Das Fraunhofer FHR hat im Projekt GESTRA-EUSST einen wichtigen Meilenstein erreicht. Bei einer erfolgreichen Abnahme wurde nachgewiesen, dass das Empfangssystem mit allen 256 Kanälen spezifikationsgerecht arbeitet. Damit ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer leistungsfähigen europäischen Weltraumüberwachung gelungen.
© Fraunhofer FHR / Jens FiegeDie GESTRA-EUSST-Anlage am Fraunhofer FHR. Mit dem erfolgreichen Nachweis der Empfangsfunktion wurde ein wichtiger Meilenstein für die zukünftige Weltraumüberwachung erreicht.
© Fraunhofer FHR / Jens FiegeIm Rahmen der Meilensteinabnahme demonstrierte das Fraunhofer FHR die erfolgreiche Funktion des GESTRA-EUSST-Empfängers gegenüber der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR.
Das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR hat einen wichtigen Meilenstein im Projekt GESTRA-EUSST erfolgreich abgeschlossen. Das GESTRA-Team konnte nachweisen, dass die Empfangsanlage die vorgesehenen Funktionen vollumfänglich erfüllt. Damit wurde eine wesentliche technische Voraussetzung für den weiteren Ausbau des Systems und seinen zukünftigen Einsatz in der europäischen Weltraumüberwachung geschaffen.
GESTRA-EUSST ist ein zentraler deutscher Beitrag zum europäischen Programm EU SST (European Union Space Surveillance and Tracking). Ziel ist die zuverlässige Erfassung und Verfolgung von Objekten im erdnahen Weltraum, um Kollisionen von Satelliten zu vermeiden, Risiken durch Weltraumschrott zu bewerten und die Sicherheit kritischer Weltrauminfrastruktur zu erhöhen.
Im Rahmen des Meilensteins wurde die Leistungsfähigkeit des Empfangssystems unter realistischen Betriebsbedingungen demonstriert. Hierzu wurden Testsignale über eine auf dem Institutsgelände installierte Sendeantenne ausgestrahlt und vom GESTRA-EUSST-Empfänger erfasst. Die anschließende Verarbeitung und Analyse der aufgezeichneten Daten bestätigte die spezifikationsgerechte Funktion der gesamten Empfangskette.
Besonders im Fokus stand dabei die Überprüfung aller 256 Empfangskanäle des Systems. Die Tests zeigten, dass die Signale zuverlässig empfangen, digitalisiert, verarbeitet und aufgezeichnet werden können. Darüber hinaus konnte die erfolgreiche Kalibrierung der Empfangskanäle nachgewiesen werden. Die erzielten Ergebnisse waren reproduzierbar und entsprachen den Anforderungen des Projekts.
„Der erfolgreiche Nachweis dieses Meilensteins bestätigt die Leistungsfähigkeit der entwickelten Technologie und markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum späteren operationellen Einsatz des Systems“, erläutern die Projektleiter Dirk Niederwipper von der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR und Markus Gilles vom Fraunhofer FHR.
Der erfolgreiche Nachweis dokumentiert zugleich den Projektfortschritt gegenüber den Fördergebern und Auftraggebern. Die investierten Mittel fließen in den Aufbau einer hochmodernen Sensorinfrastruktur, die künftig einen wichtigen Beitrag zur europäischen Weltraumlageerfassung leisten wird. Mit der nun nachgewiesenen Funktion des Empfangssystems steht eine wesentliche technische Grundlage für die weiteren Ausbaustufen und den zukünftigen Betrieb der Anlage zur Verfügung.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Meilensteins konnte die grundlegende Funktionsfähigkeit des GESTRA-EUSST-Empfängers nachgewiesen werden. Die Anlage wird derzeit noch manuell betrieben und überwacht. In der nächsten Projektphase stehen daher die Spezifikation und Entwicklung einer Software zur automatisierten Steuerung und Überwachung des Systems im Mittelpunkt. Parallel dazu sollen erste gemeinsame Empfangsexperimente zwischen GESTRA-EUSST und dem GESTRA-System in Koblenz durchgeführt werden. Diese werden zunächst noch unter manueller Bedienung erfolgen und wichtige Erkenntnisse für den späteren Routinebetrieb liefern.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Meilensteins setzt das Fraunhofer FHR gemeinsam mit der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR die Entwicklung des Systems planmäßig fort und stärkt damit die deutschen und europäischen Fähigkeiten im Bereich Space Surveillance and Tracking.