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Bestandsaufnahme: Steht DVB-T2 HD wirklich vor dem Aus?

Дата публикации: 07-07-2026 16:43:00

Aktuell gibt es viele Spekulationen, ob es bald das Antennenfernsehen DVB-T2 HD nicht mehr geben wird. Wir liefern eine Bestandsaufnahme.

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Das digital-terres­trische Anten­nenfern­sehen DVB-T2 HD steht mgli­cher­weise vor dem Aus, heit es derzeit in vielen Gazetten. Doch was ist dran an den Gerchten, dass der terres­trische Verbrei­tungsweg eventuell zur Disposition steht?

Woher kommen berhaupt die Gerchte?

Die deutschen Mobil­funk­betreiber Deutsche Telekom, Telefónica Deutschland und Vodafone haben eine Studie bei WIK-Consult in Auftrag gegeben. Die Mobilfunker wollen weitere Frequenzen haben. Es geht um die potenzielle Nutzung von Frequenzen des UHF-Bands (470 bis 694 MHz), das aktuell fr das digital-terres­trische Fernsehen genutzt wird.

Eine Analyse der Nachfrage der ffent­lichen Mobil­funk­netz­betreiber, der Behrden und Orga­nisa­tionen mit Sicher­heits­aufgaben und des Rundfunks zeige, dass die Zuweisung eines Teils der Frequenzen fr den Mobilfunk konomisch vorteilhaft wre. Sofern ein Teil der Frequenzen fr den ffent­lichen Mobilfunk bereit­gestellt werden, knnte der ffentlich-rechtliche Rundfunk bei einer Verlagerung von DVB-T2 zu IP-Wegen ber zehn Jahre Einspa­rungen von bis zu 369 Millionen Euro erzielen und die Mobil­funk­netz­betreiber 2,7 Milliarden Euro beim notwendigen Netzausbau einsparen.

Warum ist der 600 MHz-Bereich fr den Mobil­funk­ausbau interessant?

Der Vergleich der poten­ziellen Nutzungen von Frequenzen aus dem UHF-Band zeige, dass die Nutzung von Teilen der Frequenzen fr ffentliche Mobil­funk­dienste deutliche volks­wirt­schaft­liche Vorteile hat. Fr die Netz­betreiber sind vor allem Frequenzen rund um 600 MHz lukrativ. Sie knnten mit vergleichs­weise wenig Aufwand (niedrige Frequenzen bedeuten eine niedrige Anzahl an Basi­stationen) die Versorgung auf dem Land, entlang von Verkehrs­wegen und in Gebuden verbessern, also genau dort, wo ein Netzausbau derzeit oft noch zu wnschen brig lsst.

Wie lange ist DVB-T2 noch gesichert?

Wie lange gibt es noch das Antennenfernsehen DVB-T2 HD? Wie lange gibt es noch das Antennenfernsehen DVB-T2 HD?
Foto: Image licensed by Ingram Image, Montage: teltarif.de
Generell geht es bei der aktuellen Diskussion darum, was ab dem Jahr 2031 passiert. Die DVB-T2-Plattform freenet TV, auf der vorrangig werbe­finan­zierte Privat­sender verschls­selt und kosten­pflichtig ausge­strahlt werden, hat jngst Vertrge mit Programm­anbie­tern abge­schlossen, die zum Teil bis Ende 2030 reichen. Vorher steht das Anten­nenfern­sehen also auch nicht zur Disposition und eine schnelle Abschaltung kommt nicht infrage.

Die ARD wrde gerne auch ber 2030 hinaus an DVB-T2 HD festhalten, whrend bei freenet TV eine Umwidmung eines Teils der Frequenzen oder sogar aller Kanle fr das mobile Anten­nenfern­sehen 5G Broadcast angedacht ist.

Wie viele Menschen nutzen DVB-T2 HD?

Im Vergleich zu Kabel und Satellit ist DVB-T2 eher ein Exot. Stationr nutzen laut einer Erhebung von Kantar aktuell 2,3 Millionen Haushalte DVB-T2, das sind lediglich 5,6 Prozent. Die Plattform freenet TV befindet sich seit Jahren im Abwrts­trend und erreicht Ende 2025 nur noch 416.000 zahlende Abonnenten. Noch 2020 waren es ber eine Million. Auch der Wegfall des Neben­kosten­privi­legs beim Kabel hat freenet TV keinen neuen Boom verschafft.

Fr die vergleichs­weise wenigen Zuschauer ist der Verbrei­tungsweg recht teuer: ARD und ZDF zahlten dafr von 2021 bis 2024 laut der Studie 290,2 Millionen Euro.

Was spricht fr die Beibe­haltung von DVB-T2 HD?

Fr den Fortbestand des Antennen-TVs sprechen die Unab­hngig­keit von Kabel- oder Inter­netver­trgen sowie die mobile Flexi­bilitt, etwa beim Camping, im Garten oder in weiteren Rumen neben dem Wohnzimmer (Zweit­fern­seher). Vor allem in Grostdten reicht zum Empfang eine Zimmer­antenne.

DVB-T2 ist auch klassischer Rundfunk und daher - anders als alle IP-basierten Wege - krisenfest, etwa bei Unwetter-Ereignissen.

Wie geht es jetzt weiter?

Auf der nchsten Welt­funk­konfe­renz (WWC), die 2027 in Shanghai stattfindet, ist der Fortbestand von DVB-T2 zunchst wohl kein Thema, da der terres­trische Empfangsweg bis ins nchste Jahrzehnt gesichert ist. Eine erneute berprfung der Frequenzen ist aber wieder fr die Welt­funk­konfe­renz im Jahr 2031 vorgesehen. Dann drfte es spannend werden, ob der Mobilfunk mit seinem Anliegen Erfolg hat.

Sicher werden die Nutzer­zahlen entschei­dend sein. Gehen sie weiter zurck und kommt die designierte Nachfolge-Technologie 5G Broadcast weiter nicht ins Fliegen, drfte das Aus fr das digital-terres­trische Fernsehen besiegelt sein.

Auch interessant: Die ARD wird das neue Rundfunk­verfahren 5G Broad­cast vorerst nicht im Regel­betrieb einfhren. Man hlt sich aber ein Hinter­trchen offen.

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