Aktuell gibt es viele Spekulationen, ob es bald das Antennenfernsehen DVB-T2 HD nicht mehr geben wird. Wir liefern eine Bestandsaufnahme.
Das digital-terrestrische Antennenfernsehen DVB-T2 HD steht mglicherweise vor dem Aus, heit es derzeit in vielen Gazetten. Doch was ist dran an den Gerchten, dass der terrestrische Verbreitungsweg eventuell zur Disposition steht?
Woher kommen berhaupt die Gerchte?Die deutschen Mobilfunkbetreiber Deutsche Telekom, Telefónica Deutschland und Vodafone haben eine Studie bei WIK-Consult in Auftrag gegeben. Die Mobilfunker wollen weitere Frequenzen haben. Es geht um die potenzielle Nutzung von Frequenzen des UHF-Bands (470 bis 694 MHz), das aktuell fr das digital-terrestrische Fernsehen genutzt wird.
Eine Analyse der Nachfrage der ffentlichen Mobilfunknetzbetreiber, der Behrden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben und des Rundfunks zeige, dass die Zuweisung eines Teils der Frequenzen fr den Mobilfunk konomisch vorteilhaft wre. Sofern ein Teil der Frequenzen fr den ffentlichen Mobilfunk bereitgestellt werden, knnte der ffentlich-rechtliche Rundfunk bei einer Verlagerung von DVB-T2 zu IP-Wegen ber zehn Jahre Einsparungen von bis zu 369 Millionen Euro erzielen und die Mobilfunknetzbetreiber 2,7 Milliarden Euro beim notwendigen Netzausbau einsparen.
Warum ist der 600 MHz-Bereich fr den Mobilfunkausbau interessant?Der Vergleich der potenziellen Nutzungen von Frequenzen aus dem UHF-Band zeige, dass die Nutzung von Teilen der Frequenzen fr ffentliche Mobilfunkdienste deutliche volkswirtschaftliche Vorteile hat. Fr die Netzbetreiber sind vor allem Frequenzen rund um 600 MHz lukrativ. Sie knnten mit vergleichsweise wenig Aufwand (niedrige Frequenzen bedeuten eine niedrige Anzahl an Basistationen) die Versorgung auf dem Land, entlang von Verkehrswegen und in Gebuden verbessern, also genau dort, wo ein Netzausbau derzeit oft noch zu wnschen brig lsst.
Wie lange ist DVB-T2 noch gesichert?
Wie lange gibt es noch das Antennenfernsehen DVB-T2 HD?
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Generell geht es bei der aktuellen Diskussion darum, was ab dem Jahr 2031 passiert. Die DVB-T2-Plattform freenet TV, auf der vorrangig werbefinanzierte Privatsender verschlsselt und kostenpflichtig ausgestrahlt werden, hat jngst Vertrge mit Programmanbietern abgeschlossen, die zum Teil bis Ende 2030 reichen. Vorher steht das Antennenfernsehen also auch nicht zur Disposition und eine schnelle Abschaltung kommt nicht infrage.
Die ARD wrde gerne auch ber 2030 hinaus an DVB-T2 HD festhalten, whrend bei freenet TV eine Umwidmung eines Teils der Frequenzen oder sogar aller Kanle fr das mobile Antennenfernsehen 5G Broadcast angedacht ist.
Wie viele Menschen nutzen DVB-T2 HD?Im Vergleich zu Kabel und Satellit ist DVB-T2 eher ein Exot. Stationr nutzen laut einer Erhebung von Kantar aktuell 2,3 Millionen Haushalte DVB-T2, das sind lediglich 5,6 Prozent. Die Plattform freenet TV befindet sich seit Jahren im Abwrtstrend und erreicht Ende 2025 nur noch 416.000 zahlende Abonnenten. Noch 2020 waren es ber eine Million. Auch der Wegfall des Nebenkostenprivilegs beim Kabel hat freenet TV keinen neuen Boom verschafft.
Fr die vergleichsweise wenigen Zuschauer ist der Verbreitungsweg recht teuer: ARD und ZDF zahlten dafr von 2021 bis 2024 laut der Studie 290,2 Millionen Euro.
Was spricht fr die Beibehaltung von DVB-T2 HD?Fr den Fortbestand des Antennen-TVs sprechen die Unabhngigkeit von Kabel- oder Internetvertrgen sowie die mobile Flexibilitt, etwa beim Camping, im Garten oder in weiteren Rumen neben dem Wohnzimmer (Zweitfernseher). Vor allem in Grostdten reicht zum Empfang eine Zimmerantenne.
DVB-T2 ist auch klassischer Rundfunk und daher - anders als alle IP-basierten Wege - krisenfest, etwa bei Unwetter-Ereignissen.
Wie geht es jetzt weiter?Auf der nchsten Weltfunkkonferenz (WWC), die 2027 in Shanghai stattfindet, ist der Fortbestand von DVB-T2 zunchst wohl kein Thema, da der terrestrische Empfangsweg bis ins nchste Jahrzehnt gesichert ist. Eine erneute berprfung der Frequenzen ist aber wieder fr die Weltfunkkonferenz im Jahr 2031 vorgesehen. Dann drfte es spannend werden, ob der Mobilfunk mit seinem Anliegen Erfolg hat.
Sicher werden die Nutzerzahlen entscheidend sein. Gehen sie weiter zurck und kommt die designierte Nachfolge-Technologie 5G Broadcast weiter nicht ins Fliegen, drfte das Aus fr das digital-terrestrische Fernsehen besiegelt sein.
Auch interessant: Die ARD wird das neue Rundfunkverfahren 5G Broadcast vorerst nicht im Regelbetrieb einfhren. Man hlt sich aber ein Hintertrchen offen.
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