Die Pflege von demenzkranken Angehörigen ist oft extrem teuer. Eine Betroffene teilt ihre Erfahrungen mit monatlichen Kosten von fast 8000 Dollar und den Hürden des Vormundschaftsprozesses.
Die Pflege von demenzkranken Angehörigen ist oft extrem teuer. Eine Betroffene teilt ihre Erfahrungen mit monatlichen Kosten von fast 8000 Dollar und den Hürden des Vormundschaftsprozesses.
Die Unterbringung in einer spezialisierten Pflegeeinrichtung für Demenzkranke stellt viele Familien vor existenzielle finanzielle Probleme. Wie das US-Medium „Business Insider“ berichtet, zahlt eine US-Amerikanerin für die Betreuung ihres Vaters in Colorado rund 7700 US-Dollar – pro Monat. Diese enormen Summen drohen die gesamten Ersparnisse des Erkrankten innerhalb von nur zwei Jahren vollständig aufzuzehren. Um die laufenden Kosten weiterhin decken zu können, muss die Familie voraussichtlich bald das Haus des Vaters verkaufen.
Die räumliche Distanz verschärft die Situation der Familie zusätzlich. Da Crouse im Bundesstaat Wisconsin lebt und ihr Vater in Colorado untergebracht ist, muss sie für Notfälle und regelmäßige Besuche weite Strecken zurücklegen. Die Reisekosten beliefen sich bisher auf rund 6000 Dollar, die sie zunächst aus eigener Tasche vorstrecken musste. Auch die Kosten für einen ambulanten Pflegedienst zahlte die Tochter vorab selbst, da der Vater die Notwendigkeit der Hilfe aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr einsehen wollte.
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Die dramatischen Erfahrungen mit der Pflege ihres Vaters haben bei der gelernten Pflegefachkraft zu einem Umdenken für das eigene Alter geführt. Um ihren Kindern ähnliche bürokratische und finanzielle Belastungen zu ersparen, plant sie nun frühzeitig ihre eigene Absicherung. Sie setzt sich intensiv mit dem Abschluss einer Pflegeversicherung auseinander und bereitet Patientenverfügungen vor. Auf diese Weise sollen alle wichtigen Dokumente und Vermögenswerte für ihre Nachkommen im Ernstfall sofort auffindbar und geregelt sein.
Reicht das Geld nicht, kann beim Sozialamt „Hilfe zur Pflege“ beantragt werden. Ein Haus muss dabei nicht in jedem Fall verkauft werden: Bewohnt es beispielsweise weiterhin der Ehe- oder Lebenspartner und ist die Immobilie angemessen, kann sie geschützt sein.
Kinder sind ebenfalls nicht automatisch verpflichtet, ihre Eltern persönlich zu pflegen oder deren Heimkosten aus eigener Tasche zu bezahlen. Das Sozialamt kann sie in der Regel erst dann zum Elternunterhalt heranziehen, wenn ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen mehr als 100.000 Euro beträgt. Die Grenze wurde erst 2022 eingeführt - und könnte bald schon wieder fallen. So sieht es ein Entwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium vor. Wie Gehälter von Angehörigen dann angerechnet werden, ist bisher allerdings unklar.