Russland baut seine LNG-Schattenflotte aus. Mindestens 25 Spezialschiffe sollen helfen, Exporte trotz verschärfter EU-Sanktionen ab 2027 aufrechtzuerhalten.
Russland baut seine LNG-Schattenflotte aus. Mindestens 25 Spezialschiffe sollen helfen, Exporte trotz verschärfter EU-Sanktionen ab 2027 aufrechtzuerhalten.
Russland erweitert seine Schattenflotte für den Transport von Flüssigerdgas (LNG). Mitte Juni 2026 verfügte Moskau nach Analysen des Schifffahrts- und Sanktionsdienstleisters Windward bereits über 23 LNG-Tanker. Inzwischen kamen nach Angaben der „Financial Times“, einer internationalen Wirtschaftszeitung, mindestens zwei weitere Schiffe aus russischer Produktion hinzu.
Sie sollen Moskau helfen, LNG auch bei weiter verschärften westlichen Sanktionen zu exportieren. Die Europäische Union will langfristige Verträge für russisches Flüssiggas ab 1. Januar 2027 verbieten. Einschränkungen für bestimmte kurzfristige Verträge gelten bereits.
Von den 23 zunächst erfassten Schiffen waren 10 neu gebaute Tanker. Weitere sieben gebrauchte Schiffe wurden zwischen Februar 2024 und Mai 2025 von anonymen Unternehmen gekauft. Hinzu kamen sechs ältere LNG-Tanker.
Vier der neu erworbenen Gas-Tanker fahren inzwischen unter russischer Flagge. Sie tragen die Namen Kosmos, Orion, Merkuriy und Luch und sollen nach Daten des Analyseunternehmens Kpler Ladungen von Umschlagplätzen transportiert haben, an denen sanktioniertes Flüssiggas bewegt wird, berichtet die „Financial Times“.
Ein moderner LNG-Tanker kostet rund 300 Millionen Dollar. Die Schiffe müssen Gas bei etwa minus 162 Grad Celsius flüssig halten. Dafür benötigen sie spezielle Tanks, Kühlsysteme und hochspezialisierte Technik.
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Russland kann Flüssiggas-Tanker nicht so leicht beschaffen, umrüsten und außerhalb westlicher Strukturen betreiben wie Öltanker. „Das ist deutlich komplizierter als bei Rohöl“, sagt Przemysław Zaleski, Energie- und Sicherheitsexperte sowie Dozent an der Technischen Universität Breslau, gegenüber „money.pl“. LNG-Tanker ließen sich nicht einfach durch andere Schiffe ersetzen oder unkompliziert umbauen.
Auch Lieferwege lassen sich schwerer verbergen. Für Flüssigerdgas sind spezielle Terminals, tiefgekühlte Umschlagtechnik und geeignete Hafenanlagen erforderlich. Umladungen von Schiff zu Schiff, wie sie bei Öl häufiger vorkommen, sind bei LNG technisch aufwendiger und stärker von Wetter- und Sicherheitsbedingungen abhängig.
Tymon Pastucha vom Polnischen Institut für Internationale Angelegenheiten (PISM) sagt, Russland versuche, „den richtigen Moment zu erwischen und die Zeit zu nutzen“. So wolle Moskau seine Exportfähigkeit trotz möglicher neuer Sanktionen sichern. Gleichzeitig bleibe Moskau auf westliche Technologien, Dienstleistungen und Versicherungen angewiesen.