Eine echte Überraschung: Sony legt seine Top-Bridge-Kamera neu auf. COMPUTER BILD hat die Sony Cyber-shot RX10 V schon ausprobieren können. Der erste Eindruck: richtig gut!
Die Sony Cyber-shot RX10 V erinnert von vorn eher an eine System- als an eine Bridge-Kamera.
Foto: Sven Schulz
Eine echte Überraschung: Sony legt seine Top-Bridge-Kamera neu auf. COMPUTER BILD hat die Sony Cyber-shot RX10 V schon ausprobieren können. Der erste Eindruck: richtig gut!
Mit den Kompakt- und Bridge-Kameras der RX-Serie konnte Sony seit vielen Jahren überzeugen. Egal ob Kompaktmodell (RX100-Serie) oder Bridge-Kamera (RX10-Serie): Im Test lieferten die Kameras richtig gute Ergebnisse und sicherten sich Topplatzierungen in der Bestenliste. Allerdings hatte sich in den vergangenen Jahren die Modellpalette deutlich ausgedünnt. Das jüngste Top-Modell der RX10-Serie, die
Sony Cyber-shot RX10 IV, ist schon seit einigen Monaten nur gebraucht zu bekommen. Aber jetzt kommt ein Nachfolgemodell. COMPUTER BILD hat die Sony Cyber-shot RX10 V bereits ausprobiert und verrät, was Fotofans von der neuen Bridge-Kamera erwarten können.
Sahen sich die Vorgängermodelle der Sony Cyber-shot RX10 V noch sehr ähnlich, kommt das neue Modell in einem komplett neuen Gehäuse. An den Abmessungen und am Gewicht hat sich wenig getan, die RX10 V sieht aber nicht mehr ganz so wuchtig aus und liegt durch einen stärker ausgeformten Griff besser in der Hand. Dort steckt auch der neue Akku: Der NP-FZ100 liefert mit 16 Wattstunden gut doppelt so viel Saft wie der NP-FW50 des Vorgängermodells. Der Sucher fällt eine Ecke größer aus und hat eine höhere Auflösung von 1280x1024 Pixeln (für den Hersteller 3,69 Millionen Pixel, da Sony wie alle Hersteller die Subpixel für Rot, Grün und Blau zählt). Er machte beim Durchgucken einen guten Eindruck. Nur an sonnigen Tagen reicht die Maximalhelligkeit (wie bei den meisten Digitalkameras) nicht, um das Bild im Sucher hell genug darzustellen.
Die Platzierung der Bedienelemente hat Sony an die
Systemkamera-Modelle der Alpha-7-Serieangepasst. Wer zwischen Systemkamera und Bridge-Kamera wechselt, muss so weniger umdenken. Eingespart hat der Hersteller das Schulterdisplay – die Kameraeinstellungen muss man sich jetzt auf dem eingebauten Klapp-Display angucken – und den eingebauten Blitz. Letzterer war beim Vorgängermodell aber auch keine ideale Lösung, weil das große Objektiv bei Nachtaufnahmen schnell einen Schatten warf und die Leistung für große Entfernungen nicht stark genug war.

Die Sony Cyber-shot RX10 V bekommt einen stärkeren Akku: Der NP-FZ100 sorgt so für eine längere Akkulaufzeit.
Foto: Sven Schulz
Die Cyber-shot RX10 V kommt wieder mit einem 1-Zoll-Sensor (Sensorgröße 8,8x13,2 Millimeter). Das ist die größte Sensorgröße, die bei Bridge-Kameras zum Einsatz kommt. Ebenfalls gleich: Der Sensor hat wieder eine Auflösung von 20 Megapixeln (Auflösung 5472x3648 Pixel) und einen schnellen Zusatzspeicher (im Fachjargon: Stacked Sensor) zum schnelleren Auslesen der Sensordaten. Neu ist aber die Bildelektronik dahinter: Als Bildprozessor kommt der BIONZ XR zum Einsatz, der bisher hauptsächlich in teureren Systemkameras von Sony steckte, ergänzt um einen KI-Zusatzchip für die Motiverkennung des Autofokus.

Das Gehäuse der Sony Cyber-shot RX10 V hat einen deutlich stärker ausgeformten Griff bekommen.
Foto: Sven Schulz
Einen KI-Zusatzchip für den Autofokus hatte Sony mit der Vollformat-Systemkamera
Sony Alpha 7R Veingeführt. Die Cyber-shot RX10 V ist jetzt die erste Bridge-Kamera des Herstellers, die diesen zusätzlichen Prozessor bekommt. Dadurch unterscheidet sie mehr Motivarten: neben Menschen und Tieren jetzt auch Insekten und Fahrzeuge. Wer will, kann die Motiverkennung automatisch entscheiden lassen. Es ist aber auch möglich, die Erkennung auf bestimmte Motive einzugrenzen. Beim ersten Ausprobieren machte die Cyber-shot RX10 V eine richtig gute Figur: Fehlschüsse leistete sich der Autofokus kaum – sowohl bei Fotos als auch bei Videos und ganz unabhängig davon, wie schnell sich das Motiv bewegte. Bei Bridge- und Kompaktkameras ist das keine Selbstverständlichkeit.

Die Sony Cyber-shot RX10 V übernimmt das Menü neuerer Alpha-Modelle: mit mehr Funktionen und deutlich übersichtlicher.
Foto: Sven Schulz
Ein Trend bei neuen Digitalkameras ist eine größere Auswahl an Farbprofilen oder Filmsimulationen. Damit lässt sich die Darstellung von Fotos im JPEG- oder HEIF-Format weitgehend verändern. Bei Sony heißen diese Einstellungen "Kreativer Look" (beim Fotografieren) oder "Fotoprofil" (beim Filmen). Bei der Cyber-shot RX10 V gibt es zwei neue Profile: FL2 und FL3. Die Abkürzung FL steht dabei für Film Look. Beide Profile ahmen analogen Film nach, einmal mit stärkeren Kontrasten, einmal mit einer zurückhaltenderen Kontrastwiedergabe.

Der Zoom-Bereich der Sony Cyber-shot RX10 V ist sehr groß, daher fährt das Objektiv weit heraus.
Foto: Sven Schulz
Der stärkere Bildprozessor der Cyber-shot RX10 V sorgt für (noch) mehr Tempo bei Serien – wenn der elektronische Verschluss eingeschaltet ist. Dann sind bis zu 30 Bilder pro Sekunde möglich. Mit dem mechanischen Verschluss sind maximal zehn Bilder pro Sekunde drin. Die Vorgängerin schaffte im Test 23,6 Bilder, war aber bei der Schärfenachführung nicht so schnell und so genau wie die RX10 V. Das liegt an der aufwendigeren Messung: Die RX10 V berechnet Schärfe und Belichtung 60-mal pro Sekunde – genau wie die aktuellen Systemkamera-Modelle der Alpha-7-Serie.

Das Display der Sony Cyber-shot RX10 V lässt sich nach oben und unten ausklappen, aber nicht zur Seite schwenken.
Foto: Sven Schulz
Ein netter Nebeneffekt des stärkeren Bildprozessors: Die Cyber-shot RX10 V bringt deutlich mehr Videofunktionen mit: Sie filmt beispielsweise mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde in 4K (4K120p), dann allerdings pixelgenau mit etwas engerem Bildwinkel. Mit der vollen Sensorbreite kann sie in 4K mit 60 Bildern pro Sekunde filmen (4k60p). Zusätzlich bietet die RX10 V Profifunktionen wie S-Log 3, die zuerst bei Profi-Videokameras wie der
Sony ZV-E1zum Einsatz gekommen sind. Beim ersten Probefilmen sahen die Aufnahmen der RX10 V richtig gut aus: sehr detailreich und durch den schnellen Autofokus schön scharf. Nur der Ton klingt wie bei den meisten Digitalkameras etwas hallern.

Die Sony Cyber-shot RX10 V hat recht viele Anschlüsse für eine Bridge-Kamera. Über die USB-C-Buchse kann die Kamera geladen werden.
Foto: Sven Schulz
Die Sony Cyber-shot RX10 V soll Mitte Juli 2026 in den Handel kommen und 2.500 Euro kosten. Damit ist sie teurer als die RX10 IV, die bei ihrer Vorstellung 2.000 Euro kostete, inzwischen aber gebraucht für bis zu 2.250 Euro gehandelt wird.
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