Praxistests zeigen: Tempowarner erkennen Tempolimits teils falsch. Experten fordern strengere Zulassungstests.
Die intelligente Geschwindigkeitsassistenz interpretiert bis zu jede vierte Verkehrszeichenänderung falsch, was die Sicherheitsbehörden dazu veranlasst, strengere Regeln zu fordern.
Intelligente Geschwindigkeitsassistenten sollen Autofahrer vor Tempoverstößen warnen. Doch neue Tests von Thatcham Research zeigen deutliche Lücken. Wie „Autocar“ berichtet, fordert die britische Prüforganisation deshalb strengere Zulassungsregeln.
Die wichtigsten Ergebnisse des Tests:
ISA nutzt Kameras, Navigationsdaten, digitale Karten oder eine Kombination daraus. Das System zeigt das aktuelle Tempolimit an und warnt, wenn Fahrer zu schnell unterwegs sind. In einigen Autos kann es auch die Beschleunigung begrenzen. Die Verantwortung bleibt aber beim Fahrer.
Die Technik soll Unfälle vermeiden oder ihre Folgen mindern. Der aktuelle Test zeigt jedoch: Pflichtausstattung allein garantiert noch keine verlässliche Wirkung im Alltag.
Entscheidend ist deshalb, wie realitätsnah die Zulassungstests tatsächlich sind. Nach EU-Regeln muss ein Auto auf einer Teststrecke von rund 400 Kilometern in mindestens 90 Prozent der gefahrenen Distanz das richtige Limit erkennen. Außerdem muss das Tempolimit spätestens zwei Sekunden nach Passieren eines Schildes angezeigt werden.
Thatcham Research hält diese Messung für zu grob. Denn sie kann verdecken, dass ein System genau an den kritischen Punkten versagt: bei neuen Schildern und wechselnden Limits. Im Praxistest lag der SUV MG ZS nach EU-Logik mit 91,3 Prozent knapp über der Schwelle.
Nach der ereignisbasierten Bewertung erkannte er aber nur 74,3 Prozent der Tempowechsel korrekt. Das bedeutet: Etwa jeder vierte Wechsel wurde falsch oder gar nicht erfasst.
Auch der beste getestete Wagen, ein BMW i5, zeigte Schwächen. Über die gefahrene Strecke erreichte er 98,39 Prozent. Bei einzelnen Tempowechseln lag die Genauigkeit aber bei 90,3 Prozent. Zudem zeigten alle getesteten Fahrzeuge teils Tempolimits an, die in Großbritannien nicht gelten, darunter umgerechnet etwa 8, 16, 24 oder 161 Kilometer pro Stunde.
Das ist mehr als ein Komfortproblem. Falsche Tempodaten können in Verbindung mit adaptivem Tempomat zu unerwartetem Bremsen oder Beschleunigen führen. Noch wichtiger: Verlieren Fahrer das Vertrauen, schalten sie die Technik ab. Dann verpufft ihr Sicherheitsnutzen.
Euro NCAP will seine Tests bereits ausweiten. Künftig sollen Fahrzeuge auf rund 1930 Kilometern in mindestens drei europäischen Ländern geprüft werden. Thatcham fordert zusätzlich, Tempowechsel stärker in die Zulassung einzubeziehen. Nur dann misst der Test, was im Alltag wirklich zählt.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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