Erfolgreicher Start des Wuppertaler Gitarrenprojekts.
Wuppertal · Erfolgreicher Start des Wuppertaler Gitarrenprojekts.
20.10.2026 , 10:50 Uhr
Vor dem Abschlusskonzert gab es Preise, Sonderpreise und Urkunden für die Teilnehmer des Wettbewerbs.
Foto: Taro KataokaVon Freitag bis Sonntag fand das Wuppertaler Gitarrenprojekt statt. „Wir haben die Menschen, wir haben die Räume und unsere Zusammenarbeit wird noch enger, da lag es nah, ein Gitarrenprojekt in Wuppertal zu machen“, sagt Corinna Schäfer. Die Leiterin des Fachbereichs Zupfinstrumente an der Bergischen Musikschule (BMS) ist der Motor des Wuppertaler Gitarrenprojekts (WGP), das am Wochenende zum ersten Mal stattfand.
Bei diesem überregionalen Festival für junge Gitarristen und Gitarristinnen wurden Unterricht, Workshops, Masterclasses, Übe-Tipps, Podiumsgespräche, Auftrittstraining und vieles mehr angeboten. Das Kollegium der BMS, Studenten und Dozenten der Hochschule für Musik (HfMT) sowie Gastdozentinnen und -dozenten boten am Wochenende ein vielfältiges Angebot für Gitarristen aller Altersstufen und auf jedem Entwicklungsstand in der HfMT an der Sedanstraße und der BMS in der Hofaue.
Das Eröffnungskonzert in der Hochschule bot am Freitag einen fulminanten Auftakt. Als „Next Generation“ begeisterte vor allem der 18 Jahre junge Gitarrist Benno Panhans aus Rosenheim das zahlreich erschienene Publikum. Mit Werken vom Barock über Astor Piazzollas „Winter in Buenos Aires“ bis zu einer zeitgenössischen Hommage an Boccerini zeigte der Student des Mozarteums Salzburg perfekt und ausdrucksstark, welch hohe Kunst des virtuosen Gitarrenspiels möglich ist. Harald Trass und Taehu Kim – beide Master-Studenten bei Professor Reichenbach an der HfMT – zeigten ebenfalls ihr großes Können. Beide könnte man als „Enkel“ der Hochschule bezeichnen, denn der Professor, bei dem Taehu Kim in Südkorea das Bachelorstudium absolvierte, war Student an der HfMT in Wuppertal. Harald Trass studierte im estnischen Tallinn bei Professor Kirill Ogorodnikov – auch er ein Schüler Reichenbachs in Wuppertal.
Beim Konzertabend am Samstag präsentierten die vielfach ausgezeichneten Gitarristinnen Ema Kapor und Julia Trintschuk ein facettenreiches Programm in der Citykirche und am Sonntag konnten sich die Besucher im Bernd-Mischke-Saal der BMS an den Gitarrenklängen von Jhostin Guzmàn erfreuen, der unlängst an der HfMT sein Konzertexamen mit Auszeichnung bestanden hatte. Im zweiten Teil des Konzerts begleitete Jhostin Guzmàn den Liedgesang der Sopranistin Charlotte Komar.
„Das WGP knüpft an die Radevormwalder Gitarrenwoche an, einem bundesweit bekannten Kurs, der seit den 1980er Jahren jährlich von der dortigen Musikschule veranstaltet wurde“, erklärt Corinna Schäfer. Die letzte Gitarrenwoche fand 2023 statt. Jetzt wurde sie vom WGP abgelöst.
Ein wichtiger Bestandteil des WGP ist ein Jugendwettbewerb in den Altersstufen „bis 11 Jahre“, „12 bis 15“ und „16 bis 20 Jahre“. Die Jury unter dem Vorsitz von Professor Gerhard Reichenbach beurteilte die Wertungsspiele nach den Kriterien von „Jugend musiziert“. Junge Gitarristen konnten so den Stand ihres Könnens durch eine unabhängige Jury erfahren. Vor dem Abschlusskonzert gab es zahlreiche Preise, Sonderpreise und Urkunden. Dreizehn Wettbewerbsteilnehmer und mehr als 20 aktive WGP-Teilnehmer im Alter von neun bis 19 Jahren sehen die Veranstalter als gute Zahl. „Schließlich war es unsere Premiere“, sagt Corinna Schäfer.
Nach dem gelungenen Start wünschen sich alle Beteiligten eine Wiederholung des WGP. „Wir haben das erste Wochenende der Herbstferien als festen Termin ins Auge gefasst. Und wir hoffen, das Wuppertaler Gitarrenprojekt langfristig etablieren zu können. In diesem Jahr wurden wir glücklicherweise vom Förderkreis der Bergischen Musikschule und dem Förderkreis der HfMT Wuppertal unterstützt. Für eine Weiterführung brauchen wir dringend Sponsoren und Unterstützer, die unser Ziel der Nachwuchsförderung mittragen“, sagt Corinna Schäfer.
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