Volle S-Bahnen, bunte Trachten und Menschen aus aller Welt prägen an diesem Wochenende das Hamburger Stadtbild. Zehntausende Zeugen Jehovas sind in der Hansestadt unterwegs. Was dahinter steckt.
Hamburg
Überall bunte Gewänder und Anstecker: Die Pilger sind in der StadtAm Sonntagmorgen strömten Tausende zum Volksparkstadion. Daniel Friederichs
Volle S-Bahnen, bunte Trachten und Menschen aus aller Welt prägen an diesem Wochenende das Hamburger Stadtbild. Zehntausende Zeugen Jehovas sind in der Hansestadt unterwegs. Was dahinter steckt.
Sie tragen bunte Gewänder, Anstecker und Lanyards, sprechen Englisch oder Spanisch und verhalten sich betont freundlich. In Bussen und Bahnen sind die Zeugen Jehovas an diesem Wochenende kaum zu übersehen. Das Volksparkstadion ist Treffpunkt für Zehntausende Zeugen Jehovas aus aller Welt.
Am Sonntagmorgen waren nicht nur die S-Bahnen zwischen Altona und Pinneberg, sondern auch die Zufahrtsstraßen rund um den Volkspark überfüllt. Dazwischen fielen die internationalen Gäste mit bunten Kleidern, gemusterten Tuniken und festlichen Trachten auf.
Zahlreiche Besucher legten die letzten Meter zum Stadion zu Fuß zurück – oft mit Rollkoffern und Reisetaschen bestückt. Trotz des großen Andrangs war die Stimmung gelöst und fröhlich.
5000 internationale Gäste beim Kongress der Zeugen Jehovas in HamburgIhr Ziel: der Kongress mit dem Motto „Ewiges Glück”. Rund drei Jahre nach dem Amoklauf in einem Veranstaltungssaal der Zeugen Jehovas in Alsterdorf versammeln sich zwischen dem 14. und 16. August rund 75.000 Anhänger der Zeugen Jehovas in der Hansestadt – darunter auch 5000 Gäste aus 25 Ländern.
Es solle ein „christliches Fest der Liebe, des Friedens und auch der Völkerverständigung“ werden, hieß es vorab von den Veranstaltern. Während des Kongresses wollen sie das traurige Kapitel des Amoklaufes abschließen sowie gemeinsam an ihre Opfer in der NS-Zeit erinnern. Die Zeugen Jehovas hatten das Nazi-Regime klar abgelehnt und waren dafür wie andere Systemkritiker brutal verfolgt worden.
Zeugen Jehovas in Hamburg: Nicht alle sind begeistertDer Groß-Gottesdienst wird aber nicht überall gleichermaßen positiv empfangen: Kritiker erinnern an die sektenähnliche Struktur der Zeugen Jehovas und extreme Positionen wie die Ablehnung von Homosexualität.
Ein HSV-Mitglied kann nicht fassen, dass der Verein sein Stadion an sie vermietet hat. Franz Herrmann sagt im Gespräch mit der MOPO: „Das widerspricht allem, was der HSV aufgebaut hat.“ (mp)
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