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Maxus T60 im Test: China-Pickup ist 16.000 Euro günstiger als VW Amarok und Toyota Hilux

Дата публикации: 22-07-2026 20:02:00

Maxus bringt seinen Pickup in zwei Versionen: Rein elektrisch oder mit Diesel. Und stellt VW Amarok oder Toyota Hilux vor ein echtes Problem.

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Chinas Autobauer dringen in immer mehr Nischen vor. Nutzfahrzeug-Spezialist Maxus bringt seinen Pickup in zwei Versionen: Rein elektrisch oder mit Diesel. Und stellt VW Amarok oder Toyota Hilux vor ein echtes Problem.

Pickups? Braucht kein Mensch! Diese Reaktion auf die dicken Pritschen-Autos ist eine typisch deutsche, denn weltweit liegen diese Fahrzeuge absolut im Trend. Das trifft nicht nur auf die USA zu, wo der Ford F-150 sogar das meistverkaufte Fahrzeugmodell ist. Ob Südamerika, Asien oder in afrikanischen Staaten, überall gibt es einen wachsenden Pickup-Markt. Sogar Mercedes versuchte vor einigen Jahren, seine Modellpalette mit der X-Klasse in dieses Segment auszuweiten, was allerdings scheiterte.

Chinesen rollen den Pickup-Markt auf

Genauso wie bei PKW greifen nun chinesische Hersteller auf dem Markt der Nutzfahrzeuge an. Den teilten sich bisher Toyota (Hilux), Nissan (Navara), Mitsubishi (L200) und Ford (Ranger) unter sich auf. In Deutschland spielt noch der VW Amarok ganz vorn mit. Seit einigen Jahren kommen nun Hersteller wie Great Wall oder der SAIC-Konzern dazu.

Zu letzterem zählt die Marke Maxus. Die kam zuerst mit Kleintransportern nach Europa und schiebt nun gleich zwei Pickups hinterher: Den elektrischen „eTerron9“ und den T60 Max mit Dieselmotor. Der Diesel bleibt in dem Segment auch die mit Abstand wichtigste Antriebsart. Wir haben den neuen China-Laster getestet.

Karosserie und Innenraum

Der T60 ist 5,4 Meter lang und nur als „Double Cab“ erhältlich, also mit großer Kabine und vier Türen. Der Radstand beträgt 3,1 Meter. Optisch wirkt das Fahrzeug nicht so brachial wie viele US-Pickups, sondern trotz des imposanten Kühlergrills sehr gefällig. Stolz haben die Chinesen vorn und hinten fette „Maxus“-Schriftzüge angebracht. Rund um die Karosserie sitzen robuste Plastik-Verkleidungen und auch die 1,48 mal 1,51 Meter große Pritsche wird davon eingerahmt.

Innen gibt es beim T60 Max Licht und Schatten. Positiv: Das Platzangebot ist auch auf den Rücksitzen gut, man fühlt sich wie in einem großen SUV. Es gibt eine große Mittelkonsole, ein Smartphone-Ablagefach mit drahtloser Ladefunktion und einen perfekt platzierten Zentralmonitor. In der Mittelkonsole kann man ein Extrafach mit Becherhaltern verschieben oder ganz herausnehmen. Neben der guten alten 12 Volt-Steckdose gibt es je einen USB-A- und einen USB-C-Anschluss.

Weniger gut: Auch wenn der (elektrische verstellbare) Fahrersitz ganz nach unten gefahren ist, sitzt man etwas zu hoch unterm Lenkrad. Dazu werden die Anzeigen am Instrumentendisplay teilweise vom Lenkrad verdeckt. Gut sind die beiden Handgriffe an der Mittelkonsole, wobei ausgerechnet an der A-Säule des Fahrers ein Griff fehlt. Den braucht man im Gelände schon mal, wenn es an steile Ab- und Auffahrten geht. Was ebenfalls fehlt, ist ein Schiebefenster in der Heckscheibe.

Bedienung und Infotainment

Auf den ersten Blick erscheint das Maxus-Cockpit modern und stylischer als die etwa rustikale Kommandozentrale eines Toyota Hilux oder Nissan Navara. Doch leider gibt es nicht mal ein integriertes Navigationssystem, sondern nur eine Smartphone-Anbindung. Die ist störanfällig und muss öfter neu gestartet werden. Auch dass der Maxus keinen normalen Lichtschalter hat, stört. Die Soundqualität der Lautsprecher ist dürftig und bei den ganzen Menüs lacht man über skurrile Übersetzungsfehler: Da wird aus dem Adblue-Füllstand schon mal der „Harnstoffspiegel“.

Die Assistenzsysteme arbeiten etwas ruppig, der Spurhalteassistent greift unsanft ein und der Abstandregeltempomat (ACC) reagiert träge. Immerhin, noch vor ein paar Jahren hätte man solche Systeme bei Pickups gar nicht erst an Bord gehabt. Besser ist das Rundum-Kamerasystem mit gestochen scharfer Auflösung (generell etwa, das viele China-Autos der Konkurrenz voraushaben).

Maxus T60

Das Cockpit des Maxus T60 Viehmann
Motor, Antrieb und Verbrauch

Der 2,0 Liter große Commonrail-Turbodiesel von SAIC basiert auf der EA288-Motorenfamilie von Volkswagen, einem der Partner von SAIC in China. Der doppelt aufgeladene Diesel leistet 158 kW / 215 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 500 Newtonmetern. Bevor er warm ist, läuft der Motor ziemlich rau und auch das Zusammenspiel mit der 8-Gang-Automatik ist manchmal etwas ruppig. Dafür stimmt die Power, 0 auf 100 km/h sind in 11,9 Sekunden erreicht und auf der Autobahn sind die maximal 170 km/h angenehm geräuscharm zu fahren.

Positiv überrascht waren wir vom niedrigen Verbrauch. Mit 8,6 Litern auf 100 km lag der sogar unter der Werksangabe; allerdings wurde der Pickup auch meistens ohne Ladung sowie ohne Anhänger bewegt. Dennoch war der China-Lastesel im Test sparsamer als z.B. ein VW Amarok mit V6-Diesel.

Fahrwerk und Fahrverhalten

Als Nutzfahrzeug und Lastenträger hat der Maxus T60 Max an der Hinterachse eine Starrachse mit Blattfedern. Gut zum Transportieren (die Nutzlast liegt bei 975 Kilogramm, die Anhängelast bei 3,5 Tonnen), nicht ganz so gut für die Asphalt-Straßenlage bei Bodenwellen. Auch die Lenkung arbeitet nicht sehr präzise. Heftiges Hoppeln oder Trampeln wie bei früheren Pickups bleibt dem Maxus-Piloten aber erspart. Auf schlechten Straßen fühlt sich der Wagen dazu ganz in seinem Element.

Damit kommen wir zum serienmäßigen Allradantrieb. Es gibt ähnlich wie beim VW Amarok vier Modi:

  • 2H (Hinterradantrieb) – den nutzt man die meiste Zeit und er ist auch am wenigsten Verbrauchs-intensiv.
  • Auto (automatisch per Lamellenkupplung zugeschalteter Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung)
  • 4H (permanenter Allradantrieb mit starrer Kraftverteilung), optimal bei Schnee oder Schotter
  • 4L (permanenter Allrad mit Geländeuntersetzung), hier wird auch die Hinterachse gesperrt. Leider kann man das nicht manuell ausschalten, bei engen Rangiermanövern im Wald stören die Verspannungen im Antriebsstrang.

Zwar haben wir den Maxus T60 Max keinem Offroad-Härtetest überzogen, aber auf Schotter, in hügeligem und steilem Gelände oder auf schlammigen Waldwegen macht der Allrad-Chinese eine gute Figur.

Preise und Ausstattung

Bis zu diesem Kapitel mussten sich VW Amarok oder Toyota Hilux nicht wirklich fürchten, denn der Maxus T60 ist in den meisten Kategorien zwar nicht schlechter, aber auch nicht besser als die Konkurrenz.

Doch jetzt kommt's: Der T60 Max 4WD Luxury startet mit Vollausstattung bei 47.588 Euro (exl. Mwst. 39.990 Euro). Einziger Aufpreis: Die Metallic-Lackierung für 773 Euro. Einen VW Amarok bekommt man heute erst ab 63.642 Euro. Der Toyota Hilux startet bei 53.490 Euro, wobei man ihn eher in der „Executive“-Ausstattung für 62.177 Euro mit dem voll ausgestatteten Maxus vergleichen müsste. Beim Ford Ranger mit Doppelkabine ist man mit mindestens 55.442 Euro dabei. Andere Konkurrenten wie Mitsubishi L200 oder Nissan Navara kann man gar nicht mehr kaufen in Deutschland.

Der Maxus hat also gleich zwei Vorteile: Er trifft auf ein Konkurrenz--Umfeld, das in den vergangenen Jahren viel kleiner geworden ist, und er bietet in diesem Umfeld ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Maxus T60

Maxus T60, der Pickup des SAIC-Konzerns Viehmann
Fazit

Maxus ist hierzulande noch eine No-Name-Marke, hinter der aber mit SAIC ein großer etablierter Autokonzern steckt. Natürlich fehlen Langzeiterfahrungen mit diesen Fahrzeugen und das „Unzerstörbarkeits-Image“ eines Toyota Hilux hat der chinesische Pritschenwagen nicht.

Doch unterm Strich macht der T60 Max seinen Job mindestens genauso gut wie die Konkurrenz und ist dabei erheblich günstiger. 5 Jahre Herstellergarantie (bis 160.000 Kilometer) gewähren die Chinesen. Die Zeiten, in denen es sich VW, Toyota und Ford in der kleinen, aber feinen Pickup-Nische mit immer höheren Preisen und ohne neue Konkurrenten gemütlich machen konnten, sind jedenfalls vorbei.

Maxus T60

Der Neue auf dem Pickup-Spielfeld: Maxus T60 Viehmann

Plus und Minus Maxus T60 Max

Plus:

  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Viel Platz in der Kabine
  • Vollausstattung ab Werk
  • Gutes Allradsystem
  • Für die Fahrzeugklasse geringer Verbrauch

Minus:

  • Motor etwas brummig
  • Assistenzsysteme arbeiten unharmonisch
  • Infotainmentsystem mit Schwächen
Technische Daten Maxus T60 Max Pickup
  • Motor: Vierzylinder-Dieselmotor, Biturbo
  • Hubraum: 1996 ccm
  • Leistung: 158 kW / 215 PS
  • Max. Drehmoment: 500 Nm
  • Antrieb: Allradantrieb, Geländeuntersetzung zuschaltbar
  • Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h
  • Beschleunigung 0 – 100 km/h: 11,9 Sekunden
  • Getriebe: 8-Gang-Automatik
  • Leergewicht: 2275 kg
  • Zuladung: 975 kg
  • Anhängelast: 3500 kg (gebremst), 750 kg (ungebremst)
  • Normverbrauch: 9,1 Liter / 100 km
  • FOCUS online-Testverbrauch: 8,6 Liter / 100 km
  • Abgasnorm: Euro 6 e
  • Preis: ab 47.588 Euro
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