Bundespräsident Steinmeier wünscht Leo XIV. nach der Operation eine vollständige Erholung. Auch Rubio und von der Leyen melden sich. Ob der Papst bald wieder auftritt, ist offen.
14.10.2026 · 17:31 Uhr
Nach der Krebsdiagnose gibt es für den Papst Genesungswünsche aus aller Welt. (Archivbild)
Foto: Andrew Medichini/AP/dpa/Andrew MedichiniBerlin · Bundespräsident Steinmeier wünscht Leo XIV. nach der Operation eine vollständige Erholung. Auch Rubio und von der Leyen melden sich. Ob der Papst bald wieder auftritt, ist offen.
Die Krebsdiagnose von Papst Leo XIV. hat weltweit für große Anteilnahme gesorgt. Dem Kirchenoberhaupt wurde am Dienstag bei einer Operation in der römischen Gemelli-Klinik ein bösartiger Lungentumor entfernt. Kirchenvertreter, aber auch zahlreiche Staatschefs und Regierungsvertreter wenden sich mit Genesungswünschen an den Papst.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wünschte Leo XIV. eine baldige und vollständige Erholung. Er habe mit Sorge und Anteilnahme von der Operation erfahren, sagte Steinmeier der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Die Stimme des Papstes zu den aktuellen Fragen und Herausforderungen unserer Zeit ist für viele Menschen weltweit, auch in Deutschland, über die konfessionellen Grenzen hinaus von besonderer Bedeutung und wertvoll“, so der Bundespräsident.
US-Außenminister Marco Rubio ließ wissen, er und seine Frau Jeanette seien im Gebet für die Gesundheit des auch aus den USA stammenden Papstes vereint. „Möge der Herr ihm Kraft geben und der Heilige Geist die medizinischen Fachkräfte leiten, die sich um ihn kümmern“, schrieb Rubio in den Sozialen Netzwerken.
Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wünschte Leo XIV. eine vollständige und schnelle Genesung. In den Sozialen Medien postete die deutsche CDU-Politikerin am Mittwoch: „Seine Gelassenheit und Stärke sind eine Inspiration für uns alle.“
UN-Generalsekretär António Guterres wünschte dem Papst rasche Erholung. „Meine Gedanken und Gebete sind mit dem Papst und der katholischen Gemeinschaft weltweit.“ Österreichs Präsident Alexander van der Bellen äußerte die Hoffnung, dass der Papst „bald seine Kraft zurückgewinnen wird, damit er seine wichtigen geistlichen und weltlichen Aufgaben mit derselben Überzeugung weiter erfüllen kann“.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wünschte dem Papst viel Kraft, eine hoffentlich schnelle und gute Genesung sowie Gottes Segen. In Sozialen Medien schrieb er: „Diese Nachricht bewegt mich sehr. Krebs ist für jeden Menschen eine sehr schlimme Diagnose.“ Zugleich versicherte er: „Wir denken fest an ihn.“
Auch Söders Parteikollege Manfred Weber, inn Brüssel Vorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP), meldete sich auf Social Media zu Wort. Er wünsche dem Kirchenoberhaupt nach seiner Operation eine baldige Genesung und neue Kraft: „Wir schließen ihn in unsere Herzen und Gebete ein, umgeben von der Liebe so vieler Menschen.“
Auf den Social-Media-Kanälen der Deutschen Bischofskonferenz schrieb deren Vorsitzender, Bischof Heiner Wilmer, am Dienstagabend: „Wir wünschen dem Heiligen Vater nun vor allem Ruhe und Kraft für seine Genesung. In den kommenden Tagen werden wir ihn besonders in unsere Gebete einschließen.“
Kardinal Reinhard Marx schloss den Papst bei einem Rosenkranzgebet am Dienstagabend auf dem Münchner Marienplatz namentlich in das Gebet ein. „Wir tun es öffentlich, um der Stadt unser Gebet zu schenken und all ihren Bürgern, unserem Vaterland und allen Menschen in der Welt. Dass wir wissen, wir sind nicht allein - im Leben und im Sterben nicht.“
Die Erzbischöfin von Canterbury, Sarah Mullally, versicherte den Papst und die katholische Weltgemeinschaft der Gebete der anglikanischen Kirche. „Ich bete, dass der Heilige Geist – der Tröster, Heiler und Lebensspender – ihm in den kommenden Tagen und Wochen Kraft und Beistand schenken möge“, so das geistliche Oberhaupt der Church of England.
Auch die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, äußerte sich bestürzt. „Die Nachricht von der schweren Erkrankung von Papst Leo XIV. bewegt mich sehr“, schrieb die Hamburger Bischöfin auf Instagram. Gemeinsam mit vielen Christen weltweit bete sie für das katholische Kirchenoberhaupt. Fehrs betont zugleich die ökumenische Verbundenheit der Kirchen: „In der Hoffnung und im Gebet sind wir über alle Konfessionen hinweg verbunden.“
Leo XIV. war am Dienstagmittag in der römischen Gemelli-Klinik angekommen. Dort wurde am Nachmittag ein bösartiger Tumor aus seiner Lunge entfernt. Eine histologische Erstuntersuchung ergab laut Vatikan, dass es sich um ein Lungen-Adenokarzinom handelt - die häufigste Form von Lungenkrebs, die oft auch Nichtraucher trifft.
Die Genesung von Papst Leo XIV. verläuft offenbar planmäßig. Das teilten die Ärzte des Papstes, Luigi Carbone und Stefano Margaritora, laut Vatikanangaben vom Mittwochmittag mit. „Der Papst ist in guter Stimmung“, so Vatikansprecher Matteo Bruni.
Demnach wurden am Morgen bei dem 71-jährigen Kirchenoberhaupt die für die Zeit nach dem Eingriff vorgesehenen Blutuntersuchungen und eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs gemacht. Die Ergebnisse hätten einen regulären postoperativen Verlauf bestätigt. Die Werte lägen im Normbereich für die Art des Eingriffs, so die Mediziner.
Meistgelesen
Aktuell wichtig