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Nach Ferienwohnung-Betrug in Italien: Ort vermittelt kostenlose Unterkünfte an Urlauber

Дата публикации: 10-08-2026 16:04:00

In Cesenatico an der Adria fielen zahlreiche Urlauber auf gefälschte Ferienwohnungsangebote herein. Die Stadt musste deshalb für rund 120 Menschen kurzfristig eine neue Unterkunft finden.

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In Cesenatico an der Adria fielen zahlreiche Urlauber auf gefälschte Ferienwohnungsangebote herein. Die Stadt musste deshalb für rund 120 Menschen kurzfristig eine neue Unterkunft finden.

Mindestens 90 Familien reisten nach einer Onlinebuchung nach Cesenatico (nördlich von Rimini) in den Urlaub. Doch als sie ihre vermeintliche Ferienwohnung erreichten, standen sie vor verschlossenen Türen: Statt der gebuchten „Residence Da Andrea“ oder der „Residence Angelini“ befand sich im Haus nur eine Versicherungsagentur, wie die italienische Lokalzeitung „Corriere Romagna“ berichtet.

Die betrügerischen Angebote liefen über das Portal „Booking.com“. Laut „Corriere Romagna“ nutzten die Täter dort Fotos einer existierenden Ferienwohnung, um Vertrauen zu schaffen. Nach der Online-Buchung sollten Gäste den Aufenthalt jedoch direkt mit den angeblichen Betreibern klären – und außerhalb des „Booking.com“-Systems bezahlen.

Italien-Urlaub: Stadt bringt nach Fake-Inseraten rund 120 Urlauber unter

Die Stadt Cesenatico reagierte, als immer mehr Urlauber vor der vermeintlichen Unterkunft auftauchten. Gemeinsam mit dem Tourismusbüro wurden Ersatzunterkünfte organisiert, damit die Menschen nicht ohne Schlafplatz bleiben. Rund 120 Personen fanden so kurzfristig eine Unterkunft in Hotels, Privatunterkünften und auf Campingplätzen. Ein Campingplatzbetreiber schilderte gegenüber dem Lokalblatt: „Wir hatten etwa zehn freie Mobilheime und stellten sie kostenlos zur Verfügung.“

Cesenatico

Wegen eines Betrufsfalls „strandeten” im Touristenort Cesenatico zuletzt immer wieder Touristen – die Stadt brachte viele von ihnen unter. (Symbolbild) IMAGO / Depositphotos
Ungewöhnlich niedriger Preis, keine Bewertungen: Polizei ermittelt

Hinweise auf die Täter gibt es bisher nicht, die Polizei ermittelt. Die Stadt Cesenatico will sich wegen des Imageschadens als Nebenklägerin beteiligen. Die Geschädigten kommen aus Norditalien, Österreich, Frankreich, Polen, Russland, Tschechien und der Ukraine. Bereits bestätigte September-Buchungen für die Wohnungen ohne Nutzerbewertungen könnten weitere Reisende treffen.

Dem Schweizer öffentlich-rechtlichen Sender SRF zufolge lagen die Preise für die Fake-Ferienwohnungen zum Teil bei unter 800 Euro. Damit lag die Miete rund 50 bis 60 Prozent unter den üblichen Tarifen zur Hochsaison in Cesenatico.

Booking.com prüft Fall und gibt Tipps gegen Betrug

Booking.com bestätigte in einer Stellungnahme, dass der Fall geprüft wird und das Inserat von der Plattform entfernt wurde. Betroffene Kunden sollen vom Kundenservice unterstützt werden – je nach Fall etwa mit Ersatzunterkünften oder Erstattungen.

Grundsätzlich durchlaufe jede Unterkunft verschiedene Prüfprozesse. Zudem setze das Unternehmen KI und Machine Learning ein, um „verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen“. Auch nach einer Verifizierung würden Unterkünfte fortlaufend überwacht und bei Auffälligkeiten erneut geprüft. So könne man Vorfälle „erkennen, verhindern und beheben“. 

Das Unternehmen empfiehlt Reisenden zudem Folgendes:

  • Persönliche Daten: „Persönliche Informationen wie Zahlungsdaten stets vertraulich behandeln“
  • Zahlung: „Immer über sichere Online-Seiten, denen sie vertrauen, oder bei ihrer Ankunft vor Ort in der Unterkunft zu zahlen“
  • Kommunikation: „Betrüger versuchen oft, den Kontakt von der Plattform weg auf andere Kanäle zu verlagern, um die Schutzmaßnahmen der Plattform zu umgehen.“
Abzocke von Touristen in Italien: Vorsicht an der Eisdiele

Vorsicht ist beim Italienurlaub auch an der Eisdiele geboten: Im historischen Zentrum Roms zahlte ein US-Paar nahe der Piazza Navona 44 Euro für zwei Eis. Bestellt waren pro Person zwei Kugeln – berechnet wurden je drei Kugeln, Sahne, Macaron und Cannolo Die Eisdiele habe den Eindruck erweckt, die Extras seien kostenlos.

In sozialen Netzwerken berichteten anschließend mehrere Nutzer von ähnlichen Erfahrungen. In Rom kommt es immer wieder zu Beschwerden über ungewöhnlich hohe Preise für Touristen.

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