Der TV-Empfang via Satellit und Kabelanschluss ist in Deutschland zwar immer noch dominant, doch er wird weniger. Immer mehr Haushalte nutzen fürs Fernsehen den Internetanschluss. Aber auch die Antenne sollte man nicht abschreiben.
Der Satellitenbetreiber SES, der ber die ASTRA-Satellitenflotte den deutschsprachigen Raum mit Fernsehen und Radio versorgt, hat seinen diesjhrigen TV-Monitor vorgelegt, in dem das Unternehmen aus dem luxemburgischen Betzdorf die Nutzung der TV-Empfangswege aufschlsselt. Demnach sind Satellit und Kabel weiterhin fhrend, verlieren jedoch zunehmend an Boden vor allem gegenber IPTV-Angeboten wie MagentaTV oder waipu.tv.
Laut dem vom Marktforschungsinstitut Kantar erstellten ASTRA-TV-Monitor 2025 empfangen von 35,36 Millionen TV-Haushalten in Deutschland 15,46 Millionen ihre Fernsehprogramme auf dem Hauptempfangsgert via Satellit. Das entspricht einem Marktanteil von 43,7 Prozent. Den Kabelanschluss nutzt mit 12,44 Millionen Haushalten nur noch etwas mehr als ein Drittel der Haushalte frs Fernsehen (35,2 Prozent).
Fernsehempfang: Laut ASTRA-TV-Monitor 2025 gewinnt IPTV an Reichweite, whrend Satellit und Kabel verlieren.
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„Der Satellit ist der meistgenutzte Empfangsweg in Deutschland“, sagt Christoph Mhleib, Geschftsfhrer der SES Germany. Fr ihn liegen die Grnde auf der Hand: „Satellitenfernsehen bietet Zuschauerinnen und Zuschauern eine berzeugende Kombination aus groer Programmvielfalt in hervorragender Bildqualitt, ganz ohne monatliche Empfangsgebhren und mit hoher Signalstabilitt.“
Fr SES-Germany-Geschftsfhrer Christoph Mhleib sprechen die Programmvielfalt, Bild- und Signalqualitt fr den Sat-Empfang. Doch auch die Tatsache, dass keine monatlichen Gebhren anfallen, fhrt nicht dazu, dass der Empfangsweg seine Reichweite erhhen konnte.
Foto: SES Germany
Doch sowohl der Satellit als auch das Kabel ben an Reichweite ein. Im ASTRA-TV-Monitor 2024 betrug der Anteil des Satelliten noch 44,8 Prozent (16,02 Millionen Haushalte). Der des Kabelfernsehens lag bei 37,3 Prozent (13,32 Millionen Haushalte). Von 2022 auf 2023 stiegt der Sat-Anteil zwar noch auf 16,53 Millionen Haushalte, aber seitdem geht es bergab. Von den ber 17 Millionen Sat-Haushalten im Jahr 2020 entfernt sich der fhrende Fernsehempfangsweg immer mehr, wenngleich Kantar damals mit 37,75 Millionen TV-Haushalten knapp 2,4 Millionen mehr zhlte als aktuell.
Grafik: ASTRA TV-Monitor
Der Kabelanschluss verliert im TV-Monitor von SES hingegen kontinuierlich von Jahr zu Jahr. 2020 nutzten noch 15,85 Millionen Haushalte Kabelfernsehen. Insbesondere von 2023 auf 2024 bte der Empfangsweg an Reichweite ein. Die Zahl sank von 15,11 auf 13,32 Millionen Haushalte. Das drfte eine Folge der Abschaffung des Sammelinkassos sein, mit dem bis zum 1. Juli 2024 die Kosten fr den Netzbetrieb ber die Nebenkosten smtlicher Mieter umgelegt wurden. Seitdem muss jeder Kabelhaushalt die Kosten selbst tragen.
Einer der Gewinner ist IPTV, Fernsehen bers Internet. Der ASTRA-TV-Monitor gibt fr das vergangene Jahr 5,72 Millionen TV-Haushalte an (16,2 Prozent). Im Vergleich zu 2024 ist das ein Plus von rund einer Million Haushalte. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 waren es nur 3,24 Millionen IPTV-Haushalte. Der voranschreitende Glasfaserausbau drfte einer der Grnde sein, warum sich immer weniger Haushalte eine Sat-Schssel aufs Dach setzen bzw. den Kabelanschluss nutzen. Gleichzeitig haben die IPTV-Anbieter aufgrund des Wegfalls des Sammelinkassos aber mit hheren Zulufen gerechnet.
Zwar wird Fernsehen ber DVB-T2 ausschlielich in HD verbreitet, doch mit unter 5 Prozent Reichweite spielt der TV-Empfang via Antenne nur eine untergeordnete Rolle.
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Auch DVB-T2, der TV-Empfang via Antenne, konnte im Vergleich zu 2024 zulegen. Laut ASRTRA-TV-Monitor nutzen 1,74 Millionen Haushalte diesen Empfangsweg. 2024 waren es 1,68 Millionen. Mit einem Marktanteil von nicht einmal 5 Prozent spielt DVB-T2 eher eine untergeordnete Rolle und drfte vor allem fr Haushalte in Ballungsrumen mit guter Empfangsqualitt attraktiv sein. Immerhin: Den Abwrtstrend von 2020 (1,54 Millionen Haushalte) bis 2023 (1,22 Millionen Haushalte) konnte DVB-T2 2024 stoppen.
Die Antenne sowie IPTV sind zudem die Empfangswege, die vollstndig in HD genutzt werden, whrend ber Satellit immer noch rund 210.000 und ber Kabel 1,17 Millionen Haushalte Fernsehen in Standardauflsung (SD) empfangen. Mit einem Gesamtanteil an allen TV-Haushalten in Deutschland von 96,1 Prozent ist HDTV aber lngst der Standard frs TV-Bild geworden. Die Zahl der HD-Haushalte stieg 2025 leicht von 33,21 auf 33,97 Millionen Haushalte.
Durch den Wegfall des Sammelinkassos mussten die Kabelnetzbetreiber tausende Haushalte vom Netz nehmen. Das sorgte fr rger. Der Vorwurf: Die Netzbetreiber lieen sich viel zu viel Zeit, um doch noch ihre Kunden zu behalten.
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