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BASF: Chemiekonzern verschärft Sparkurs und kürzt Investitionen

Дата публикации: 27-02-2026 08:08:00

BASF zeigt sich für 2026 vorsichtig. Der Chemieriese aus Ludwigshafen kämpft mit Kostendruck, hohen Energiepreisen und geringer Auslastung. Entsprechend zurückhaltend ist der Ausblick. Anleger reagieren enttäuscht.

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BASF zeigt sich für 2026 vorsichtig. Der Chemieriese aus Ludwigshafen kämpft mit Kostendruck, hohen Energiepreisen und geringer Auslastung. Entsprechend zurückhaltend ist der Ausblick. Anleger reagieren enttäuscht.

27.02.2026, 14.52 Uhr

Angeschlagener Chemieriese: Werksgelände des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen
Angeschlagener Chemieriese: Werksgelände des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen

Angeschlagener Chemieriese: Werksgelände des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen

Foto: Uwe Anspach / dpa

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF stellt sich nach einem Gewinneinbruch auf ein weiteres schwieriges Jahr ein und reagiert mit ​einem verschärften Sparkurs. „2026 wird voraussichtlich ein weiteres Übergangsjahr, in dem unsere Industrie mit deutlichem Gegenwind rechnen muss“, sagte Vorstandschef Markus Kamieth (56) am Freitag in Ludwigshafen. Für das laufende Jahr erwartet Kamieth einen bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) zwischen 6,2 und 7 Milliarden Euro, nach 6,6 Milliarden im Vorjahr. Analysten hatten im Schnitt mit einem Ergebnis am oberen Ende der Spanne gerechnet.

Keine Markterholung in Sicht

Eine schnelle Besserung ist dem BASF-CEO zufolge nicht in Sicht. „Aus heutiger Sicht rechnen wir kurzfristig weder mit einer nennenswerten Markterholung noch mit einer deutlichen Entspannung der geopolitischen Lage“, erklärte er. Der Start ins erste Quartal habe sich wie erwartet „herausfordernd gestaltet“. Anleger reagierten mit Verkäufen: Die Aktie von BASF gab am Freitag zeitweise um 4 Prozent nach und gehörte zu den schwächsten Werten im Dax 40.

Die Dividende soll unverändert 2,25 Euro je Aktie betragen, trotz des aktuell schwierigen Geschäftsumfelds: Während sich die Mengen in China im Januar wegen des Neujahrsfestes dort sehr positiv ​entwickelt hätten, sei die Nachfrage in den übrigen Regionen schwach gewesen. Gegenwind komme zudem von negativen Währungseffekten, die das Ergebnis allein im ersten Quartal mit bis zu ⁠200 Millionen Euro belasten könnten. ⁠Eine schrittweise Erholung des globalen Marktumfeldes erwartet Kamieth erst später im Jahr und vor allem 2027.

Die gesamte Chemiebranche leidet unter einer der schwersten Krisen seit Jahrzehnten. Als Gründe gelten eine schwache Nachfrage, hohe Energiepreise, Überkapazitäten und zunehmende Konkurrenz aus China. Angesichts der mauen Aussichten will BASF seine ‌jährlichen Einsparungen bis Ende 2026 auf 2,3 Milliarden Euro hochschrauben. Zuvor waren 2,1 Milliarden Euro geplant.

„Wir sind gut durchinvestiert“

Erreicht ​werden soll dies unter anderem ‌durch einen Umbau der Serviceeinheiten. Pläne, dabei Stellen von Berlin nach Indien zu verlagern, hatten zuletzt für Unruhe in der Belegschaft gesorgt. Der Konzern baut bereits Stellen ab: Zwischen Ende 2023 und Ende 2025 sank die Zahl der Beschäftigten um 4800, die der Führungskräfte um 11 Prozent.

Zudem werden die Investitionen deutlich gekappt. Finanzvorstand Dirk Elvermann zufolge sollen die Sachinvestitionen in den Jahren 2026 bis ‌2029 auf insgesamt 13 Milliarden Euro begrenzt werden. Verglichen mit der Planung für den Zeitraum 2024 bis 2027 sei dies eine Reduzierung um mehr als 30 Prozent.

Nach den Investitionen der vergangenen Jahre sei das Unternehmen nun „gut durchinvestiert“, so Elvermann, und der Vorstand konzentriere sich daher nun auf Maßnahmen zur Stärkung der Bilanz. BASF komme aus der „Welle der Wachstumsinvestitionen“ heraus, die die letzten Jahre geprägt hätten – gemeint ist an erster Stelle der neue Verbundstandort im südchinesischen Zhanjiang, wo BASF 8,7 Milliarden Euro verbaut hat. Der Standort in der Provinz Guangdong ist die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte und wird im März eröffnet.

BASF besitze damit für die nächste Zeit „genug Kapazitäten für das Wachstum, das uns der Markt erlaubt“, ergänzte CEO Kamieth. Trotzdem werde BASF auch weiter investieren, unter anderem seien „signifikante“ Instandhaltungs-Investitionen für die Anlagen in Ludwigshafen vorgesehen.

Probleme im Stammwerk Ludwigshafen

Der Heimatstandort steht durch die andauernde Chemiekrise in Europa stark unter Druck. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr schrieb die BASF SE beim operativen Betriebsergebnis (EBIT) rund eine Milliarde Euro Verlust, die Probleme in Ludwigshafen tragen wesentlich dazu bei. Dort ist die Auslastung zuletzt leicht gestiegen, 2024 lag sie bei 80 Prozent. Doch der Personalabbau kostet.

Auch die jüngst angekündigten Pläne zum Verkauf von Tausenden ‌Werkswohnungen stoßen auf Kritik. Zwar sichert eine neue Standortvereinbarung ​die Jobs von rund 33.000 Beschäftigten bis Ende 2028, dennoch wird mit ‌einem weiteren Personalabbau gerechnet.

Am neuen Standort in Zhanjiang wird BASF 2026 noch kein Geld verdienen. Aufgrund der Überkapazitäten im chinesischen Binnenmarkt kann der Konzern mit seinen Produkten derzeit keine auskömmlichen Margen erzielen, berichtete Kamieth: „Wir gehen in China in einen überversorgten Markt.“ Zudem werden in diesem Jahr Kosten für den Hochlauf der Produktion das Ergebnis belasten. Ab 2027 soll es dann langsam, aber stetig aufwärtsgehen.

Der Vorstand hofft außerdem darauf, dass die Chinesen eigene alte Anlagen schließen und BASF mit seinem emissionsarmen, hochmodernen und in Rekordzeit gebauten neuen Standort in die Lücke stoßen kann. Gegen die kritische öffentliche Begleitung des Megaprojekts führt Kamieth ins Feld, dass man zumindest auf der Ingenieursseite absolut Großartiges geschaffen habe. Dazu hat man für die Bilanzpräsentation eigens ein Statement von Linde eingeholt, die beim Bau des Crackers – dem Herzen des Verbunds – als Technologiepartner mitgewirkt haben. Die Inbetriebnahme des Crackers sei „eine der schnellsten überhaupt“ gewesen, lässt sich Linde-CEO Sanjiv Lamba (61) zitieren.

Auch Kamieth lobt seine Mannschaft noch einmal explizit: „Was wir in der Komplexität und Qualität geleistet haben, macht uns sehr stolz.“

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BASF ‌hatte schon im Januar vorläufige ​Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 vorgelegt und dabei seine eigene Prognose verfehlt. Der Umsatz sank um rund 3 Prozent auf 59,7 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis fiel ​um mehr als 9 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro.

Unter dem ​Strich ​stand ein Nettogewinn von 1,6 Milliarden Euro nach 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Grund dafür waren vor allem Sondererträge im Zusammenhang mit Erstattungen aus Bundesgarantien für die bei Wintershall Dea in Russland enteigneten Vermögenswerte.

buc/mje/dpa-afx

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