Die anhaltende Trockenheit hätte für fast 2000 Fische in Norditalien tödlich enden können. Durch den Einsatz freiwilliger Helfer konnten die Tiere gerettet werden, unterstützt vom Weltmeister im Forellenangeln.
Die anhaltende Trockenheit hätte für fast 2000 Fische in Norditalien tödlich enden können. Durch den Einsatz freiwilliger Helfer konnten die Tiere gerettet werden, unterstützt vom Weltmeister im Forellenangeln.
Im norditalienischen Villa d'Alme haben freiwillige Helfer fast 2000 Fische vor dem Tod bewahrt. Durch die anhaltende Trockenheit war ein Seitenarm des Flusses Brembo von der Hauptströmung abgeschnitten worden. Isoliert, erwärmte sich das verbliebene Wasser immer weiter und drohte für die Tiere zur tödlichen Falle zu werden. Darüber berichtet das italienische Portal „La Voce delle Valli“.
Die Region Lombardei griff jedoch rechtzeitig ein und nur wenige Stunden später rückten Mitglieder des Angelverbands FIPSAS Bergamo gemeinsam mit einem Team aus Cremona aus. Zwei Stunden lang fingen sie die Fische ein und transportierten sie zu einem tieferen Flussabschnitt, in dem sie bessere Überlebenschancen haben.
Nach Angaben der Helfer konnten circa 300 Forellen, 600 Groppen und Grundeln sowie etwa 1000 Elritzen und andere kleine Fische gerettet werden. An der Aktion beteiligte sich sogar Stefano Tironi, Weltmeister im Forellenangeln, der gemeinsam mit seinem Sohn vor Ort mit anpackte.
Hinter solchen Rettungsaktionen steckt ein globales Problem: Die Temperatur von Flüssen und Seen steigt weltweit, Hitzephasen lassen Flusspegel drastisch sinken. Eine im Fachjournal Environments veröffentlichte Studie des Flusses Po zeigt das Ausmaß dieser Entwicklung. Der größte Fluss Italiens erwärmte sich in den letzten vier Jahrzehnten erwiesenermaßen um rund 4 Grad Celsius.
Gleichzeitig stieg die Zahl der Sommertage mit überdurchschnittlich hohen Wassertemperaturen um mehr als 40 Tage pro Jahr. Diese Entwicklung führte zu einem deutlichen Rückgang heimischer Fischarten und begünstigt gleichzeitig die Ausbreitung besser an Wärme angepasster, oft eingewanderter Arten.
Zu Fischsterben kommt es dabei, weil in überhitzten, flachen Gewässern der Sauerstoff fehlt. Laut einer Studie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften verlieren Gewässer weltweit im Schnitt 0,045 Milligramm Sauerstoff pro Liter und pro Jahrzehnt.
Die zunehmenden Hitzeperioden beschleunigen diesen Prozess massiv. Sie sind für knapp 23 Prozent dieses weltweiten Sauerstoffverlusts in Flusssystemen verantwortlich. Fällt der Sauerstoffgehalt in isolierten Abschnitten unter bestimmte Werte, wie in Villa d'Alme, droht den Tieren der Tod durch Ersticken. Häufig sind dann freiwillige Helfer gezwungen, mitanzupacken und die Tiere umzusiedeln.
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