Lange bleibt das Aufsteigerduell zwischen dem TSB Gmünd und der SG Regensburg offen. Am Ende unterliegen die „Jets“ mit 27:31 – eine Phase in dreifacher Unterzahl erweist sich als Knackpunkt.
Stand: 13.09.2026, 17:05 Uhr

Lange bleibt das Aufsteigerduell zwischen dem TSB Gmünd und der SG Regensburg offen. Am Ende unterliegen die „Jets“ mit 27:31 – eine Phase in dreifacher Unterzahl erweist sich als Knackpunkt.
Schwäbisch Gmünd. Drei Zeitstrafen auf einen Schlag – und plötzlich ist das Spiel weg. Der TSB Gmünd verliert ein lange offenes Aufsteigerduell gegen die SG Regensburg mit 27:31 (13:14), kommt dabei aber über die gesamte Spieldauer nicht an sein Leistungsmaximum heran. Mangelnde Cleverness wird eiskalt bestraft.
Bittere MinutenEs sind nicht ganz zwei Minuten gewesen, die den „Jets“ noch lange durch den Kopf gehen dürften. Mitte der zweiten Halbzeit stand der Aufsteiger kurzzeitig mit nur noch vier Spielern auf dem Feld und wurde aus einem 20:20-Gleichstand zum 20:24-Rückstand gedrängt. Der Knackpunkt einer Partie, die bis dahin völlig ausgeglichen war und in der ersten Gmünder Heimniederlage seit neun Monaten endete. Einen „klaren Trainingsfehler“ gestand Trainer Aaron Fröhlich hinterher ein: „Wir haben in der vergangenen Woche das Überzahlspiel trainiert. Hilfreicher wäre es gewesen, das Unterzahlspiel zu trainieren.“Ganz von ungefähr kam die Selbstkritik allerdings nicht. Schon sieben Tage zuvor beim 32:31-Sieg über die Rhein-Neckar Löwen II war der TSB nach mehreren Zeitstrafen mit vier Toren ins Hintertreffen geraten, konnte dies aber noch drehen. Die gleiche Hypothek war gegen Regensburg zu hoch.
Den Schwung nicht mitgenommenDen Schwung vom ersten Drittliga-Erfolg vermochte der TSB nicht mitzunehmen. Regensburg war zu Beginn einen Tick schneller und baute die Führung auf 6:3 (11.) aus. Niklas Burtsche hatte Pech mit einem Lupfer an die Latte, brachte sein Team mit drei Toren in Folge aber zum 6:6 (18.) zurück. Immer dann, wenn die Jets ins schnelle Umschaltspiel kamen, funktionierte es. Im gebundenen Angriff tat sich der TSB dagegen schwer. Spielmacher Tom Abt drehte mit einem schnellen Schlagwurf auf 10:9 (25.). Ein sehenswerter Kempa-Trick von Kai Schäffner auf Stefan Scholz zum 12:12 (28.) begeisterte die 800 Zuschauer. Zwei einfache Ballverluste sorgten dafür, dass der TSB zur Pause wieder mit 13:14 zurücklag.
TSB gleicht ausYoungster Lenny Schwenk und Arian Pleißner brachten nach der Pause kurzzeitig neuen Schwung. Schwenk glich zum 16:16 (35.) aus, Pleißner warf seine Farben mit 19:18 (39.) in Front. Insgesamt aber blieben die behäbig wirkenden Gmünder zu oft in der kompakten Regensburger Deckung fest. 13 technische Fehler allein in der zweiten Hälfte taten ihr Übriges.Bis zum 20:20 blieb es ein völlig offener Schlagabtausch. Nach Kai Kiesels erstem Drittliga-Tor schalteten die Gäste schnell um, Sebastian Simbeck war nur durch ein Foul von Andreas Maier zu stoppen. Die erste Zeitstrafe nach 40 Minuten war unstrittig – doch damit begannen die fatalen 117 Sekunden. Nils Eilers beging einen Wechselfehler. Mit zwei Mann weniger fing Tom Abt noch einen Pass ab, ehe ihm der Ball versprang. Beim Versuch, ihn zurückzuerobern, bekam Abt den Ellbogen von Felix Dettenthaler an die Schläfe und ging benommen zu Boden.
Die nächste ZeitstrafeWährend der Gegenstoß zum 20:22 rollte, reklamierte Fröhlich zu heftig. Der Trainer betrat unerlaubt das Spielfeld und handelte sich eine weitere Zeitstrafe ein. Für wenige Augenblicke war der TSB in dreifacher Unterzahl. Zwei misslungene Pässe von Lenny Schwenk an den Kreis nutzte Regensburg zu zwei Treffern ins leerstehende Gmünder Tor – 20:24 (44.).
TSB berappelt sichImmerhin berappelte sich der TSB in Gleichzahl wieder. Fabian Bauer sorgte mit Paraden für Rückenwind, Burtsche verkürzte auf 23:25 (48.). Auch Tom Abt biss auf die Zähne, fing einen weiteren Pass ab und besorgte im Konter selbst den 25:26-Anschlusstreffer (53.). Plötzlich schien wieder alles möglich.
Für Abt geht es nicht weiterDoch für Abt, der weiterhin über Schwindel klagte, ging es nicht weiter. Ohne den Kopf ihres Offensivspiels blieben die Gmünder fünf Minuten ohne eigenen Treffer. Eiskalte Regensburger machten mit einem 3:0-Lauf alles klar und bejubelten beim 27:31-Endstand verdient ihren ersten Sieg in der neuen Liga.
Zu viele Fehler, zu wenig Kreativität – die 117 spielentscheidenden Sekunden waren für den TSB nicht mehr zu reparieren. Ein Dämpfer, der schnell wieder korrigiert werden kann. Am kommenden Samstag um 19:30 Uhr gastiert mit der HSG Albstadt der nächste Mitaufsteiger in der Großen Sporthalle. Nach der bitteren Erfahrung gegen Regensburg dürfte eines feststehen: Unterzahl wird im Training diesmal ganz sicher eine größere Rolle spielen.
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