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Pantoffel-Portfolio aufbauen: Welche Anlagen für Sicherheit im Depot sorgen

Дата публикации: 04-07-2025 09:00:40

Unser Pantoffel-Portfolio setzt neben Aktien-ETF auch auf Zins­anlagen als Sicher­heits­baustein. Wir klären: Anleihe-ETF oder Tages­geld – was eignet sich am besten?

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Das Pantoffel-Portfolio von Stiftung Warentest Finanzen gibt es in drei Risiko-Varianten: defensiv, ausgewogen und offensiv. Um das Risiko zu kontrollieren, wird ein Welt-Aktien-ETF als Rendite­baustein mit einem Sicher­heits­baustein aus Zins­anlagen kombiniert. Beim defensiven Pantoffel-Portfolio landen 75 Prozent des Geldes im Sicher­heits­baustein, beim ausgewogenen 50 Prozent und beim offensiven Portfolio 25 Prozent.

Besonders für sicher­heits­bewusste Anleger geht es also um erhebliche Summen, die in möglichst sichere Anlagen investiert werden. Daher fragen uns unsere Lese­rinnen und Leser immer wieder nach Optimierungs­möglich­keiten dieses Teils ihrer Geld­anlage.

Vor- und Nachteile der Zins­anlagen

Grund­sätzlich empfehlen wir für den Sicher­heits­baustein Anleihen-ETF (auch Renten-ETF genannt), Tagesgeld oder eine Kombination aus beidem. Bei den Anleihen-ETF kommen Erste Wahl-ETF auf Euro-Staatsanleihen oder ETF mit einer Mischung aus Staats- und Unternehmensanleihen infrage.

Dabei haben die Anlageformen unterschiedliche Vor- und Nachteile:

Anleihe-ETF

Vorteile

  • Zinsen entsprechen stets dem aktuellen Zins­niveau.
  • Kann dauer­haft gehalten werden, kein Anbieter­wechsel nötig.
  • Die von uns empfohlenen ETF auf Euro-Anleihen haben kein Währungs­risiko und halten Papiere guter Bonität, Ausfälle sind unwahr­scheinlich.

Nachteile

  • Bei Zins­anstieg sinken die Kurse, Renditen können dann zeitweilig negativ werden.

Tages­geld

Vorteile

  • Stabile und schwankungs­freie Anlage.
  • Wert­entwick­lung kann nicht negativ sein (sofern Anleger bei negativen Zinsen ihr Geld „unters Kopf­kissen“ legen).
  • Einlagen sind über die Einlagensicherung geschützt.

Nachteile

  • Wer den besten Zins haben will, muss das Zins­umfeld beob­achten und häufiger den Anbieter wechseln.
Rentenfonds: Risiko fallender Kurse

Das Zins­niveau ist seit 2022 ordentlich gestiegen. Für Anleihen­kurse hat die Zins­wende zunächst einmal nichts Gutes bedeutet: Die steigenden Zinsen zogen die Kurse für schon im Umlauf befindliche Anleihen nach unten – was wiederum ETF und Fonds mit Anleihen aus dem Euroraum ins Minus drückte. Der folgende Chart zeigt die Entwick­lung der wichtigsten Anleihen-Indizes.

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Mitt­lerweile hat sich das Zins­niveau stabilisiert und Rentenfonds sind wieder eine attraktive Geld­anlage. Dass es in naher Zukunft noch einmal zu so einem massiven Zins­anstieg kommt, ist eher unwahr­scheinlich. Wir haben für verschiedene Zins-Szenarien analysiert, wie die Auswirkungen für einen Euro-Staats­anleihen-ETF wären. Mehr dazu unter Nach dem Zinsschock – Jetzt wieder einsteigen?

Tipp: Kaufen Sie am besten Anleihen-ETF für Euro-Staatsanleihen oder Euro-Staats- und Unternehmensanleihen mit der Auszeichnung Erste Wahl. Sie finden die passenden Fonds in unserer großen Fondsdatenbank.

Tages­geld und Anleihen-ETF im Rendite-Risiko-Vergleich

Wir haben die verschiedenen Sicher­heits­konzepte hinsicht­licher ihrer historischen Chancen und Risiken verglichen. Die unten stehende Tabelle zeigt die Ergeb­nisse. Mit Tages­geld hätte man sämtliche Einbrüche vermeiden können. Aber: Nicht alle unserer Leser konnten unserer Empfehlung folgen, im Zeitraum der Minuszinsen den Sicher­heits­baustein mit Tages­geld zu bestü­cken. Wer die vergangenen Jahre in Anleihen-ETF investiert war, wird noch eine Weile warten müssen, bis das Minus durch die höheren Zinsen wieder ausgeglichen ist. Ein Trost: Auf 1-Jahres-Sicht haben Anleihen-ETF trotz der zwischen­zeitlichen Einbußen höhere durch­schnitt­liche Renditen gebracht als Tages­geld. Das gibt Hoff­nung für die Zukunft.

Anle­gerinnen und Anleger, die Tages­geld und Anleihe-ETF kombiniert haben, konnten die zwischen­zeitlichen Verluste begrenzen. Der Aufwand mit zwei Sicher­heits­bausteinen hielt sich auch in Grenzen: In den vergangenen 30 Jahren hätte man nur einmal zwischen Tages­geld und Euro-Anleihen-ETF austarieren müssen.

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Der folgende Chart zeigt, wie sich sich die verschiedenen Sicher­heits­bausteine in den vergangenen 30 Jahren entwickelt hätten. Für die, die es genau wissen wollen: Die Euro-Anleihen-Indizes haben wir vor Einführung des Euros mit deutschen Staats­anleihen zurück­gerechnet. Für das Tages­geld unterstellen wir die Zinsen vom Referenzzins­satz Euribor (Euro Inter­Bank Offered Rate), vor Euro-Einführung die Zinsen vom Fibor (Frank­furt Inter­bank Offered Rate).

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Gold als Sicher­heits­baustein?

Häufig fragen uns Lese­rinnen und Leser nach weiteren Alternativen für den Sicher­heits­baustein. Vorneweg: Nicht jede Idee passt in unser Pantoffel-Konzept oder wird von uns als Sicher­heits­baustein gesehen.

Fest­geld. Fest­geld­anlagen bieten häufig etwas höhere Zinsen als Tages­geld, und die Verzinsung ist für die fest­gelegte Dauer sicher. Anle­gerinnen und Anleger kommen aber vor Ablauf der Anlagedauer nicht an das Geld heran. Das ist ungünstig, wenn dann Geld vom Sicher­heits­baustein in den Rendite­baustein umge­schichtet werden muss. Fest­geld ist grund­sätzlich okay für den Sicher­heits­baustein, aber nur in Kombination mit ausreichend Mitteln auf dem Tages­geld­konto oder in einem Anleihen-ETF, um auch kurz­fristig umschichten zu können. Die besten Fest­geld-Konditionen gibt es in unserem Festgeldvergleich.

Lauf­zeit-ETF. Laufzeit-ETF investieren wie Rentenfonds in Anleihen. Wie Fest­geld laufen sie aber nur eine bestimmte Zeit, etwa drei oder fünf Jahre, und werden dann aufgelöst. Wegen der begrenzten Lauf­zeit schwanken die Kurse weniger als die von Euro-Rentenfonds. Eine bequeme Alternative sind sie nur bedingt: Da die Fonds nur eine gewisse Zeit laufen, müssen Sparer sich alle paar Jahre um die Wieder­anlage ihres Geldes kümmern. Der Vorteil gegen­über Fest­geld: Anleger kommen auch während der Lauf­zeit an ihr Geld, eventuell aber nur mit Verlusten.

Geldmarkt-ETF. Eine bequeme Alternative zum Tages­geld sind ETF auf den Overnight-Geldmarktzins. Die Renditen der Over­night-Fonds sind meist nicht ganz so hoch wie beim jeweils besten Tages­geld – doch das lästige Springen von Anbieter zu Anbieter bleibt einem erspart. Die Over­night-ETF bilden ab, was auf dem Inter­bankenmarkt passiert. In Krisen­zeiten könnte es jedoch zu Verwerfungen kommen. Das Geld in den Fonds ist anders als Tages­geld nicht durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.

Gold. Für viele Anle­gerinnen und Anleger hat Gold den Ruf der sicheren Geld­anlage. Aber Gold­kurse schwanken und Gold wirft keine Zinsen ab – wir rechnen daher Gold nicht dem Sicher­heits­baustein zu. Es eignet sich dennoch als Depot-Stabilisator und war zumindest in der Vergangenheit eine gute Beimischung zum Rendite­baustein des Pantoffel-Portfolios. Mehr dazu unter Pantoffel-Portfolio ergänzen.

Klassische Renten­versicherung. Manche Lese­rinnen und Leser wollen auch eine klassische Renten­versicherung als Sicher­heits­baustein nutzen. Vor 2005 abge­schlossen, sind sie in der Auszahlung unter bestimmten Voraus­setzungen steuerfrei und oft gibt es noch eine hohe garan­tierte Verzinsung. Ähnlich wie bei Fest­geld gilt: Eine klassische Renten­versicherung kann dem Sicher­heits­baustein zuge­rechnet werden, allerdings sollte genug Geld auf einem Tages­geld­konto vorhanden sein, um umschichten zu können. Mehr zum Thema: Was die Lebensversicherung leistet.

Immobilienfonds. In guten Zeiten liefern offene Immobilienfonds gute Erträge, in Krisen­zeiten können sie aber geschlossen werden, weil die Immobilien nicht schnell genug verkauft werden können, um alle Kundengelder raus­zuziehen. Zudem gelten für Anleger mitt­lerweile Mindest­halte­fristen. Anteile können dann eventuell an der Börse verkaufen, aber das meist nur mit Abschlägen. In jüngster Zeit mussten einige Immobilienfonds den Wert ihrer Immobilien­bestände nach unten korrigieren, was für deutliche Verluste für Anle­gerinnen und Anleger gesorgt hat. Insgesamt eignen sich Immobilienfonds daher nicht für den Sicher­heits­baustein. Mehr zum Thema in unserem Artikel Offene Immobilienfonds.

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