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Jaguar, Nissan, Audi: Die Autos mit dem höchsten Wertverlust

Дата публикации: 23-06-2026 08:29:00

E-Autos sind in der aktuellen Spritpreis-Krise begehrt, doch die Stromer verlieren auch schneller an Wert als viele Verbrenner. Es gibt aber auch Ausnahmen, wie neue Daten zeigen.

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E-Autos sind in der aktuellen Spritpreis-Krise begehrt, doch die Stromer verlieren auch schneller an Wert als viele Verbrenner. Es gibt aber auch Ausnahmen, wie neue Daten zeigen.

Viele Neuwagen verlieren in den ersten fünf Jahren mehr als die Hälfte ihres Wertes. In den ersten zwei bis drei Jahren nach dem Kauf ist der Wertverlust am größten, danach flacht er langsam ab. Eine Untersuchung des IT-Unternehmens „CarVertical” hat jetzt ermittelt, bei welchen Fahrzeugen auf dem deutschen Markt der Wertverlust zuletzt besonders hoch war und welche Modelle überraschend viel ihres Wertes behalten haben. „Die Studie befasst sich mit der Wertminderung von Fahrzeugen, die im Jahr 2020 hergestellt wurden. Der Wertminderungsprozentsatz wurde berechnet, indem der vom Hersteller empfohlene Verkaufspreis eines Fahrzeugs mit seinem durchschnittlichen Marktwert nach fünf Jahren verglichen wurde. Die Modelle mit der höchsten Wertminderung wurden nach ihrem Wertminderungsprozentsatz gereiht”, erklärt CarVertical.

Jaguar, Smart, Nissan: Die Restwert-Verlierer

Folgende Modelle erwiesen sich auf dem deutschen Markt laut den Daten als große Verlierer beim Restwert nach fünf Jahren:

  • Jaguar i-Pace: 65,7 Prozent Wertverlust. Kein gutes Ergebnis für ein einst viel beachtetes und gefeiertes E-Auto, das sogar den Titel „German Car of The Year” gewinnen konnte.
  • Jaguar XF: 61,6 Prozent.
  • Renault Zoe: 61,1 Prozent. Hier dürfte auch die E-Auto-Prämie eine Rolle gespielt haben, die immer zu negativen Effekten für E-Autos auf dem Gebrauchtwagenmarkt führt.
  • Smart Fortwo: 59,9 Prozent.
  • Ford Mondeo: 58,4 Prozent.

Auffällig sind bei dem Thema nicht nur die Unterschiede zwischen den Marken und Modellen, sondern auch die Unterschiede innerhalb verschiedener EU-Märkte. „Während in Westeuropa vor allem Fahrzeuge der Oberklasse und Elektroautos am stärksten an Wert verlieren, kann der Wertverlust in preisbewussteren Märkten auch Kleinwagen schnell treffen”, heißt es bei CarVertical. Folgende Modelle zeigen demnach in Europa einen besonders großen Wertverfall fünf Jahre nach dem Kauf der Fahrzeuge:

  • Jaguar i-Pace: 73,1 Prozent Wertverlust
  • Range Rover: 70,1 Prozent
  • Nissan Leaf: 62,4 Prozent
  • Audi e-tron: 60,9 Prozent
  • Jaguar XF: 59,9 Prozent
Luxus verbrennt Geld

Vor allem teure Premium- und Luxusfahrzeuge sind echte Geld-Verbrenner, sowohl als Benzin- oder Dieselmodell als auch als Batteriemobil. „Luxusautos verlieren aufgrund ihres hohen Anschaffungspreises schneller an Wert. Dazu tragen auch teure Reparatur- und Wartungskosten bei, die Premiumfahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt weniger attraktiv machen. Da moderne Fahrzeuge stark auf technologische Lösungen angewiesen sind, veralten viele Funktionen schnell, sodass ältere Premiummodelle oft nicht mehr die attraktivste Kaufoption sind“, sagt Matas Buzelis, Experte für den Automobilmarkt bei CarVertical.

Die Autos mit dem besten Restwert

Die Studie ermittelte auch die Modelle, die auf dem deutschen Markt nach fünf Jahren am wenigsten an Wert verloren haben:

  • Opel Insignia: 56,5 Prozent Wertverlust. Die vergleichsweise gute Wertstabilität des großen Opels dürfte auch daran liegen, das man ihn nur noch gebraucht bekommt: Opel hat die Baureihe zugunsten neuer SUV und E-Autos eingestellt. Als Limousine und Kombi mit üppiger Ausstattung, viel Platz und soliden Motoren war der Insignia allerdings ein gutes Auto. Bleibende Nachfrage bei ausbleibendem Angebot bedeutet immer, dass die Gebrauchtwagenpreise und damit der Restwert überdurchschnittlich sind.
  • Tesla Model 3: 56,7 Prozent. Bei den E-Autos bildet Tesla damit eine der Ausnahmen, bei der ein Stromer eine vergleichsweise gute Wertstabilität hat.
  • Ford S-Max: 56,8 Prozent. Auch hier gilt: Das Fahrzeuge wurde vom Markt genommen, obwohl es viele Fans hatte. Gerade Familienvans werden tendenziell als Gebrauchtwagen teurer. Das wird wahrscheinlich auch für den VW Touran gelten, denn den hat VW ebenfalls abgeschossen.
  • Ebenfalls noch gut dabei sind der Audi e-tron mit 60,9 Prozent und der Nissan Leaf mit 58,2 Prozent. Auffällig daran ist, dass der Wertverlust dieser Modelle bei den gesamteuropäischen Daten höher ausfällt als in Deutschland.

Opel Insignia 2.0 Diesel ST

Opel Insignia von 2020. Die Autos sind als Gebrauchte durchaus begehrt Opel
Warum verlieren viele E-Autos so schnell an Wert?

Dass der Wiederverkaufswert nicht bei allen, aber doch bei vielen Stromern sehr schlecht ist, ist keine neue Erkenntnis. "Die Restwerte von Elektroautos (BEV) und Verbrennern nähern sich bei der Betrachtung in Euro einander an. Teilweise liegen die Restwerte je nach Modell und Klasse in Euro fast gleichauf. In einigen Fällen unterbieten die BEV-Restwerte sogar die der Verbrenner", sagt Michael Gerstner von Bähr & Fess Forcasts. Die Experten veröffentlichen jedes Jahr zusammen mit FOCUS online die "Restwertriesen". Gerstner erklärt weiter: „Die Umschreibungen gebrauchter Elektrofahrzeuge wachsen bei Privatkunden, allerdings auf sehr verhaltenem Niveau. Die niedrigen Restwerte entstehen wegen der großen Anzahl an elektrischen Leasingrückläufern bei den Händlern, die einer geringen Nachfrage gegenüberstehen. Durch die schnelle technische Entwicklung sind gebrauchte Stromer zudem schnell veraltet, was sie zusätzlich unattraktiv macht.”

Iran-Krise führt zu ersten Verschiebungen

Die jüngste Entwicklung könnte den Trend womöglich bremsen, aber wohl nur ein bisschen. Die Benzinpreis-Krise hat die Nachfrage nach E-Autos stark ansteigen lassen, auch bei Gebrauchtwagen. Einige Experten erwarten deshalb ein leichtes Nachgeben bei den Restwerten für Verbrenner. Allerdings gibt es durch die neuen Elektroauto-Kaufprämien eine Marktverzerrung, die für die Restwerte von E-Autos gleich wieder negative Konsequenzen hat. Dazu kommt, dass die Hersteller immer weniger neue Benzin- und Diesel-PKW auf den Markt bringen, die Nachfrage danach aber gerade bei sparsamen und beliebten Modellen nach wie vor hoch ist. Am wahrscheinlichsten ist also eine langsame Angleichung der Restwerte für beide Antriebsarten.

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