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Rundfunkbeitrag: Beitragsservice verschickt keine Zahlungserinnerungen mehr

Дата публикации: 19-08-2026 09:32:18

Der Beitragsservice verschickt keine Zahlungserinnerungen mehr. Verkauft wird das als Fortschritt für den Beitragszahler. Es ist das Gegenteil.

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Es gibt in diesem Land genau eine Rechnung, die man bezahlen muss, ohne jemals etwas bestellt zu haben. Sie kommt vom Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio, sie beträgt 18,36 Euro im Monat, und sie ist fällig – ob man einschaltet oder nicht. Jetzt hat dieser Beitragsservice beschlossen, dass er die Beitragszahler künftig nicht mehr daran erinnert. Ein Leser des KURIER hat uns das Schreiben geschickt, mit dem ihm das mitgeteilt wurde. Überschrift: „Wegfall der Zahlungsaufforderungen“.

Drei Vorteile, und alle drei sind die des Absenders

Bisher kam alle drei Monate Post mit dem fälligen Betrag. Damit ist Schluss. „Dieses Verfahren entfällt zukünftig“, steht in dem Schreiben. Wer die Termine künftig vergisst, hat schlicht Pech.

Der Brief listet auf, warum das gut sein soll. Drei Vorteile sind es, und sie sind fett gedruckt. „Mehr Transparenz“ ist der erste. Alle Zahlungstermine stünden jetzt auf einen Blick, so könne man seine Zahlungen stets rechtzeitig veranlassen. Auf einem einzigen Blatt Papier, das man in drei Monaten in keiner Schublade mehr findet.

Dieser Brief ist bei vielen Deutschen eingeflattert, die ihren Rundfunkbeitrag nicht via Lastschriftmandat leisten wollen.

Dieser Brief ist bei vielen Deutschen eingeflattert, die ihren Rundfunkbeitrag nicht via Lastschriftmandat leisten wollen.Berliner Kurier

Der zweite Vorteil heißt „Weniger Papierkram“, in Anführungszeichen, so als wäre es ein Zitat des Lesers. Erklärt wird er so: „Sie erhalten weniger Schreiben, die Sie verwalten und entsorgen müssen.“ Man darf also weniger entsorgen. Vielen Dank auch.

Der dritte heißt „Effizienz und Nachhaltigkeit“. Weniger Papierverbrauch schone Ressourcen und reduziere Kosten, heißt es. Wessen Kosten, steht nicht dabei. Es sind die des Absenders.

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Der Satz am Ende des Briefes verrät, worum es geht

Aufschlussreich ist die Empfehlung im letzten Absatz. Man möge doch bitte ein Lastschriftmandat erteilen oder einen Dauerauftrag einrichten. Da ist sie, die eigentliche Botschaft. Wer dem Beitragsservice Zugriff auf sein Konto gibt, hat keine Probleme. Wer das nicht will, trägt ab jetzt das Risiko. Das ist keine Verwaltungsvereinfachung, das ist ein Anreizsystem.

Der Beitragsservice zieht es vor, dass man via Lastschriftverfahren zahlt.

Der Beitragsservice zieht es vor, dass man via Lastschriftverfahren zahlt.Horst Galuschka/Imago

Und es funktioniert nur in eine Richtung. Wer zu spät zahlt, bekommt Säumniszuschläge und im Ernstfall einen Festsetzungsbescheid. Wer zu viel zahlt, bekommt keine Zinsen.

Es trifft ausgerechnet die Falschen

Betroffen sind ausschließlich Menschen, die nicht am Lastschriftverfahren teilnehmen. Also jene, die ihre Bankdaten nicht herausgeben wollen. Und jene, die viermal im Jahr zur Bank gehen, weil sie es so gewohnt sind.

Der Beitragsservice bietet dafür fertige Kalendereinträge zum Herunterladen an. Für eine Zielgruppe, die gerade ihre Erinnerung auf Papier verliert, ist das ein bemerkenswerter Vorschlag.

Man muss sich das kurz vorstellen. Eine 78-Jährige, die gerade ihre Papier-Erinnerung verloren hat, soll sich einen Kalendereintrag aufs Handy laden. Das ist keine Hilfe. Das ist Hohn.

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Ja, es gibt eine andere Seite

Man muss fair bleiben: Vier Briefe im Jahr an Millionen Haushalte kosten wirklich Geld, die Termine wiederholen sich tatsächlich jährlich, und eine Erinnerungspflicht bestand rechtlich noch nie. Nach Paragraf 10 des Rundfunkbeitragsstaatsvertrags ist der Beitrag unaufgefordert zu zahlen. Angreifbar ist der Wegfall also nicht.

Nur ändert das nichts an dem Gefühl, das so ein Brief hinterlässt. Ein Beitrag, den niemand kündigen kann, wird bequemer für den, der ihn einzieht. Für die Zahlenden wird er nur unangenehmer.

Einen unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk kann man gut finden. Man möchte von ihm nur auch als jemand behandelt werden, der ihn bezahlt. 

Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.

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Классификация: Экономика. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 5.62. Источник: www.berliner-kurier.de.