Russland schützt seine U-Boote vor Drohnen, selbst an weit entfernten Stützpunkten. Die neuen Anlagen zeigen, wie groß die Sorge vor Überraschungsangriffen ist.
Russland schützt seine U-Boote vor Drohnen, selbst an weit entfernten Stützpunkten. Die neuen Anlagen zeigen, wie groß die Sorge vor Überraschungsangriffen ist.
Russland verstärkt den Schutz seiner U-Boot-Flotte gegen Drohnenangriffe. Dabei greift Moskau auch an einem seiner wichtigsten Atom-U-Boot-Stützpunkte zu neuen Maßnahmen. Satellitenbilder zeigen, das auf der Pazifikbasis Rybachiy auf Kamtschatka mehrere U-Boote inzwischen unter großen Netzkonstruktionen liegen.
Rybachiy ist einer der sensibelsten Standorte der russischen Marine. Dort sind vor allem U-Boote der Borei- und Borei-A-Klasse stationiert. Sie gehören zur nuklearen Abschreckung des Landes und tragen ballistische Raketen.
Auf den Bildern sind nach Angaben von „Naval News“ zwei dieser Boote vollständig mit feinem Netz überspannt. Offenbar sollen die Netze kleine Drohnen abfangen, bevor sie auf dem Deck oder an empfindlichen Aufbauten einschlagen.
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Die Schutzmaßnahmen beschränken sich nicht auf den Fernen Osten. Nach Angaben des Fachmagazins „The War Zone“ sind auch am Schwarzmeer-Stützpunkt Noworossijsk neue Abwehrvorrichtungen zu sehen. Dort wurden mehrere U-Boote der Kilo-Klasse mit Schutzgittern über dem Turm ausgerüstet. Auf Aufnahmen lagen drei Boote teilweise abgesenkt im Hafenbecken, nur die Türme ragten noch aus dem Wasser.
Nach Einschätzung von britischen Behörden sind diese Gitter als Vorsichtsmaßnahme angebracht wurden. Das liegt daran, dass die Ukraine vermehrt auch Ziele weit hinter der Front angreift. Zu den drei geschützten U-Booten heißt es, sie seien mit „Abwehrkäfigen gegen unbemannte Flugsysteme“ versehen worden. Ein viertes Boot hatte diesen Schutz nicht.
Zusätzlich sind in Rybachiy Sperrbojen rund um die Piers zu sehen. Solche Anlagen sollen verhindern, dass unbemannte Boote oder andere Sprengmittel zu nah an die Liegeplätze gelangen.
Der Stützpunkt auf Kamtschatka liegt Tausende Kilometer von der Ukraine entfernt. Dennoch gilt ein überraschender Angriff offenbar nicht mehr als ausgeschlossen. Laut „Naval News“ können die Netze zwar gegen kleine und langsame Drohnen helfen. Sie könnten im Notfall aber auch zum Risiko für Besatzungen werden, etwa wenn ein Boot schnell verlassen werden muss.