Nach langer Pause meldet sich Sony bei den Bridge-Kameras zurück: Die Cyber-shot RX10 V überzeugt im Test mit KI-Autofokus, starker Bildqualität und toller Videoleistung.
Das Objektiv der Sony Cyber-shot RX10 V fährt beim Zoomen weit heraus.
Foto: Sven Schulz
Nach langer Pause meldet sich Sony bei den Bridge-Kameras zurück: Die Cyber-shot RX10 V überzeugt im Test mit KI-Autofokus, starker Bildqualität und toller Videoleistung.
Die Sony Cyber-shot RX10 V macht einen echten Sprung nach vorn. Die Bridge-Kamera ist topausgestattet, sehr schnell und liefert Fotos und Videos in hoher Qualität. Mit dieser Kombi kann sie eine ganze Kameraausrüstung ersetzen. Zu ihren besonderen Stärken zählen der große und sehr detailreiche Sucher, der sehr reaktionschnelle und treffsichere Autofokus und das extrem hohe Serienbildtempo. Und ganz nebenbei ersetzt sie auch locker einen Camcorder. Sie muss den Vergleich mit aktuellen Systemkameras nicht scheuen. Die sind vor allem bei Schummerlicht durch ihre größeren Sensoren noch eine Ecke besser.
Pro
Kontra
In den letzten Jahren haben die Kamerahersteller den Fokus bei neuen Kameramodellen auf Systemkameras gelegt. Neue Kompakt- und Bridge-Kameras kamen dagegen kaum noch auf den Markt. Bei der Sony Cyber-shot RX10 V war sogar schon das Vorgängermodell
Sony Cyber-shot RX10 IVausgelaufen, bevor das Nachfolgemodell vorgestellt wurde. Die RX10 V wurde dafür besonders gründlich überarbeitet, schlug sich im Test in vielen Punkten klar besser als ihre Vorgängerin – und holt sich locker die Top-Platzierung in der Bestenliste.
Der Bildsensor der Cyber-shot RX10 V ist ein alter Bekannter. Er wurde in ähnlicher Art auch schon in die Vorgängerin und die Kompaktkamera
Sony Cyber-shot RX100 VIIeingebaut. Der Bildprozessor ist dagegen neu: Der BIONZ XR kommt mit einer speziellen KI-Einheit, die die Motiverkennung für den Autofokus übernimmt. Diese Kombi wurde zuerst bei der
Sony Alpha 7R Veingebaut und kommt jetzt zum ersten Mal bei einer Kompakt- oder Bridge-Kamera zum Einsatz.

Viele Einstellungen der RX10 V lassen sich direkt auf dem Display per Fingertipp ändern, etwa, auf welche Motive der Autofokus achten soll.
Foto: Sven Schulz
Die dedizierte KI-Einheit verbessert die Motiverkennung der Cyber-shot RX10 V. Schon im Automatikmodus erkennt die Bridge-Kamera das Hauptmotiv sehr schnell und sehr genau. Noch etwas besser gelingt das, wenn über die Kameraeinstellungen die Motivart vorgegeben ist. Diese Einstellung lässt sich sehr schnell über das Touch-Display ändern (siehe Bild oben). In Kombination mit dem deutlich schnelleren Bildprozessor führt die RX10 V die Schärfe sehr genau nach und erlaubt dabei ein extrem hohes Serienbildtempo. Mit dem elektronischen Verschluss waren im Test 31,4 Bilder pro Sekunde drin. Der Sensor wird auch sehr schnell ausgelesen, es gibt nur sehr selten einen Rolling-Shutter-Effekt (Verzerrungen bei schnellen Kameraschwenks durch das zeilenweise Auslesen des Sensors). Dadurch kann der leisere und schnellere elektronische Verschluss fast immer eingeschaltet bleiben. Nur beim Blitzen muss zwingend zum mechanischen Verschluss umgeschaltet werden.

Der Autofokus der RX10 V erkennt das Motiv mit sehr hoher Genauigkeit und führt die Schärfe präzise nach.
Foto: Sven Schulz
Trotz identischer Auflösung übertrifft die Cyber-shot RX10 V ihre Vorgängerin bei der Bildqualität. Bei Fotos zeigt sich das vor allem in der präziseren Farbwiedergabe – etwa durch eine natürlichere Darstellung bei hohen ISO-Werten. Bis ISO 1600 können sich die Fotos der RX10 V sehen lassen – sie behaupten sich locker gegenüber Kompakt- und Systemkameras mit größeren Sensoren. Danach geht dem 1-Zoll-Sensor der RX10 V langsam die Luft aus. Bei ISO 6400 wird ein deutlicher Schärfeverlust sichtbar. Wer häufiger mit so hoher ISO-Einstellung fotografieren möchte, sollte die Fotos im RAW-Format schießen und dann mit einer auf RAW-Dateien spezialisierten Bildbearbeitung wie
DxO PhotoLab 9oder
Adobe Photoshop CCentwickeln. Kameras mit einem APS-C- oder Vollformat-Sensor liefern aber noch bessere Ergebnisse.

Mit der Temperatureinstellung "Hoch" nimmt die RX10 V länger auf, wenn die Kamera in wärmerer Umgebung steht.
Foto: Sven Schulz
Beim eingebauten Sucher hat Sony bei der Cyber-shot RX10 V deutlich nachgelegt. Der neue ist noch größer (Suchervergrößerung 0,78-fach statt 0,70-fach) und noch detailreicher als der des Vorgängermodells: Die RX10 V zeigt das Sucherbild mit 1280x960 statt 1024x768 Pixeln (Herstellerangabe 3,69 Millionen Bildpunkte, da Sony wie alle Hersteller hier die Subpixel für Rot, Grün und Blau zählt). So gute Sucher baut der Hersteller sonst nur bei Vollformat-Systemkameras wie der
Sony Alpha 7 Vein. Bei Kompakt- und Bridge-Kameras gibt es kaum Modelle mit einer vergleichbaren Qualität, höchstens bei der deutlich teureren Mittelformat-Kompaktkamera
Fujifilm GFX100RF.

Die RX10 V hat keinen Blitz eingebaut. Wer Aufhelllicht braucht, muss ein separates Blitzgerät auf den Zubehörschuh stecken.
Foto: Sven Schulz
Im größeren Griff der Cyber-shot RX10 V steckt auch ein größerer Akku: Der NP-FZ100 hat eine mehr als doppelt so hohe Kapazität (16,4 Wattstunden) wie der bisher verwendete NP-FW50 (7,3 Wattstunden). Der stärkere Akku hielt im Test richtig lange durch: Beim Filmen in 4K (Auflösung: 3840x2160 Pixel) mit 30 Bildern pro Sekunde (4K30p) war erst nach über zwei Stunden Schluss. Das Nachladen geht mit einem extra Ladegerät (
BC-QZ1) oder direkt in der Kamera per USB-C. Ein USB‑C‑Ladegerät liefert Sony nicht mit. Es können aber gängige Modelle mit USB-C Power Delivery verwendet werden, die versorgen die RX10 auch im Dauerbetrieb mit Strom.
Beim Filmen legt die Cyber-shot RX10 V gegenüber der Vorgängerin nicht bloß ein paar Schippen, sondern einen Schwung Schaufeln nach. In 4K sind jetzt Videos mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde (4K120p) möglich, mit der vollen Sensorbreite mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde (4K60p). Dazu kommen sehr viele Zusatzfunktionen, etwa die Möglichkeit, im Log-Format aufzunehmen. Hier bietet die RX10 V mehrere Varianten des HLG-Formats (können aktuelle Fernseher direkt wiedergeben), dazu beispielsweise noch die Sony-Formate S-Cinetone und S-Log3. Die Videos sehen bereits mit den Standardeinstellungen richtig gut aus, auch der Ton klingt ziemlich gut, nur minimal hallern. Noch besseren Ton liefern externe Mikrofone. Die können über die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse oder den Zubehörschuh angeschlossen werden. Wer besonders lange filmen will, sollte aber im Kameramenü die Temperatureinstellungen "Hoch" wählen (siehe Bild oben). Ansonsten kann es in warmer Umgebung passieren, dass die Kamera wegen Erwärmung abschaltet. So eingestellt waren im Test bis zu 13 Stunden Aufnahme möglich, wenn die Kamera per USB-C mit Strom versorgt wurde.
Sony
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Die Sony Cyber-shot RX10 V macht einen echten Sprung nach vorn. Die Bridge-Kamera ist top ausgestattet, sehr schnell und liefert Fotos und Videos in hoher Qualität. Mit dieser Kombi kann sie eine ganze Kameraausrüstung ersetzen. Zu ihren besonderen Stärken zählen der große und sehr detailreiche Sucher, der sehr reaktionsschnelle und treffsichere Autofokus und das extrem hohe Serienbildtempo. Und ganz nebenbei ersetzt sie auch locker einen Camcorder. Sie muss den Vergleich mit aktuellen Systemkameras nicht scheuen. Die sind vor allem bei Schummerlicht durch ihre größeren Sensoren jedoch noch eine Ecke besser.
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