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Austauschtanks nötig: Das Wasserstoffauto ist mausetot

Дата публикации: 24-06-2026 12:44:00

Das Wasserstoffauto konnte sich nie etablieren. Ein technisches Problem dürfte das Aus der Technik bei PKW bald ganz besiegeln.

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Das Wasserstoffauto konnte sich nie als relevante Alternative etablieren, weder zum Verbrenner noch zum Batterieauto. Ein technisches Problem dürfte das Aus der Technik bei PKW bald ganz besiegeln.

Seit Jahrzehnten wird die Brennstoffzelle als saubere Antriebsquelle der automobilen Zukunft von vielen Herstellern gefeiert. Doch die Verkaufszahlen blieben weltweit eine absolute Randerscheinung. Technisch gesehen ist das „Wasserstoffauto” ein Elektrofahrzeug, bei dem die Energie aber nicht oder nur zu einem sehr kleinen Teil aus einer Batterie kommt, sondern von einer Brennstoffzelle. Diese benötigt Sauerstoff und den in Drucktanks mitgeführten Wasserstoff, um Energie zu produzieren. Das „Wasserstoffauto” ist also eigentlich ein Wasserstoff-Brennstoffzellenauto. Wasserstoff kann auch als Treibstoff direkt in einem Verbrennungsmotor dienen; das hat aber noch weniger Bedeutung im Automobilbau als die Brennstoffzelle.

Kaum ein Autobauer setzt noch auf die Brennstoffzelle

Nur wenige Hersteller halten noch an der Technik fest. Dass etwa BMW seinen neuen X5 neben vier anderen Antriebsquellen (Benziner, Diesel, Hybrid und Elektro) ab 2028 auch mit einer Brennstoffzelle auf den Markt bringen will, mag man angesichts der zunehmenden Elektrifizierung kaum nachvollziehen. Denn wenn es eine Antriebsart gibt, die es trotz zahlloser Versuche über Jahrzehnte bislang nicht in den Kopf der Kunden geschafft hat, dann ist es Wasserstoff. Audi und Volkswagen haben es versucht, BMW und Mercedes waren ebenso erfolglos wie Hyundai oder Honda – aktuell ist nur der Hyundai Nexo für den stattlich subventionierten Preis von 70.000 Euro als Neuwagen mit Brennstoffzelle zu bekommen.

Technik Hyundai, BMW und Toyota mit neuen Modellen

Hyundai Brennstoffzelle Hyundai
Nur 1500 Brennstoffzellen-Autos in Deutschland

Die meisten anderen Fahrzeuge der vergangenen 20 Jahre kamen aus einer ausgiebigen Probephase kaum heraus; entsprechend dünn ist das Angebot an Gebrauchtwagen mit Brennstoffzelle. Nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes sind in Deutschland aktuell gerade einmal 1500 Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb unterwegs – viele Modelle davon sind in Händen von Organisationen, Behörden, Zulieferern und Autoherstellern selbst. Die Marktrelevanz ist null und das dürfte sich auch mit dem neuen BMW iX5 Fuel Cell kaum ändern, dem seine (teil-)elektrisierten Brüder keine Chance lassen werden.

Doch selbst die aktuellen Bestandsfahrzeuge auf deutschen Straßen dürften in den kommenden Jahren ein ernsthaftes Problem bekommen und könnten zu wirtschaftlichen Totalschäden werden. Denn neben der Brennstoffzelle selbst und insbesondere dem entsprechenden Stack als zentralem Modul sind die versteckt im Fahrzeug verbauten Tanks ein zentrales Element des sauberen Antriebskonzepts. Die Tanks sind aus extrem belastbaren Verbundstoffen gefertigt (CFK – mit Karbonfasern verstärkter Kunststoff), die die gigantischen Drücke von 350 bis 700 bar aushalten können. Doch diese Füllbehälter bedürfen vor dem Serieneinsatz in ein Fahrzeug einer besonderen Zulassung und diese läuft nach aktuellen Vorgaben nach 15 bis maximal 20 Jahren ab. Doch was dann?

Ersatztank gleich wirtschaftlicher Totalschaden

Ein Ersatztank kostet ebenso wie ein Ersatzakku bei einem Elektroauto mehrere tausend Euro und so drohen Modellen wie Toyota Mirai, Hyundai iX35 FC / Nexo oder Honda FCX Clarity zu einem wirtschaftlichen Totalschaden zu werden. Auf dem Markt der Gebrauchtfahrzeuge gibt es trotz günstiger Preise ohnehin keine nennenswerte Nachfrage und so ist der Zeit- / Wiederverkaufswert niedriger als bei einem normalen Fahrzeug mit Verbrennungsmotor oder Elektroantrieb. Ein zehn Jahre alter Toyota Mirai kostet im besten Pflegezustand kaum mehr als 6000 Euro und selbst die aktuelle Generation ist vier Jahre alt dür kaum mehr als 10.000 Euro zu bekommen. Beim Hyundai Nexo, gerade erst neu vorgestellt, sieht es kaum anders aus, denn ein Vorgängermodell aus 2021 mit nicht einmal 20.000 gefahrenen Kilometern liegt ebenfalls weit unter 20.000 Euro; der Vorgänger iX35 FC liegt weit unter 10.000 Euro. Wer bei einem Toyota Mirai oder einem Honda Clarity den Tank austauschen muss, sollte jedoch mit Kosten in fünfstelliger Höhe – wohl zwischen 15.000 und 25.000 Euro – kalkulieren. 

Neuer Wasserstofftank kostet bis zu 20.000 Euro

Die zumeist mehreren Tanks in einem Auto mit Brennstoffzelle werden bei der zweijährigen TÜV-prüfung generell mit in Augenschein genommen. Das Problem ist jedoch, dass in Deutschland aktuell kein zertifiziertes Prüfungsverfahren für Wasserstofftanks in Auto existiert. Das war in der Vergangenheit immer einmal angedacht, doch die Stückzahlen und die vermeintlich lange Lebensdauer ließen den Druck, einen Prozess abseits der normalen Industrieprüfungen zu homologieren, ersticken. So werden die Tanks in Autos mit Brennstoffzelle nach den allgemeinen Tankvorschriften der Regelung UN / ECE 134 geregelt. Danach darf ein Wasserstofftank je nach Baumuster und Einsatzort 15 bis maximal 20 Jahre betrieben werden. Danach muss dieser nach aktuellem Stand ausgetauscht werden, da die Dichtigkeit durch die Drücke bis 700 bar, die Temperaturschwankungen und den Alterungsprozess nicht mehr garantiert werden kann und die Betriebsgenehmigung erlischt. 

Gebrauchtes Brennstoffzellenauto? Eher nicht

Da der Tank jedoch nicht nur den Alltagsbelastungen, sondern auch bei einem etwaigen Unfall halten muss und nicht explodieren darf, sieht es für einen Toyota Mirai der ersten Generation oder einen entsprechenden Hyundai iX35 Fuel Cell schlecht aus, denn hier ist ein Austausch der Tanks zeitnah absehbar. Daher sollte man sich gut überlegen, ob man sich die zumeist exzellent ausgestatteten und bisweilen mit niedrigen Fahrleistungen bewegten Brennstoffzellenmodelle nicht lieber in den Gebrauchtwagenbörsen belässt. Die Einführung einer zertifizierten Prüfung erscheint angesichts der niedrigen Zulassungszahlen kaum wahrscheinlich und ein Austausch der Wasserstofftanks dürfte bei vielen Modellen zu einem wirtschaftlichen Totalschaden führen.

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