Donald Trump fördert E-Autos in den USA nicht mehr. US-Autobauer haben deshalb bereits etliche Milliarden Dollar abgeschrieben. Nun kippt Honda seine E-Autostrategie in den USA – und rechnet mit dem ersten Jahresverlust seit 70 Jahren.
Honda wird als börsennotiertes Unternehmen erstmals seit fast 70 Jahren einen Jahresverlust verzeichnen. Grund dafür sind Restrukturierungskosten von bis zu 15,7 Milliarden US-Dollar im Bereich Elektrofahrzeuge, teilte der Autobauer am Donnerstag mit. Die schwächer als erwartet ausgefallene Nachfrage nach dieser Technologie setzt nicht nur Honda zu.
Für das nun Ende März zu Ende gehende Geschäftsjahr werde mit einem Verlust von bis zu 570 Milliarden Yen (3,6 Milliarden US-Dollar) gerechnet. Dies wäre der erste Jahresverlust seit dem Börsengang 1957, sagte der Unternehmenssprecher. Zuvor hatte Honda einen Gewinn von 550 Milliarden Yen prognostiziert.
Strategieschwenk kostet Honda mehr als 15 Milliarden DollarUnter Präsident Donald Trump (79) hat Washington die staatliche Unterstützung für Elektrofahrzeuge eingestellt, was Unternehmen wie Ford und Stellantis dazu zwang, ihre Strategien zu überdenken und selbst hohe Abschreibungen vorzunehmen. Der Jeep-Hersteller Stellantis hatte im Februar erklärt, Belastungen in Höhe von rund 26 Milliarden Dollar zu verbuchen. Ford musste im Dezember einen Verlust von 19,5 Milliarden Dollar hinnehmen, während General Motors im Januar eine Belastung von 6 Milliarden Dollar meldete.
Nun wirft Honda seine Elektroauto-Pläne in den USA über den Haufen. Dieser Strategieschwenk werde über mehrere Geschäftsjahre hinweg bis zu 2,5 Billionen Yen (15,7 Milliarden US-Dollar) kosten.
Analysten hatten zwar mit weiteren Verlusten im Zusammenhang mit Elektrofahrzeugen bei Honda gerechnet, doch sie überraschte das Ausmaß der Abschreibung am Donnerstag, sagte Julie Boote, Autoanalystin bei Pelham Smithers Associates. „Die größte Überraschung war, dass das US-Produktionsprogramm eingestellt und nicht nur reduziert wird. Honda hatte einen sehr ambitionierten Expansionsplan für Elektrofahrzeuge, der durch die veränderten Marktbedingungen stark beeinträchtigt wurde“, sagte Boote.
CEO Toshihiro Mibe erklärte auf einer Pressekonferenz, dass die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen stark zurückgegangen sei, was es „sehr schwierig“ mache, die Rentabilität aufrechtzuerhalten.
Honda muss außerdem den Wert seines China-Geschäfts abschreiben, wo das Unternehmen Schwierigkeiten hat, mit den fortschrittlichen, softwaregesteuerten Autos von Konkurrenten wie BYD mitzuhalten.
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