Zu Beginn der Rentenzahlung können Versicherte wählen, in welcher Variante sie sich ihre private Rente auszahlen lassen wollen. Unser Rechner hilft bei der Auswahl.
Bevor die Auszahlung einer privaten Rentenversicherung beginnt, müssen Versicherte eine wichtige Entscheidung treffen: Wie wollen sie ihr Geld bekommen? Wer sich das angesparte Kapital nicht zum Rentenbeginn auf einen Schlag auszahlen lässt, bekommt im Alter eine monatliche lebenslange Rente.
Die Rentenzahlungen bieten sich vor allem für Rentnerinnen und Rentner an, die monatlich mehr Geld brauchen, um Fixkosten wie Miete und Lebensmittel zu decken. Sie sollten zudem gesund sein und auf ein langes Leben hoffen können. Für alle, die nicht über 20 Jahre und mehr planen wollen, ist die einmalige Kapitalzahlung die bessere Variante.
Tipp: Wer die Zahlungen seiner Rente nach einer Kapitalauszahlung lieber selbst gestalten will, findet Tipps im Artikel Entnahmeplan mit ETF.
Verschiedene Rentenvarianten mit verschiedenen VorteilenEntscheiden sich Versicherte für eine monatliche Rente, gibt es verschiedene Auszahlvarianten. Wir haben untersucht, wie lange es dauert, bis bei der einen oder der anderen Variante mehr Geld bei Rentnern ankommt, und erklären, welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Modelle haben.
Die Varianten gibt es bei verschiedenen Formen der privaten Altersvorsorge, egal ob betriebliche Altersvorsorge, Riester-Rente, Rürup-Rente oder rein private Rentenversicherung. Je nach Anbieter haben sie unterschiedliche Namen. Wir sagen, welche Form bei Anbietern wie Allianz, Alte Leipziger, Continentale, Signal Iduna, R+V und Württembergische hinter welchem Namen steckt.
Die richtige Entscheidung kann Ihnen Hunderte Euro mehr bringen. Die Altersvorsorge-Experten der Stiftung Warentest zeigen in Beispielrechnungen und etlichen Beispielen von Versicherern wie Allianz, wie lange es dauert, bis die eine oder andere Auszahlform im Vorteil ist.
Die Vorteile verändern sich, wenn sich die Höhe der Überschussbeteiligung ändert. Wir zeigen, was mit den Renten bei den jeweiligen Auszahlvarianten passiert, wenn die Überschüsse entfallen.
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Private Rentenversicherung Rente richtig auszahlen – drei Varianten im Vergleich freischalten
Die monatlichen Renten von privaten Rentenversicherungen setzen sich aus zwei Teilen zusammen: der garantierten Rente, die schon bei Vertragsabschluss bekannt ist, und einem nicht garantierten Teil – der sogenannten Überschussbeteiligung.
Überschüsse gibt es, wenn die Versicherer das Geld ihrer Kunden gut angelegt haben und kostengünstig wirtschaften. Das angesparte Vertragsguthaben inklusive Überschüssen wird zu Rentenbeginn in eine garantierte Rente umgewandelt.
Die Höhe der Gesamtrente hängt davon ab, wie die Überschüsse in der Rentenphase in die Berechnung der Renten einfließen. Je nach Auszahlvariante kommen dabei unterschiedliche Kombinationen aus anfänglicher Rentenhöhe, Rentensteigerung und Sicherheit der Rentenhöhe zustande.
Die meisten Versicherer bieten für Rentenversicherungen zwei oder drei der folgenden Auszahlformen oder auch Mischformen dieser drei Varianten an:
Dynamische Rente ist sicherBei der dynamischen Rente entspricht die Gesamtrente im ersten Jahr meist nur der garantierten Rente. Die Überschüsse führen jeweils zu einer höheren Gesamtrente im darauffolgenden Jahr, sodass die Rente jedes Jahr ein bisschen steigt – sofern die Überschüsse nicht ganz wegfallen. Eine einmal erreichte Gesamtrente kann für die restliche Rentenzeit nicht mehr sinken. Wird die Überschussbeteiligung weniger, steigt die Rente lediglich langsamer.
© Stiftung Warentest
Dynamische Rente Vorteile
Bei dieser Rentenform bleibt die monatliche Rente so lange gleich hoch, wie sich die Überschussbeteiligung nicht ändert. Die flexible Rente ist zu Beginn deutlich höher als die dynamische. Im Gegensatz zur dynamischen Rente kann sie aber sinken. Fällt die Überschussbeteiligung ganz aus, kann die Rentenzahlung auf die anfängliche Garantierente sinken. Diese Variante wird häufig auch als „konstante Rente“ bezeichnet. Das ist etwas missverständlich, da sie eben nur konstant ist, wenn sich nichts an den Überschüssen ändert.
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Flexible Rente Vorteile
Private Rentenversicherung Rente richtig auszahlen – drei Varianten im Vergleich freischalten
Die teildynamische Rente ist eine Mischform der beiden vorigen. Ein Teil der Überschüsse wird – wie bei der dynamischen Rente – zur Erhöhung der garantierten Rente verwendet. Ein Teil wird zur sofortigen Erhöhung der Gesamtrente genutzt. Damit liegt die anfängliche Rentenzahlung etwas höher als bei der dynamischen Rente. Dafür kann sie allerdings wieder sinken, wenn die Überschussbeteiligung geringer ausfällt – aber nicht unter eine zwischenzeitlich bereits erreichte Garantierente.
© Stiftung Warentest
Teildynamische Rente Vorteile
Mit unserem Rechner können Sie zwei Auszahlvarianten Ihres Vertrags vergleichen. Wenn Sie die entsprechenden Werte von Ihrem Versicherer nicht zur Hand haben, fragen Sie bei diesem nach. Bei einer flexiblen Rente wird die Monatsrente im ersten Jahr höher sein als bei der dynamischen Rente. Dafür fällt die jährliche Rentenerhöhung geringer aus.
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Je älter die Versicherten bei Rentenbeginn sind, desto kleiner ist der steuerpflichtige Anteil ihrer privaten Rentenzahlung. Bezieht eine Versicherte die Rente bereits ab ihrem 61. Geburtstag, sind lebenslang 22 Prozent der Rente steuerpflichtig. Lässt sie sich die Rente erst ab 63 auszahlen, sind es 20 Prozent, ab 67 Jahren 17 Prozent.
Zum Vergleich: Bei einer gesetzlichen Rente hängt der steuerpflichtige Teil nicht vom Alter, sondern vom Jahr des Rentenbeginns ab. Mehr dazu in unserem Artikel Rente und Steuern.
Auf eine Kapitalzahlung zahlen Versicherte gar keine Steuern, wenn sie den Vertrag vor dem Jahr 2005 abgeschlossen und mindestens fünf Jahre lang Beiträge gezahlt haben. Außerdem muss ein Mindesttodesfallschutz enthalten sein.
Bei Verträgen ab dem Jahr 2005 ist Abgeltungssteuer auf den im Auszahlungsbetrag enthaltenen Ertrag zu zahlen. Ist der Vertrag mindestens zwölf Jahre gelaufen und der Versicherte bei Auszahlung mindestens 62 Jahre (60 Jahre bei Vertragsabschluss vor 2012) alt, muss er nur die Hälfte des Ertrags zum individuellen Steuersatz versteuern und kann sich die zu viel gezahlten Steuern über die Steuererklärung zurückholen.
Meist keine SozialabgabenBezieher einer gesetzlichen Rente, die nicht privat krankenversichert sind, gehören grundsätzlich der Krankenversicherung der Rentner an. Pflichtversicherte zahlen weder auf die private Rente noch auf eine Kapitalzahlung Beiträge. Wer die Voraussetzungen für die Pflichtversicherung nicht erfüllt, ist zu einem höheren Beitragssatz „freiwillig versichert“. Mehr dazu im Artikel Diese Abgaben zahlen Sie auf Ihre Rente.
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