Spätestens seit dem Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin vor einem Monat ist das Thema Veranstaltungssicherheit wieder in aller Munde. Die beiden Kommunen Lebach und Schmelz wollen sich vor diesem Hintergrund nun zusammentun. Was geplant ist.
Lebach/Schmelz · Spätestens seit dem Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin vor einem Monat ist das Thema Veranstaltungssicherheit wieder in aller Munde. Die beiden Kommunen Lebach und Schmelz wollen sich vor diesem Hintergrund nun zusammentun. Was geplant ist.
26.08.2026 , 18:03 Uhr
Viele Kommunen setzen bei der Absicherung ihrer Veranstaltungen seit einiger Zeit schon auf sogenannten Fahrzeugsperren. Auch die Stadt Lebach will sich solche jetzt anschaffen – und zudem mit der Gemeinde Schmelz für die Zukunft eine gemeinsame Sicherheitskooperation eingehen.
Foto: Michael Matthey/dpa/Michael MattheyKirmes, Grüne Woche oder Mariä Geburtsmarkt – im Spätsommer locken verschiedenste Veranstaltungen in die Region. Alleine zum Mariä Geburtsmarkt Mitte September in Lebach dürften wieder Tausende Saarländer strömen. Nicht zuletzt wegen des mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlages auf den Christopher-Street-Day in Berlin Ende Juli, bei dem eine Frau getötet und 31 weitere Menschen teils schwer verletzt wurden, ist das Thema Sicherheit auf Veranstaltungen jedoch wieder in den öffentlichen Fokus geraten. In Lebach will man vor diesem Hintergrund nun einen besonderen Weg gehen.
Auf der jüngsten Ratssitzung stimmten die Mitglieder einstimmig einem Vorschlag der Stadtverwaltung zu, wonach Lebach künftig mit der Gemeinde Schmelz in Sachen Veranstaltungssicherheit enger zusammenarbeiten will. Konkret planen beide Kommunen demnach eine gemeinsame Sicherheitskooperation zu schließen, um sich gegenseitig kostenlos mit speziellen mobilen Absperrungen für ihre Veranstaltungen auszuhelfen. Nach Aussagen von Lebachs Bürgermeister Klauspeter Brill (parteilos) wäre es eine der ersten Kooperationen dieser Art im Saarland.
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Wie im Lebacher Rathaus erhofft man sich dabei auch in Schmelz von einer solchen Vereinbarung konkrete Vorteile. Zwar müsste nach dem Lebacher Stadtrat auch zuerst noch der Schmelzer Gemeinderat einer solchen Kooperation grünes Licht geben, wie Schmelz Bürgermeister Wolfram Lang (SPD) betont. Vorbehaltlich der Zustimmung des Rates hätten beide Kommunen durch eine derartige Zusammenarbeit jedoch „eine größere Anzahl an Zufahrtssperren zur Absicherung ihrer jeweiligen Veranstaltungen zur Verfügung“, erklärt Lang.
Hierdurch ließen sich auch die Kosten für die Anschaffung von zusätzlichen Sperren für die beiden Kommunen sparen. Denn insbesondere bei Großveranstaltungen sei die Anzahl eigener derartiger Systeme „bei Weitem nicht ausreichend“, wie auch Lebachs Bürgermeister Klauspeter Brill erklärt.
Während die Gemeinde Schmelz bereits seit dem vorherigen Jahr über spezielle Fahrzeugsperren verfügt und mit diesen nach eigenen Angaben auch gute Erfahrungen gemacht hat, will die Stadt Lebach jetzt ebenfalls mehrere derartige Überfahrsperren anschaffen. Denn bisher müsste die Stadt laut Bürgermeister Klauspeter Brill bei ihren Veranstaltungen auf Behelfsbarrieren wie Absperrgitter, Bauzäune oder Bauhoffahrzeuge als provisorische Absperrungen zurückgreifen.
Diese böten nicht nur zu wenig Schutz vor möglichen Amokfahrten, sondern würden auch jedes Mal Personal binden. „Es braucht beispielsweise für jedes Fahrzeug einen Fahrer, damit dieses im Falle eines Noteinsatzes auch den Weg freimachen kann“, schildert Brill im Gespräch mit unserer Zeitung.
Darüber hinaus verweist wie sein Lebacher Amtskollege auch der Schmelzer Rathauschef im Gespräch mit unserer Zeitung auf ein rechtliches Problem in diesem Zusammenhang: „Das Problem im Saarland ist, dass es momentan keine gesetzliche Regelung gibt, was das Vorhalten von Sicherheitskonzepten und damit auch Zufahrtssperren, die Teil dieses Konzeptes sind, gibt“, so Lang. Gerade für Veranstalter sei die Verantwortung in Sachen Sicherheit jedoch im Vergleich zu den letzten Jahren „extrem gestiegen“.
Unabhängig von der jetzt anvisierten Sicherheitskooperation soll die Stadt Lebach aber bereits jetzt bei ihren anstehenden Veranstaltungen von der Gemeinde Schmelz aus unterstützt werden. Nach Angaben aus dem Lebacher Rathaus habe die Gemeinde zugesagt, ihre mobilen Fahrzeugsperren für die demnächst in Lebach stattfindende „City Fight Night“ und den Mariä Geburtsmarkt zur Verfügung zu stellen. (nic)