Nach einem 14:18-Rückstand zur Pause dreht der TSB Gmünd die Partie gegen die Rhein-Neckar Löwen II und feiert mit dem 32:31 den ersten Sieg in der 3. Liga.
Stand: 06.09.2026, 14:53 Uhr

Nach einem 14:18-Rückstand zur Pause dreht der TSB Gmünd die Partie gegen die Rhein-Neckar Löwen II und feiert mit dem 32:31 den ersten Sieg in der 3. Liga.
Schwäbisch Gmünd. Pures Drama bei der Heimspiel-Premiere, doch der TSB Gmünd ist angekommen in der neuen Spielklasse. Das Team von Trainer Aaron Fröhlich dreht gegen die Rhein-Neckar Löwen II einen 14:18-Halbzeitrückstand und ringt die Rhein-Neckar Löwen II mit 32:31 nieder.
Zuschauer sehen eine packende SchlussphaseDie 850 Zuschauer in der nahezu vollbesetzten Großen Sporthalle mussten starke Nerven mitbringen – erst recht in der letzten Spielminute. Über die gesamte Dauer hatten sich der TSB Gmünd und die Rhein-Neckar Löwen II, unter anderem mit vier deutschen Jugend-Nationalspielern angetreten, rein gar nichts geschenkt.
Als der starke TSB-Rückraumrechte Stefan Scholz das Publikum über seinen sechsten Treffer zum 31:30 jubeln ließ, da stürmten die „Junglöwen“ nochmals schnell nach vorne und brachten ihren Linkshänder Adam Josza in Szene. Sein Schlagwurf wurde vom aufmerksamen Tormann Daniel Mühleisen pariert. Im direkten Gegenstoß spielte Scholz den erst 19-jährigen Lenny Schwenk frei, der nervenstark auf zwei Tore erhöhte.
Die Gäste verkürzenDie Gäste verkürzten prompt und entschlossen sich zu einer offenen Manndeckung. Der Gmünder Regisseur Kai Schäffner bekam einen leichten Kontakt, der Ball sprang nicht mehr richtig hoch und landete bei den Löwen. Alle Blicke gingen hoch zur Anzeigetafel, auf der die letzten zwei Sekunden heruntertickten. Es reichte dem Bundesliga-Nachwuchs nicht mehr für einen allerletzten Angriff. Umso größer war die Freude bei den „Jets“, die nach ihrer Auftaktniederlage vorige Woche in Pfullingen eine erste Duftmarke in der Drittklassigkeit setzten.
Danach hatte es zur Pause noch nicht ausgesehen. Der TSB begann stark und Linksaußen Niklas Burtsche und erzielte die ersten beiden Treffer. Doch immer wenn die Gmünder vorlegten, kamen die Löwen um ihren auffälligen Spielmacher Jan Kraft sofort wieder zurück. Auch nachdem Tormann Mühleisen ins leerstehende Tor zum 6:4 (9.) traf und der pfeilschnell gestartete Burtsche sogar auf 9:6 (12.) erhöhte.
Alles wieder ausgeglichenFünf Minuten später war wieder alles ausgeglichen, weil Gästekeeper Thomas Jendrsczok bis dahin den besseren Tag erwischt hatte als sein Gmünder Gegenüber. Die TSB-Verteidiger taten sich schwer, die flinken Löwen zu bändigen und kamen meist einen Schritt zu spät. Für Abwehrchef Andreas Maier war die Partie mit einer Roten Karte (20.) vorzeitig beendet, er hatte Kraft mit der Hand im Gesicht getroffen. Zwei weitere Unterzahl-Situationen kamen dem TSB teuer zu stehen. Beim 13:14 (25.) hatten die Gäste den Spieß erstmals umgedreht, waren eiskalt im Umschaltspiel und vergaben sogar die Chance zur Fünf Tore-Führung.
Beeindruckende ReaktionUmso beeindruckender war jene Reaktion, die die Jets nach Fröhlichs Kabinenansprache zeigten. Neuzugang Fabian Bauer rückte für Mühleisen zwischen die Pfosten, hatte auch Glück bei drei Aluminiumtreffen und in den ersten sechs Minuten nicht ein einziges Mal hinter sich greifen musste. Schnell war zu spüren, dass die zweite Halbzeit dem TSB gehören sollte.
Hausherren kommen heranSchäffner und Abt waren es, die sich in den Eins-gegen-Eins Situation energisch durchsetzen und ihr Team schnell wieder auf Tuchfühlung brachten. Beim 17:18 (37.) war der Anschluss wieder hergestellt. Linkshänder Scholz, der nun ebenfalls immer besser in Fahrt kam, traf dreimal in Folge. Ab dem 20:20 (40.) war es wieder das offene Spiel, welches sich die Hausherren gegen die Bundesliga-Talente erhofft hatten.
Nicht nur die Rhein-Neckar Löwen, auch der TSB Gmünd konnte aufstrebende Talente ins Rennen werfen. Kai Kiesel, der vergangene Saison noch in der Bezirksoberliga gespielt hatte, ordnete den Mittelblock an der Seite von Sören Winger oder Tom Abt. Auf der Halbposition erwies sich Schwenk als Abwehrexperte und suchte offensiv selbst unerschrocken die Entscheidung.
Die Führung zum 22:21 (44.) ging auf das Konto des Teamjüngsten, der bislang noch für die A-Jugend von Frisch Auf Göppingen im Einsatz war und nun vollständig beim TSB angekommen ist. Was dem Fröhlich-Team angesichts der Ausfälle von Maier, dem verletzten Yannik Leichs und dem angeschlagenen Christian Waibel sichtbar gut tat.
Zum Schluss bot sich das gleiche Bild wie zu Beginn: Der TSB legte vor, die Junglöwen antworteten schnell. Tom Abt bescherte den Gmünder in der Crunch-Time eine Zwei Tore-Führung, die bis zum 29:27 (55.) Bestand hatte. Letztlich wurde es ein Krimi, in dem der TSB die stärkeren Nerven bewies.
Mühleisen war auf die Torhüterposition zurückgekehrt und verhinderte gegen den bis dahin fehlerfreien Linksaußen Lucas Pabst zunächst den Ausgleichstreffer. Diesen holte Pabst nach (29:29/57.). Doch Scholz und Schwenk hatten das letzte Wort – bevor die hektische Schlussminute im erleichterten Gmünder Jubel endete.
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