zu verteuern (Benzin, Diesel, Heizöl, Gas). Die letzte Erhöhung fand gerade erst zum Jahresbeginn 2026 statt.
  • THG-Quote - die „Treibhausgasminderungsquote“ ist ein wenig bekanntes klimapolitisches Subventions-Instrument, das unter anderem die Elektromobilität querfinanziert und deren Kosten Autofahrer ebenfalls beim Tanken zahlen müssen.
  • Mehrwertsteuer – Auf sämtliche Steuern und Abgaben fällt dann noch einmal die Mehrwertsteuer an. Der Fiskus kassiert also bei jeder Benzinpreiserhöhung kräftig mit.
Preiswerter tanken - fünf Tipps

Mit diesen fünf Tipps sparen Sie jetzt an der Zapfsäule.

1. Vormittags tanken. Idealerweise zwischen 10 und 11 Uhr. Der günstigste Zeitpunkt ist direkt vor der 12-Uhr-Erhöhung. Die Preise sind dann am niedrigsten, weil sie seit dem Vorabend nur noch gefallen sein können.
2. Abends ab 20 Uhr als Alternative. Wer nicht bis zum nächsten Tag warten will, kann stattdessen ab 20 Uhr tanken. Die Ersparnis gegenüber dem Mittagspreis beträgt dann durchschnittlich 4,8 Cent pro Liter.
3. Preisvergleich nutzen. Da alle Tankstellen gleichzeitig um 12 Uhr erhöhen, aber unterschiedlich schnell danach senken, gibt es nachmittags größere Preisunterschiede als früher.
4. Nicht in Panik geraten. Der 12-Uhr-Sprung sieht dramatisch aus, ist aber kein Zeichen für eine Preisexplosion. Es ist die gebündelte Tageserhöhung, die früher über den ganzen Tag verteilt war.
5. Autobahntankstellen meiden. Der Autobahn-Aufschlag liegt im Schnitt bei 20 bis 30 Cent über dem Preis abseits der Autobahn. Bei 50 Litern sind das 10 bis 15 Euro Unterschied.

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