Beiersdorf kappt seine Prognose: Nach einem schwachen Halbjahr drohen dem Konzern 2026 Umsatzrückgänge und geringere Gewinne. Vor allem Tochtermarke Nivea schwächelt – Konsumflaute und Preisdruck setzen dem Konzern zu.
Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf erwartet nach einem Minus im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatzrückgang und weniger Gewinn. Beiersdorf rechne mit einem organischen Umsatzminus im niedrigen einstelligen Prozentbereich für die Sparte Consumer mit der Marke Nivea sowie auch für die gesamte Gruppe, teilte der Konzern am Montag mit.
Für die Gewinnmarge (Ebit-Marge vor Sondereffekten) im Konzern erwartet Beiersdorf nun mindestens 11,8 Prozent. Zuvor hatte der Konzern eine Marge leicht unter den 14 Prozent des Vorjahres in Aussicht gestellt.
Die Aktien reagierten mit einem deutlichen Kursrückgang auf die Quartalszahlen und den eingetrübten Jahresausblick. Sie fielen um bis zu 7,6 Prozent auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Monat. Dabei unterschritten sie die 20-Tage-Linie und kurzzeitig auch die 50-Tage-Linie, die als Indikatoren für den kurzfristigen Trend angesehen werden. Zuletzt notierten die Papiere 3,6 Prozent im Minus bei 77,76 Euro. Der Verlust im bisherigen Jahresverlauf vergrößerte sich auf rund 17 Prozent.
Die Zahlen für das erste Halbjahr hätten die Prognosen verfehlt, allerdings nicht gravierend, schrieb Analyst James Edwardes Jones von der kanadischen Bank RBC. Über einen weiteren Rücksetzer für die Erwartungen sei bereits viel diskutiert worden, nun sei er da.
Callum Elliott vom US-Analysehaus Bernstein Research sprach von einer Gewinnwarnung enormen Ausmaßes, in deren Folge der Analystenkonsens wohl um 15 Prozent sinken dürfte. Angesichts der ausbleibenden Fortschritte, die der Konsumgüterkonzern mit seiner Kernmarke Nivea mit ihrem zuletzt sehr schwachen Wachstum mache, sei dies aber auch kein so großer Schock.
Gründe für die Senkung der Prognose seien ein weiter schwieriger Hautpflegemarkt, eine schlechte Konsumstimmung der Verbraucher und eine langsamer als erwartet ausfallende Erholung bei Nivea. Im ersten Halbjahr schrumpfte der Umsatz im Konzern um 3,5 Prozent auf knapp fünf Milliarden Euro.
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Konzernchef Vincent Warnery (58) hatte im März gesagt, er rechne mit einem weiter unsicheren Marktumfeld. Vor allem die Kernmarke Nivea ist nach Jahren des Wachstums unter Druck geraten. Die Verbraucher achten mehr auf den Preis und sind wählerischer geworden. Rasche Besserung sei nicht in Sicht, hatte er schon damals gewarnt.
Die Neuausrichtung bei Nivea bleibe nun zentrale Priorität, hieß es vom Konzern: „Gleichzeitig wird es Zeit benötigen, bis sich die Maßnahmen vollständig in der Geschäftsentwicklung der Marke widerspiegeln.“
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