Wieder mal sorgt ein harmloser Instagram-Post für Empörung über die Bundestagspräsidentin. Der Hass mancher Gruppen auf die CDU-Politikerin hat Gründe – aber inzwischen bizarre Formen angenommen.
Wieder mal sorgt ein harmloser Instagram-Post für Empörung über die Bundestagspräsidentin. Der Hass mancher Gruppen auf die CDU-Politikerin hat Gründe – aber inzwischen bizarre Formen angenommen.
Die CDU-Politikerin Julia Klöckner ist auch eine Social-Media-Granate. Allein auf Instagram bespielt die 53-Jährige drei Accounts – einen offiziellen als Bundestagspräsidentin (168.000 Follower), einen als Abgeordnete, halb privat (259.000). Einen gar für ihre Labradoodle-Hündin Ella, der auf der Bilder-Plattform weitere 2991 Menschen folgen.
Man könnte also sagen: Die Pfälzerin ist beliebt und erfolgreich auf einem medialen Terrain, das manche Journalisten längst beleidigt an die AfD verloren gegeben haben. Auch deshalb hat sie jetzt Ärger, der diesmal damit begann, dass sie den Erstklässlern ihres Wahlkreises 200 (Kreuznach) „Alles Gute zum Schulstart“ wünschte. Skandalöser wird’s nicht mehr. Eigentlich.
Ein User namens Oliver Schäfer setzte schnell den Ton: Die optische Deko (siehe Foto rechts) sei „ein Schlag ins Gesicht jedes Kreativschaffenden in Deutschland“ und fragte: „Warum dieser KI-Mist?“ Die Empörung schwoll sofort an: War das Bild überhaupt als „KI-generiert“ gekennzeichnet? Und warum sind da nur vier weiße Kids zu sehen?
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Rassismus! Lüge! Betrug! So ging das weiter, bis irgendwer die Kommentarfunktion abschaltete, womit die Causa Klöckner erst recht eskalierte: Arroganz der Macht!
Manipulation!! Zensur!!! Im Juni hatte sich übrigens niemand aufgeregt, als Klöckner „Schöne Sommerferien“ (o.l.) wünschte. Aber da hatte die KI eher einen bunten Comic geliefert.
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Bleiben wir ehrlich: Wer das aktuelle Insta-Bild für authentisch hält, glaubt auch, dass Kermit ein richtiger Frosch ist. Auf einem echten Foto wäre die Schule marode, neben einer brennenden Mülltonne stünde ein Dealer im Balenciaga-Hoodie, und mindestens zwei ABC-Schütz*innen (sic!) hätten einen Migrationshintergrund, gegen den ich wirklich nichts habe. Nur damit das klar ist. Aber das wäre eben die Realität 2026.
Warum ist Frau Klöckner für manche so ein Hassobjekt geworden, dass aus so einer Social-Media-Mücke eine ganze Elefantenherde auf Crystal Meth gemacht wird?
Weil sie eine meist gut gelaunte Landbewohnerin ist? Weil sie „nah bei de Leut“ ist, wie das schon SPD-Mann Kurt Beck definierte? Oder weil sie sich als Ernährungsministerin vor sieben Jahren mal als Nestlé-Werbemaskottchen missbrauchen ließ? Ach Gottchen!
Es hat wohl eher mit ihrer konservativen Grundhaltung zu tun und ihrem Versuch, im hohen Amt als Bundestagspräsidentin durchaus Neutralität walten zu lassen. Dazu gehören nach ihrem Verständnis viele Ordnungsrufe gegen pöbelnde AfDler ebenso wie der Rauswurf einer Linken-Abgeordneten wegen eines „Palestine“-Shirts.
Vor allem lehnte sie es ab, zum Christopher Street Day die Regenbogenflagge auf dem Parlament zu hissen. Dafür gibt es sogar Gründe, wofür ich hier nicht den Platz habe. Können Sie sich aber schnell ergoogeln. Seither hat sie jedenfalls auch etliche queere Aktivisten gegen sich.
Die „Recherche-Plattform“ Correctiv überprüfte dann monatelang alle Tweets und Likes, die Klöckner im Netz hinterließ. „Manche sehen in der Bundestagspräsidentin Julia Klöckner eine naive Weinkönigin, andere eine strategische Rechtstreiberin der CDU“, begann der Report. Es klang blasiert bis alarmistisch. Als würde da ein blondes Landei einen völkischen Umsturz planen.
„Klöckner klickt rechts“, hieß es schon in der Überschrift. Verrückt: Eine konservative Politikerin liest im Netz konservativen Kram. Wer hätte das gedacht?
Vielleicht sollte man mal HateAid oder die Amadeu Antonio Stiftung auf all den Hass und die Hetze aufmerksam machen, die der Frau bisweilen entgegenschlagen? Ach nee, sorry, um die Rechte von „Rechten“ kümmern sich diese NGOs ja eher selten.
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