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Neues Pilz-Glück im Raum Heilbronn durch mehr Regen? Experte gibt Einschätzung ab

Дата публикации: 09-10-2026 17:00:11

Durch anhaltenden Niederschlag könnten Pilze in den Heilbronner und Hohenloher Wäldern noch zahlreich sprießen. Diese Voraussetzungen sind derzeit nicht gegeben.

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Neues Pilz-Glück im Raum Heilbronn durch mehr Regen? Experte gibt Einschätzung ab

Stand: 09.10.2026, 19:00 Uhr

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Die Krause Glucke oder Fette Henne, Sparassis crispa ist ein sehr guter und beliebter Speisepilz.

Beim Finden der Krause Glucke könnten Sammler im Oktober 2026 in Baden-Württemberg Glück haben. © IMAGO

Durch anhaltenden Niederschlag könnten Pilze in den Heilbronner und Hohenloher Wäldern noch zahlreich sprießen. Diese Voraussetzungen sind derzeit nicht gegeben.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer Anfang Oktober: Zumindest geringe Regenmengen wurden in den vergangenen Tagen in der Region Heilbronn gemessen. In Heilbronn-Biberach fielen am 1. und 2. Oktober jeweils 9,2 Liter Wasser pro Quadratmeter, wie wetter-heilbronn-biberach.de schreibt. Am 7. und 8. Oktober waren es zumindest 5,2 beziehungsweise 4,4 Liter gewesen.

Im Heilbronner Stadtteil Klingenberg haben sich an diesen beiden Tagen ähnlich hohe Wasserschichten auf dem Quadratmeter gesammelt, wie wetterkontor berichtet. Reicht der Niederschlag bereits, um Pilz-Fans eine auskömmliche Ausbeute bei Naturausflügen zu bescheren und den Totalausfall abzuwenden?

So beeinflusst der Regen im Oktober das Pilzvorkommen in der Region Heilbronn

Der eine oder andere nasse Morgen war bisher in Heilbronn und Hohenlohe im Oktober 2026 bereits dabei. Doch wer sich jetzt direkt mit Übergangsjacke, festem Schuhwerk und Korb in den nächstgelegenen Wald stürzen möchte, könnte noch enttäuscht werden.

„Als regenreiche Tage würde ich das bisher nicht bezeichnen. Am Waldboden kommen am Anfang mit Glück nur 10 Prozent Regen an. Der Rest bleibt im Blätterdach der Bäume hängen“, erklärt der Pilzsachverständige René Kriegelstein vom Verein der Pilzfreunde in Heilbronn gegenüber echo24. Insofern sei es nicht so viel Wasser, wie es vielleicht scheint, und es müsste noch deutlich mehr werden, damit es volle Körbe gibt.

Die Hoffnungen ganz begraben müssen Sammler von Pilzen allerdings nicht vollends. Diese werden sicher noch wachsen; welche Arten, wird sich noch zeigen, so Kriegelstein. Vereinzelt finden Waldgänger im Raum Heilbronn essbare Pilze wie die Krause Glucke und Schopf-Tintlinge.

Wie viele Pilze dürfen gesammelt werden?

Sammler sollten nicht mehr als 1 Kilogramm pro Person und Tag mitnehmen, es gilt hierbei die Handstraußregel, informiert der Verein der Pilzfreunde in Heilbronn. Eine bundesweite exakte Gewichtsgrenze im Gesetz gibt es zwar nicht, aber diese Menge hat sich durch Landeswaldgesetze als Obergrenze für den Hausgebrauch etabliert, schreibt der Bußgeldkatalog.

Wie die Pilze aussehen, welche die Bürger bei Heilbronn mit Glück finden können

Die Krause Glucke (Sparassis crispa), auch Fette Henne oder Blumenkohlpilz wegen ihres Äußeren genannt, erinnert optisch an einen Badeschwamm. Sie kann bis zu 50 Zentimeter groß werden und mehrere Kilogramm wiegen. Durch ihren würzigen und waldartigen schießt sie direkt in die Nase. Wer sie einmal entdeckt hat, sollte sich den Platz gut merken, weil sie oftmals jahrelang am selben Baum wächst.

Der Schopf-Tintling (Coprinus comatus) wird wegen Aussehen und Geschmack auch als Spargelpilz bezeichnet und stammt aus der Familie der Champignonverwandten. Auf seinem Kopf sitzt ein eiförmiger, weißer Hut mit abstehenden Schuppen und einer bräunlichen Spitze, wie Waldwissen.net berichtet.

Außerdem besitzt er einen langen, hohlen, weißen Stiel, der bis zu 20 Zentimeter in die Höhe ragen kann. Spätestens nach der Reife, wenn er sich zersetzt und zu einer schwarzen, tintenartigen Flüssigkeit zerfließt, ist er nicht mehr zum Verzehr geeignet. Generell sollten Sammler zu junge und zu alte Pilze im Wald liegen lassen, sagte der Experte René Kriegelstein der echo24-Redaktion.

Pilz-Ausstellung Mitte Oktober in Brackenheim könnte ins Wasser fallen

Im Gegensatz zur Krause Glucke kann der Schopf-Tintling auch im November noch gut an Wegrändern, auf Wiesen oder in öffentlichen Parkanlagen gesichtet werden.

Wenn es gut läuft, und die Ausbeute etwas hergibt, steigt am 17. und 18. Oktober 2026 in Brackenheim (Landkreis Heilbronn) wieder eine Pilz-Ausstellung, in der Exemplare aus diesem Herbst präsentiert werden. Der Heilbronner Pilzverein ist sich aber bis jetzt nicht sicher, ob er daran aufgrund der niederschlags- und pilzarmen Zeit festhalten kann.

Sind Friedhöfe geeignete Orte, um Speisepilze zu sammeln?

Es hält sich hartnäckig die These, dass Friedhöfe geeignete Plätze zum Pilzesammeln sind. „Friedhöfe sind deshalb interessant, da sie häufig alte Bäume (Baumbestände) beherbergen. Die symbiotischen Verbindungen zwischen Bäumen und Pilzen (Mykorrhiza) bestehen dort schon lange und werden auch nicht durch forstliche Aktivitäten negativ beeinflusst“, sagt Kriegelstein.

Die regelmäßige Wasserzufuhr sei auch gegeben, durch Gießen und Bewässern. Speisepilze würde der Schwammerl-Sachverständige dort allerdings nicht sammeln. Für die Kartierung und den Existenznachweis von Pilzen sei das aber sicher ein tolles Habitat.

Raten rät Kriegelstein allen Sammlern, nur die Pilze zu Speisezwecken mitzunehmen, welche 100 Prozent sicher als essbare Pilze bestimmt werden können. Wer sich unsicher ist, findet auf der Website vom Pilzverein Heilbronn geprüfte Sachverständige, die bei Bedarf Korb-Analysen durchführen.

Zu junge und zu alte Pilze soll man im Wald lassen. Ebenso bitte ich, auf die Sammelmenge zu achten. Nicht mehr wie ca. 1kg pro Person und Tag sollten mitgenommen werden (Handstraußregel).

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