Intervallfasten kann beim Abnehmen helfen. Der Vorteil schrumpft jedoch stark, sobald man es mit klassischer Kalorienreduktion vergleicht.
Intervallfasten kann beim Abnehmen helfen. Der Vorteil schrumpft jedoch stark, sobald man es mit klassischer Kalorienreduktion vergleicht.
Ich bin selbst ein Fan des Intervallfastens. Aber Begeisterung ersetzt keine Evidenz. Es ist gerade eine neue Studie erschienen. Da nahmen 47 ältere Frauen zwischen 50 und 79 Jahren mit Übergewicht oder Adipositas teil.
Alle sollten täglich 500 kcal einsparen. 26 Frauen begrenzten ihr Essen zusätzlich auf weniger als 9 Stunden, meist ungefähr von 10 bis 18 Uhr. Beide Gruppen verloren im Mittel etwa 7 kg. Beim Gewicht brachte das Zeitfenster also keinen erkennbaren Zusatzvorteil.
Die Fastengruppe schnitt nur beim räumlichen Planen und Problemlösen etwas besser ab. Das ist ein interessantes Signal, aber kein „Beweis“ dafür, dass Intervallfasten schlank und geistig fit macht oder Demenz verhindert. Zumal es bei weiteren Untersuchungen wie „Gedächtnis und Lernen“, Reaktionsfähigkeit und Multitasking keinen Unterschied gab zwischen den Gruppen.
Tim Hollstein ist Stoffwechselforscher und Leiter der Ernährungsmedizin am Universitätsklinikum in Kiel. Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle.
Es kann helfen. Aber es macht nicht automatisch schlank. Eine aktuelle Auswertung von 41 randomisierten Studien belegte gegenüber einer üblichen Ernährung im Mittel gut 2 kg mehr Gewichtsverlust. Vergleicht man Intervallfasten jedoch mit einer klassischen, kontinuierlichen Kalorienreduktion, verschwindet dieser kleine Vorteil weitgehend, wie eine Analyse von 99 Studien zeigt.
Der entscheidende Punkt ist meist banal: Wenn man abends nichts mehr isst, fallen Snacks, Alkohol und andere abendliche Kalorien weg. Die Uhr hilft einem sozusagen dabei, sein „Food Noise“ in den Griff zu kriegen. Intervallfasten ist aber auch kein Wundermittel. Für viele Menschen ist es trotzdem praktisch, weil Stunden leichter zu zählen sind als Kalorien.
ANZEIGE
ANZEIGE
Unser Stoffwechsel ist eher eine Lerche als eine Eule. Vor allem Zucker wird morgens meist günstiger verarbeitet, und ein großes Frühstück kann länger satt halten. In einer kleinen Studie mit 16 Männern war der Energieverbrauch für die Verarbeitung einer Mahlzeit morgens rechnerisch etwa 2,5-mal so hoch wie abends. Das bedeutet aber nicht, dass alle morgens insgesamt doppelt so viele Kalorien verbrennen.
Eine weitere Studie fand bei identischer Kalorienmenge keinen Unterschied im Tagesenergieverbrauch oder Gewichtsverlust, wohl aber weniger Hunger nach einem großen Frühstück. Auch in einer Studie mit 197 Teilnehmenden nahm die frühe Gruppe nicht besser ab als die späte oder die mit selbst gewähltem Essensfenster. Kurz gesagt: Früh essen macht biologisch Sinn, ist aber keine Abnehmgarantie. Entscheidend bleibt, dass das Modell zum eigenen Alltag passt.
Ja, ich würde sagen es gibt dezente Hinweise. Neben der neuen o.g. Untersuchung gibt es eine Pilotstudie mit 46 älteren Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung. Nach zwölf Wochen mit einem Essensfenster von 9 Stunden verbesserten sich einige Gedächtnis- und Screeningwerte.
Eine weitere achtwöchige Studie mit 40 älteren Menschen fand sowohl unter 5:2-Fasten als auch unter einer gesunden Vergleichsernährung Verbesserungen einzelner Gedächtniswerte. Beim Fasten waren einige Effekte etwas stärker. Andere kleine Untersuchungen fanden dagegen keinen zusätzlichen kognitiven Vorteil. Bislang wurde zudem nicht untersucht, ob Menschen mit Intervallfasten wirklich weniger an Demenz erkranken. Solche Studien wird es aus Kostengründen aber wohl auch nie geben.
Die Idee macht erstmal Sinn. Autophagie ist das Recyclingprogramm unserer Zellen: Beschädigte Bestandteile werden zerlegt und wiederverwertet. Nahrungsmangel kann diesen Prozess anregen. In zwei genetischen Alzheimer-Mausmodellen verbesserte zeitlich begrenztes Füttern Schlaf und Gedächtnis und verringerte die typischen Gehirn-Ablagerungen bei Alzheimer.
Das ist faszinierend, aber Mäuse sind keine kleinen Menschen. Außerdem lässt sich der Effekt wohl nicht einfach der Autophagie allein zuschreiben. Auch die innere Uhr, Entzündungsprozesse, sog. „Ketonkörper“ und der Zuckerstoffwechsel könnten beteiligt sein. Einen Schalter, der im menschlichen Gehirn nach exakt 16 Fastenstunden Plaques beseitigt, kennen wir nicht. Bislang zeigt keine Humanstudie, dass 16:8-Fasten eine Demenz verhindert oder bestehende Ablagerungen entfernt.
Ich empfehle allen Interessierten, nicht mit Gewalt bei 16:8 zu starten. Zwei Wochen mit 12:12 oder 14:10 sind oft leichter, danach kann man das Fenster verkürzen. Wer es einrichten kann, isst beispielsweise zwischen 9 und 17 oder zwischen 10 und 18 Uhr und beendet die letzte Mahlzeit mindestens drei Stunden vor dem Schlafen. Innerhalb des Fensters zählen weiterhin Nahrungsqualität und, wie ich es nenne, „Muskelschutz“: ausreichend Eiweiß, Gemüse, Vollkornprodukte und regelmäßiges Krafttraining.
Schwangere und Stillende, Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit Untergewicht, Essstörung oder ausgeprägter Gebrechlichkeit sollten nicht eigenständig fasten. Wer Insulin oder blutzuckersenkende Medikamente einnimmt, muss das Vorgehen ärztlich abstimmen. Am Ende ist das beste Zeitfenster nicht das theoretisch perfekte, sondern das, das man gesund über Monate durchhält. So mache ich es auch seit über 8 Jahren. Ich habe mit 16:8 Fasten angefangen und esse jetzt sogar nur noch einmal am Tag.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Carb Cycling kann Ihnen beim Abnehmen helfen | 0 | 5.63 | 08-10-2026 |
| 2 | Bauchfett reduzieren: Das Maßband verrät mehr über Ihre Gesundheit als die Waage | 0 | 9.52 | 15-09-2026 |
| 3 | Ab dieser Uhrzeit sollten Sie nicht mehr essen | 0 | 15.44 | 03-09-2026 |
| 4 | Time-restricted eating boosts weight loss in adults with obesity, prediabetes | 0 | 13.38 | 30-09-2026 |
| 5 | Scientists reveal what seven days of fasting does to the human body | 0 | 6.45 | 05-10-2026 |
| 6 | Intervallfasten nach einer Essstörung: Worauf Betroffene achten müssen | 0 | 7.35 | 19-02-2026 |
| 7 | Was kommt nach der Abnehmspritze? „Jo-Jo-Effekt bis zu 160 Prozent möglich“ | 0 | 20.71 | 20-09-2026 |
| 8 | Закрывать, но не рот. Ученые объяснили, как похудеть на привычном рационе | 0 | 6.88 | 02-10-2026 |
| 9 | Специалисты рассказали о причинах возвращения веса после диеты | 0 | 7.53 | 30-09-2026 |
| 10 | Эндокринолог Самойлова объяснила, как похудеть без строгих диет | 0 | 7.06 | 27-09-2026 |