Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Brief, Röhrchen: In Dänemark klappt Darmkrebsvorsorge besser als in Deutschland

Дата публикации: 09-10-2026 06:36:00

Vorsorge wirkt: Seit ihrer Einführung sterben deutlich weniger Menschen an Darmkrebs. Dennoch verzichtet die Hälfte aller Berechtigten auf die Untersuchung.

Основное содержимое страницы с новостью.

Vorsorge wirkt: Seit ihrer Einführung sterben deutlich weniger Menschen an Darmkrebs. Dennoch verzichtet die Hälfte aller Berechtigten auf die Untersuchung. Experte Hermann Brenner über die Herausforderungen.

Bei der Darmkrebs Früherkennung dürfen Menschen ab dem Alter von 50 Jahren in Deutschland unter zwei verschiedenen Angeboten auswählen: Sie können zweimal im Leben im Abstand von zehn Jahren eine Darmspiegelung vornehmen lassen – oder alle zwei Jahren einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl in Anspruch nehmen. Ist Deutschland damit besonders gut aufgestellt?

Hermann Brenner: Seit der Einführung der Vorsorge-Darmspiegelung im Jahr 2002 haben wir tatsächlich schon viel erreicht: Die Darmkrebs-Sterblichkeit in Deutschland ist um mehr als 30 Prozent zurückgegangen, die Neuerkrankungsrate um knapp 30 Prozent, das ist auf jeden Fall besser als in vielen anderen Ländern...

Das klingt, als käme jetzt ein „aber“?

Brenner: Ob ein Screening seine Wirksamkeit entfalten kann, liegt entscheidend an der Teilnahmerate – und da ist in Deutschland noch Luft nach oben. Man schätzt anhand der Abrechnungsdaten der Krankenkassen: Etwa 20 Prozent der Berechtigten nehmen innerhalb von zehn Jahren eine Screening-Koloskopie wahr, etwa 30 Prozent nutzen die Stuhlbluttests. Zusammengenommen kommen wir damit auf etwa 50 Prozent.

Das ist nicht ganz schlecht. Aber Nachbarländer wie Dänemark oder die Niederlande machen uns vor: Wenn man die Berechtigten alle zwei Jahre zu einem Stuhltest einlädt, das Teströhrchen dabei zusammen mit einer gut verständlichen Erläuterung gleich mitschickt und das ganze am besten sogar vorher per Brief ankündigt, kommt man auf Teilnahmeraten von bis zu 70 Prozent. Bei uns gibt es nur ein „Einladungsschreiben“ alle fünf Jahre, das für mein Empfinden nicht wirklich einladend formuliert ist.

ANZEIGE

ANZEIGE

Hermann Brenner über unzureichende Einladungsschreiben zur Darmspiegelung und einfache Hebel für höhere Teilnahmeraten.

Hermann Brenner über unzureichende Einladungsschreiben zur Darmspiegelung und einfache Hebel für höhere Teilnahmeraten. DKFZ

Hermann Brenner hat sich als Leiter der Abteilung Epidemiologie und Alternsforschung am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) jahrzehntelang mit Programmen zur Früherkennung von Darmkrebs beschäftigt. Seit seiner Emeritierung 2025 ist er Wissenschaftlicher Koordinator der Cancer Prevention Graduate School des DKFZ und der Deutschen Krebshilfe.

Einladung plus Testbrief klingt nach einer einfachen Lösung. Warum wird das hierzulande nicht umgesetzt? Aus Sparsamkeitsgründen?

Brenner: Die Kosten sind kein gutes Argument, denn sie müssen in Relation zu den sehr hohen Behandlungskosten von Krebserkrankungen gesehen werden, die durch das Screening vermieden werden. Dagegen rechnet sich die Früherkennung auf jeden Fall. Darmkrebsvorsorge ist eine der kosteneffektivsten Maßnahmen, die wir im Gesundheitswesen haben.

Vielleicht verhält es sich hier wie so oft, wenn es um Prävention geht: Den etwas höheren Kosten von heute stehen massive Einsparungen gegenüber, die erst mit zeitlicher Verzögerung eintreten. Hier muss eine primär auf den aktuellen Haushalt oder die aktuelle Wahlperiode fokussierte Sichtweise überwunden werden. 

Es wird oft diskutiert, die Krebsfrüherkennung sollte wegkommen vom „Prinzip Gießkanne“, hin zu einem stärker an die individuellen Risiken angepassten Programm. Wie sieht es damit bei Darmkrebs aus?

Brenner: Ja, das könnte auch das Darmkrebs-Screening in Zukunft effizienter machen. So könnten beispielsweise die Abstände zwischen zwei Tests auf verborgenes Blut im Stuhl in Abhängigkeit vom genauen Messwert der Stuhltests länger oder kürzer gestaltet werden, da dieser Messwert ein guter Indikator für das Darmkrebsrisiko in den folgenden Jahren ist.

Verwandte ersten Grades von Darmkrebs-Patienten sollten übrigens gemäß der Leitlinie spätestens im Alter von 40 bis 45 Jahren eine Darmspiegelung durchführen lassen. Dabei stellt sich allerdings die Frage, wie gut die Menschen darüber Bescheid wissen und ob die Hausärzte die Familienanamnese überhaupt abfragen.

Bei einer Darmspiegelung besteht immer ein gewisses Risiko, dass kleine Vorstufen, sogenannte Adenome oder Polypen, übersehen werden. Sind Techniken in Sicht, die die Ärzte bei der Beurteilung des Dickdarms unterstützen können?

Brenner: Ja, auch bei der Koloskopie wird zunehmend KI zur Unterstützung der Erkennung von Polypen eingesetzt. Hier befindet sich vieles aber noch in der Entwicklung.

Es besteht zum Beispiel auch ein gewisses Risiko, dass es damit eher zu einer Überdiagnostik durch Entdeckung zu vieler kleiner Vorstufen kommt, die nur ein sehr geringes Risiko darstellen. Bei der feingeweblichen Beurteilung der abgetragenen Polypen und von Tumorgewebe wird die KI die Pathologen in Zukunft sicher entscheidend unterstützen.

Wenn Sie entscheiden dürften: Welche Weiterentwicklung sollte Ihrer Meinung nach höchste Priorität haben, weil sie den größten gesundheitlichen Nutzen für die Menschen verspricht?

Brenner: Ganz klar: Ein effizientes Einladungsverfahren, bei dem die Menschen die Teströhrchen für die Tests auf Blut im Stuhl von der Krankenkasse direkt nach Hause geschickt bekommen, zusammen mit Informationen über das alternative Angebot der Darmspieglung.

Wer sich für die Koloskopie entscheidet, der braucht die nächsten zehn Jahre keinen Test mehr. Die Wahlmöglichkeit zwischen den beiden Früherkennungsverfahren sollte beibehalten werden, denn damit erreicht man insgesamt mehr Menschen.

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1A simple at-home test could cut colorectal cancer death risk by 43%012.3121-08-2026
2Cancer colorectal : les bénéfices du dépistage se confirment09.1127-09-2026
3El cribado del cáncer de colon reduce hasta un 50% la mortalidad010.405-08-2026
4Nach Hautkrebsvorsorge auch Zweifel an Chlamydien-Screening013.9923-08-2026
5Darmkrebs: Junge Menschen erhalten laut neuer Studie häufiger Diagnose011.4323-06-2026
6In Mecklenburg Vorpommern sterben Menschen am häufigsten an Herzinfarkt – insgesamt gibt es laut Herzbericht aber weniger Todesfälle in Deutschland08.5216-09-2026
7Обнаружено снижающее риск смерти от рака неожиданное средство01007-10-2026
8Veränderungen des Stoffwechsels bei Tumorzellen: Ceramide treiben Metastasierung bei Darmkrebs voran06.4128-09-2026
9Beginning surveillance colonoscopy after 5 years from removal of high-risk adenomas non-inferior than at 3 years in terms of cumulative CRC incidence020.129-09-2026
10Врач развеял миф о защите от рака с помощью ежегодной флюорографии01005-10-2026

Классификация: . Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 8.71. Источник: rss.focus.de.