Die kriselnde Warenhauskette Galeria hat zum vierten Mal in sechs Jahren die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. In Mitteldeutschland betreibt der Konzern noch vier Standorte.
AUDIO: Galeria-Beschäftigte erhalten Insolvenzgeld (1 Min)
Einzelhandel
Galeria erneut in finanzieller Schieflage – Insolvenzgeld bewilligtStand: 13.10.2026 09:50 Uhr
Der kriselnde Warenhauskonzern Galeria hat erneut die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. In Mitteldeutschland gibt es noch vier Galeria-Kaufhäuser. Die Bundesagentur für Arbeit hat mittlerweile bewilligt, dass die Beschäftigten Insolvenzgeld erhalten.
von MDR AKTUELL
Die angeschlagene Warenhauskette Galeria hat erneut Insolvenz beantragt. Das Unternehmen erklärte, der Antrag sei beim Amtsgericht Düsseldorf eingereicht worden. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen mit rund 12.000 Beschäftigten solle vorerst weiterlaufen.
In Mitteldeutschland hat Galeria noch Standorte in Dresden, Leipzig, Magdeburg und Erfurt.
Hintergründe für erneute Insolvenz noch unklarIn einer Mitteilung erklärte Galeria, der Antrag schaffe den rechtlichen Rahmen, um die aktuelle Situation zu ordnen, das Unternehmen zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Zukunft zu schaffen.
Zu den Hintergründen machte das Unternehmen auf Nachfrage zunächst keine weiteren Angaben. Galeria-Miteigentümer Bernd Beetz erklärte sein Bedauern, dass die Umstrukturierungsmaßnahmen bis jetzt nicht erfolgreich waren.
Ich bedauere, dass die Umstrukturierungsmaßnahmen bei Galeria nicht schnell genug Erfolg gezeigt haben. Galeria-Miteigentümer Bernd BeetzVerdi-Kritik: Keine nachhaltigen Investitionen durch Gesellschafter
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisierte, "haarsträubende Managementfehler" hätten zu dieser Entwicklung geführt. Die Gesellschafter hätten in den letzten Jahren nicht nachhaltig investiert.
Für die 12.000 Beschäftigten sei jetzt schnelle Aufklärung nötig, wie es weitergehe, forderte Verdi.
Beschäftigte erhalten InsolvenzgeldWie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sollen die Galeria-Beschäftigten Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit erhalten. Ein Sprecher der Bundesagentur machte auf Nachfrage zunächst keine Angaben und verwies auf den vorläufigen Insolvenzverwalter Frank Kebekus.
Das Insolvenzgeld soll über eine Bank vorfinanziert werden, damit es schnell zur Auszahlung kommen und die Konten der Beschäftigten erreichen kann. Damit ist eine Voraussetzung erfüllt, um den Geschäftsbetrieb zunächst fortzuführen. Zuvor hatten "Welt" und "Business Insider" berichtet.
Vierter Insolvenzantrag in sechs JahrenEs ist bereits der vierte Insolvenzantrag der Warenhauskette seit 2020. Den letzten hatte es vor gut zweieinhalb Jahren gegeben, damals noch unter dem Namen Galeria Karstadt Kaufhof. Im Zuge dieser Insolvenz mussten neun der damals noch 92 Warenhäuser schließen.
Seit Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Die Namen Kaufhof und Karstadt verschwanden aus dem Firmennamen.
dpa (kkö,fef)
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