Dank Rückenwind aus den USA und China verbuchte L’Oréal ein starkes erstes Jahresquartal und übertraf mit dem schnellsten Umsatzwachstum seit zwei Jahren sogar die Erwartungen. Das beflügelt auch die Aktie des Kosmetikkonzerns.
Der französische Kosmetikkonzern L’Oréal ist im ersten Quartal 2026 stärker als erwartet gewachsen. Auf vergleichbarer Basis und bei stabilen Währungskursen kletterten die Erlöse im Jahresvergleich um 7,6 Prozent auf 12,15 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwochabend nach Börsenschluss in Paris mitteilte. Fachleute hatten im Schnitt ein geringeres Wachstum erwartet. Das Geschäft in China belebte sich spürbar, und auch das wichtige Luxusgeschäft wuchs.
Die L’Oréal-Aktie legte am Donnerstagmorgen kräftig zu. An der Pariser Börse gewann sie kurz nach Handelsstart fast 10 Prozent, zuletzt stand sie noch bei einem Plus von knapp 9 Prozent. Dabei überwand sie nicht nur die 21-Tage-Durchschnittslinie, die den kurzfristigen Trend signalisiert, sondern auch die mittelfristigen Trendlinien. An der 200-Tage-Linie für den längerfristigen Trend bei 374,40 Euro wurde sie nach einem kurzzeitigen Sprung darüber jedoch rasch ausgebremst.
Analysten zeigten sich beeindruckt: Das Zahlenwerk des Kosmetikkonzerns sei stark, resümierte Callum Elliott vom US-Analysehaus Bernstein Research. Das bereinigte organische Umsatzwachstum ergebe die stärkste Dynamik seit einigen Jahren. Nach zwei schwierigen Jahren scheine L’Oréal die Wende geschafft zu haben. David Hayes vom Analysehaus Jefferies lobte ebenfalls die Geschäftsdynamik. Dies gelte vor allem im Vergleich zu den Wettbewerbern, die bislang in diesem Jahr mit der Nachfrage zu kämpfen hätten.
L’Oréal hingegen spürte Rückenwind, nachdem sich die Märkte in den USA und China schon in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres zu erholen begonnen hatten. Die beiden Länder sind die größten Absatzmärkte des französischen Konzerns. Das Geschäft in Nordamerika wuchs im ersten Quartal auf vergleichbarer Basis im Jahresvergleich um 7,6 Prozent. Nordasien legte lediglich um 4,8 Prozent zu, allerdings lag die Wachstumsrate in China laut Mitteilung im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.
Konzernweit verzeichneten die Geschäfte mit Produkten etwa für Friseure sowie die Hautkosmetik überdurchschnittlich starkes Wachstum. Die beiden Segmente sind bezogen auf den Umsatz allerdings bedeutend kleiner als die Geschäfte mit Endkunden sowie Luxusprodukten. Diese beiden Bereiche legten auf vergleichbarer Basis um mehr als 5 Prozent zu.
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