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Neresheim plant Gartenschau: Millionenprojekt für Stadtentwicklung und Natur

Дата публикации: 30-09-2026 16:42:00

Folgt Neresheim auf Ellwangen? Ein Stadtplan von 1978 inspiriert heute ein Großprojekt. Welche Ideen Auslöser für die Bewerbung der Stadt für eine Gartenschau sind.

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Stehen gemeinsam für die Neresheimer Bewerbung um die Gartenschau: (v.l.) Waltraud Brenner, Dr. Bernd Eifert, Bürgermeister Thomas Häfele, Landrat Dr. Joachim Bläse, Werner Schrezenmeier und Manuel Gillner.

Stehen gemeinsam für die Neresheimer Bewerbung um die Gartenschau: (v.l.) Waltraud Brenner, Dr. Bernd Eifert, Bürgermeister Thomas Häfele, Landrat Dr. Joachim Bläse, Werner Schrezenmeier und Manuel Gillner. © Ulrike Schneider

Folgt Neresheim auf Ellwangen? Ein Stadtplan von 1978 inspiriert heute ein Großprojekt. Welche Ideen Auslöser für die Bewerbung der Stadt für eine Gartenschau sind.

Neresheim. Auf der beleuchteten Bühne im Neresheimer Stadtgarten ist an diesem frühen Abend eine Karte von 1978 auf einem Bildschirm zu sehen. Sie zeigt den Stadtgarten, der sich bis zur Gallusmühle zieht, dazu die Egau mit Mäandern und sogar einen Stausee. Fast 50 Jahre alt – und plötzlich wieder aktuell. 

Denn der Stadtgarten, der lange Zeit hinter einer Hecke eher ein Schattendasein führte, ist heute Ausgangspunkt für eine große Idee: Neresheim will sich um eine kleine Gartenschau bewerben. Zur Wahl stehen die Jahre 2037, 2039 und 2041. Den Weg für die Bewerbung freigemacht hat der Gemeinderat bereits und die Verwaltung beauftragt, dafür eine Machbarkeitsstudie ausarbeiten zu lassen.

Historische Pläne liefern Inspiration

"Ich möchte diesen Stadtgarten wachküssen", sagt Thomas Häfele und erinnert damit an eine Idee, für die er bereits in seiner Bewerbungsrede als Bürgermeister geworben hat. Nun möchte er gemeinsam mit dem Gemeinderat und den Bürgern der Gesamtstadt aus dieser Vision ein langfristiges Stadtentwicklungsprojekt machen. Der alte Stadtplan, die an diesem Abend auf dem Bildschirm zu sehen ist, liefert dafür eine bemerkenswerte Vorlage: Häfeles Vorvorgänger Anton Hegele ließ sie 1978 zu Papier bringen. "Sein Ziel war damals zwar keine Gartenschau, sondern ein großer Stadtgarten bis zur Gallusmühle. Doch schon darauf finden sich Ideen wie die Renaturierung der Egau und ein Ruheplatz", sagt Häfele zu den Überlegungen, an die Neresheim nun anknüpfen möchte.

Konkret setzt Neresheim dabei auf die kleine Gartenschau – und nicht auf eine Landesgartenschau wie etwa die in Ellwangen. Das kleinere Format dauert drei bis vier Monate statt sechs und hat keine festgelegte Fläche. Für eine Landesgartenschau sind mindestens 15 Hektar vorgeschrieben.

Ideen, die bereits seit Jahren realisiert sind und gut ankommen: das „Blühende Neresheim“ im Stadtgarten sowie der Skulpturenpark.

Ideen, die bereits seit Jahren realisiert sind und gut ankommen: das „Blühende Neresheim“ im Stadtgarten sowie der Skulpturenpark. © Oliver GiersMotor für Jahrzehnte

Im Mittelpunkt stehen dabei Stadtentwicklung und Aufenthaltsqualität. Stadtgarten und Egau sollen stärker miteinander verbunden, die Egau renaturiert und Wege zum Kloster, zur Klostersteige und zum Weinberg aufgewertet werden. Auch mehr Grün in der Innenstadt, Klimaanpassung und der Umgang mit Wasser gehören zu Häfeles Vorstellungen. Bürger und Vereine sollen ihre Ideen einbringen und das Konzept mitentwickeln. "Die Gartenschau soll dabei nicht nur für drei Monate schön aussehen. Sie soll Motor für die Stadtentwicklung der kommenden Jahrzehnte sein. Was also dafür geschaffen wird, soll der Stadt dauerhaft erhalten bleiben", so Häfele.

Doch auch das kleinere Format ist ein Millionenprojekt. Häfele nennt fünf bis sechs Millionen Euro als Größenordnung vergangener Gartenschauen. Das Land fördert 50 Prozent der Investitionskosten, maximal zwei Millionen Euro. Mit weiteren Programmen, etwa aus Städtebau, Naturschutz und Denkmalschutz, könne der Fördersatz bei guter Kombination "bis auf 70 Prozent" steigen. Für die verbleibenden 30 Prozent stellt sich der Bürgermeister analog zu den Landes-Heimattagen Sponsoren und Eintrittsgelder vor. "Aus der Wirtschaft gibt es bereits Signale, sich an den Kosten der Machbarkeitsstudie zu beteiligen", freut sich das Stadtoberhaupt.

Stadtgesellschaft in die Bewerbung einbinden

Blick von der Pavillon-Bühne im Nersheimer Stadtgarten

Blick von der Pavillon-Bühne im Nersheimer Stadtgarten © Stadt Neresheim

Und dann ist da noch das Ehrenamt. Die Heimattage haben nach Häfeles Überzeugung gezeigt, dass Neresheim große Veranstaltungen stemmen kann. 120 Vereine gibt es in der Stadt mit ihren 8000 Einwohnern. Auch die Beete des "Blühenden Neresheim" werden seit Jahren von Vereinen gepflegt. Diese Erfahrung soll nun helfen, aus der Gartenschau mehr als ein viermonatiges Ereignis zu machen: Anlagen sollen bleiben, Vereine sollen eingebunden werden – und die Bevölkerung soll das Projekt von Anfang an mitentwickeln.

Landrat Bläse sichert Unterstützung zu

Deutliche Unterstützung bekommt Häfele vom Landkreis. Landrat Dr. Joachim Bläse stellt sich ausdrücklich hinter die Bewerbung. Neresheim habe bereits viele einzelne herausragende Projekte – vom Stadtgarten über die Wisentweide bis zur Härtsfeld-Museumsbahn. Eine Gartenschau könne daraus ein Gesamtkonzept machen und "Veranstaltungen, Infrastruktur und Grünprojekte zu einer Gesamtschau miteinander verbinden". Selbst ohne Zuschlag wäre die Arbeit nicht umsonst: Das erarbeitete Konzept bliebe der Stadt erhalten und könnte ihre Entwicklung langfristig voranbringen, so Bläse über die Nachhaltigkeit einer Bewerbung.

Auch die Fraktionen im Gemeinderat stehen hinter dem Vorhaben. Werner Schrezenmeier (CDU), Waltraud Brenner (Freie Wähler), Manuel Gillner (SPD) und Dr. Bernd Eifert (Grüne) sehen die Gartenschau jeweils als Chance, Neresheim weiterzuentwickeln, vorhandene Projekte zu verbinden und die Stadt ökologisch wie städtebaulich aufzuwerten. 

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Neresheims nächste Vision: Warum die Gartenschau mehr sein soll als Blumen

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