Die IG Metall will den absehbaren Kahlschlag bei Volkswagen nicht ohne Weiteres hinnehmen. Mit bundesweiten Protesten an den Konzernstandorten will sie den Druck auf den Aufsichtsrat erhöhen.
Vor der Aufsichtsratssitzung zu möglichen Einschnitten beim Volkswagen-Konzern haben die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat einen Aktionstag mit Gegenprotesten begonnen. Einen ersten Protest gab es am Vormittag am VW-Werk in Osnabrück, wo sich etwa 70 Vertrauensleute und Betriebsräte nach IG-Metall-Angaben vor dem Werkstor versammelten. Wie ein dpa-Fotograf vor Ort berichtete, pfiffen die Beschäftigten mit Trillerpfeifen und hielten ein Banner hoch – darauf stand: »Vereint für unsere Zukunft kämpfen«.
Osnabrücks IG-Metall-Chef Stephan Soldanski sagte, er hoffe zusammen mit der Belegschaft auf Klarheit. »Wir brauchen aus Wolfsburg eine Zukunft für unseren Standort, aber auch für alle anderen Standorte. Das kann nur der Vorstand garantieren.« Die Belegschaft sei kämpferisch.
In Osnabrück warteten die Beschäftigten nun schon seit zwei Jahren auf eine Entscheidung, wie es mit dem Werk weitergehen solle, sagte Soldanski. »Wir können uns sehr gut vorstellen, wie sich die Beschäftigten fühlen, wo spekuliert wird, was als Nächstes schließen soll.« Der Gewerkschafter machte zudem deutlich, Aufgeben sei keine Option: »Wir sind nicht hier, um den Laden abzuschließen, sondern wir wollen Zukunft.«
Mit den Protesten reagiert die Gewerkschaft auf jüngste Berichte über verschärfte Sparpläne des Konzerns. Laut manager magazin will VW seinen Sparkurs deutlich verschärfen: Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland droht demnach sogar die Schließung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm.
Für sein Werk in Osnabrück sucht der Konzern derzeit nach einer neuen Verwendung, wenn dort 2027 die Pkw-Fertigung ausläuft. Der Konzern verhandelt vor allem mit Rüstungsunternehmen über eine Nutzung des Standorts. Eine Entscheidung soll früheren Angaben zufolge bis zum Jahresende fallen. Der Standort, an dem noch das T-Roc Cabrio gefertigt wird, hat rund 2000 Beschäftigte.
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