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Die AfD darf nicht das Maß aller Dinge sein: Richtig gehandelt ist halb gewonnen

Дата публикации: 18-10-2026 14:05:54

Serap Güler, CDU-Chefin in Köln, will sich nicht den Wert der eigenen Ideen nehmen lassen, gewiss nicht von der AfD. Sie dringt auf Selbstbewusstsein. Da hat sie einen Punkt.

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Der Umgang mit der AfD ist immer noch, immer wieder, nach Sachsen-Anhalt sogar ein ganz besonders drängendes Problem. Jawohl, ein Problem. Das Wort „Herausforderung“, das gerne stattdessen verwendet wird, würde es zu sehr beschönigen.

Es ist ein Problem, das vor allem die CDU trifft und betrifft. Sie voran muss eine Haltung dazu finden. Warum, das liegt offen zutage. Bundeskanzler und CDU‑Chef Friedrich Merz ist angetreten, die AfD zu halbieren; ihr sollte es nicht gestattet werden, sich als die Partei des Konservativen und des Bürgerlichen zu etablieren oder auch nur darzustellen.

Das hat nicht geklappt. Im Gegenteil: Unter Merz hat sich die AfD verdoppelt. Was also tun, um die Wähler, Anhänger, Sympathisanten zurückzugewinnen? Sie sollen wissen, dass ihre Stimmen nicht verloren sind, wenn sie der CDU gegeben werden. Serap Güler, CDU-Chefin in Köln, sagt: Wir stimmen nicht mit der AfD, aber wenn die AfD unseren Ideen zustimmen will, lassen wir sie uns nicht nehmen.

Güler – in Berlin Staatsministerin für Auswärtiges – ist nun nicht des Rechtsabweichlertums verdächtig, oder, gemeinsame Sache mit der AfD machen zu wollen. Vielmehr will sie sich nicht den Wert der eigenen Ideen nehmen lassen. Recht hat sie.

Gute Lösungen für notwendige Veränderungen dürfen nicht an der AfD hängen.

Stephan-Andreas Casdorff, Editor-at-Large

Die Politik muss dringend heraus aus der Falle, dass sie meint, nicht mehr handeln zu können, weil womöglich die Rechtsaußen zustimmen. Gute Lösungen für notwendige Veränderungen dürfen nicht an der AfD hängen. Die Gesellschaft wird immerhin zunehmend ungeduldig. Die anderen Parteien müssen jetzt mehr Selbstbewusstsein wagen.

Das bedeutet nicht, Anträge danach auszurichten, dass sie die AfD mitnehmen. Allen, die diesen Weg gehen wollen, sie frei nach Kurt Tucholsky gesagt: Das hochverehrte Publikum ist nicht so dumm. Die Öffentlichkeit bekommt schon mit, ob Anträge in Parlamenten in Inhalt und Sprache angepasst werden. Geschieht das, fällt es auf die zurück, die so handeln. Dann wählen die Leute das Original.

Das aber meint Güler gerade nicht. Und das kann auch keiner wollen, der die AfD halbieren will. Am besten gelingt das wohl durch gute, durch unbeirrte Sacharbeit, die sich nicht daran ausrichtet, wobei die AfD womöglich zustimmen könnte, sondern an den eigenen Überzeugungen.

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