Durch die Fernseh-Show „Höhle der Löwen“ waren die Gewürzhändler Anne und Stefan Lemcke bekannt geworden, später hagelte es Kritik, als sie ihre Firma an Nestlé verkauften. Jetzt kehren die beiden dem umstrittenen Lebensmittelgiganten den Rücken.
Das durch die Sendung „Die Höhle des Löwen“ bekanntgewordene Hamburger Gewürzunternehmen Ankerkraut verlässt Nestlé und geht wieder eigene Wege. Nach vier Jahren unter dem Dach des weltgrößten Lebensmittelkonzerns haben die Unternehmensgründer Anne (46) und Stefan Lemcke (48) ihre Unternehmensanteile zurückgekauft, wie beide der Deutschen Presse-Agentur mitteilten. Über die finanziellen Details der Transaktion sei Stillschweigen vereinbart worden.
Ziel sei, die Marke wieder unabhängig weiterzuentwickeln und dabei besonders an ihre ursprüngliche Identität und die unternehmerischen Wurzeln anzuknüpfen. In Anbetracht einer veränderten Marktlage seien beide Seiten überzeugt, dass diese Entscheidung der Marke zusätzlichen unternehmerischen Spielraum verschaffe, um die künftige Entwicklung des Unternehmens noch flexibler und schneller voranzutreiben.
„Ankerkraut ist für uns mehr als ein Unternehmen – es ist unser Lebenswerk“, betonten Anne und Stefan Lemcke. Der Vorstandsvorsitzende von Nestlé Deutschland, Alexander von Maillot, sagte: „Wir unterstützen den Wunsch der Gründer nach größerer unternehmerischer Eigenständigkeit.“ Die bisherige Zusammenarbeit nannte er konstruktiv, vertrauensvoll und von gemeinsamen Zielen geprägt.
Die Übernahme der Mehrheit an Ankerkraut durch den weltgrößten Nahrungsmittelkonzern Nestlé 2022 hatte damals in den sozialen Medien zu einem Shitstorm geführt. Egal ob Twitter (heute X), Facebook oder Instagram – auf allen Kanälen lehnte eine große Mehrheit der Nutzer den Deal ab. Viele warfen den Gründern vor, ihre Werte verraten zu haben. Auch Influencer wandten sich von dem Unternehmen ab.
Der Groll richtete sich gegen die Wahl des Partners. Der Nestlé-Konzern steht seit Jahren in der Kritik. Viele werfen ihm vor, mit seinen Produkten Profit auf Kosten der Ärmsten zu machen. Er stand auch im Feuer wegen Rodung von Regenwäldern, Ausbeutung von Wasserressourcen und Geschäften mit Russland während des Ukraine-Kriegs.
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